{"id":4348,"date":"2025-01-17T11:43:28","date_gmt":"2025-01-17T10:43:28","guid":{"rendered":"https:\/\/uni-freiburg.de\/musicallexikon\/?p=4348"},"modified":"2025-07-11T08:05:18","modified_gmt":"2025-07-11T06:05:18","slug":"west-side-story-muenchen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/uni-freiburg.de\/musicallexikon\/west-side-story-muenchen\/","title":{"rendered":"West Side Story [M\u00fcnchen]"},"content":{"rendered":"\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Musical<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Buch von Arthur Laurents, nach einer Idee von Jerome Robbins<br>Musik von Leonard Bernstein<br>Liedtexte von Stephen Sondheim<br>Instrumentation von Leonard Bernstein in Zusammenarbeit mit Sid Ramin und Etwin Kostal<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:25px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Inszenierung<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Deutsche Erstauff\u00fchrung (in Englisch): 15. Juni 1961<br>Deutsches Theater, M\u00fcnchen, Bundesrepublik Deutschland<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Musikalische Leitung: Joseph Lewis<\/li>\n\n\n\n<li>Regie und Original-Choreographie: Jerome Robbins<\/li>\n\n\n\n<li>\u00dcberwachung der Auff\u00fchrung: Gerald Freedmann<\/li>\n\n\n\n<li>\u00dcberwachung der Choreographie: Lee Becker<\/li>\n\n\n\n<li>Dekorationen: Oliver Smith<\/li>\n\n\n\n<li>Kost\u00fcme: Irene Sharaff<\/li>\n\n\n\n<li>Beleuchtung: Jean Rosenthal<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Besetzung:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die &#8222;Jets&#8220;<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Riff, der Chef: Thomas Hasson<\/li>\n\n\n\n<li>Tony, sein Freund: Don Grilley<\/li>\n\n\n\n<li>Action: George Liker<\/li>\n\n\n\n<li>Arab: Alan Johnson<\/li>\n\n\n\n<li>Baby John: Michael Bennet<\/li>\n\n\n\n<li>Big Deal: Grover Dale<\/li>\n\n\n\n<li>Diesel: Stan Papich<\/li>\n\n\n\n<li>Gee-Tar: Dick Corrigan<\/li>\n\n\n\n<li>Mouth Piece: Michael Stuart<\/li>\n\n\n\n<li>Tiger: Jerry Norman<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ihre M\u00e4dchen<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Graziella: Sandy Leeds&nbsp;<\/li>\n\n\n\n<li>Velma: Audrey Hays<\/li>\n\n\n\n<li>Pauline: Gwen Lewis<\/li>\n\n\n\n<li>Minnie: Shelley Chaplan<\/li>\n\n\n\n<li>Clarice: Connie Greco<\/li>\n\n\n\n<li>Anybodys: Marlene Dell<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die &#8222;Sharks&#8220;<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Bernardo, der Chef: Jay Norman<\/li>\n\n\n\n<li>Maria, seine Schwester: Jan Canada<\/li>\n\n\n\n<li>Anita, seine Freundin: Yvonne Othon<\/li>\n\n\n\n<li>Chino, sein Freund: Carlos Carrion<\/li>\n\n\n\n<li>Indio: Bob Avian<\/li>\n\n\n\n<li>Luis: Sal Angelica<\/li>\n\n\n\n<li>Anxious: Wakefield Poole<\/li>\n\n\n\n<li>Nibbles: Ed. Dutton<\/li>\n\n\n\n<li>Juano: Caesar Tamborino<\/li>\n\n\n\n<li>Toro: Luis Santiago&nbsp;<\/li>\n\n\n\n<li>Moose: Jaime Rogers<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ihre M\u00e4dchen<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Rosalia: Marilyn Cooper<\/li>\n\n\n\n<li>Terresita: Roberta Keith<\/li>\n\n\n\n<li>Estella: Adrianne Rogers<\/li>\n\n\n\n<li>Marguerita: Barbara Richman<\/li>\n\n\n\n<li>Consuelo: Gloria Higdon<\/li>\n\n\n\n<li>Francisca: Bonnie Broday<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Erwachsenen<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Doc: Albert Ottenheimer<\/li>\n\n\n\n<li>Lt. Shrank: Ted Gunther<\/li>\n\n\n\n<li>Krupke: Warren Brown<\/li>\n\n\n\n<li>Gladhand: Don Heller<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<div style=\"height:25px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Premierenchronik<\/h4>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table\"><table class=\"has-fixed-layout\"><tbody><tr><td>USA<\/td><td>UA<\/td><td>26. September 1957<\/td><td>Winter Garden Theatre, New York<\/td><\/tr><tr><td>GB<\/td><td>EA<\/td><td>12. Dezember 1958<\/td><td>Her Majesty&#8217;s Theatre, London<\/td><\/tr><tr><td>D<\/td><td>EA (i. Engl.)<\/td><td>15. Juni 1961<\/td><td>Deutsches Theater, M\u00fcnchen<\/td><\/tr><tr><td>A<\/td><td>EA (i. ? )<\/td><td>8. April 1965<\/td><td>Theater an der Wien, Wien<\/td><\/tr><tr><td>A<\/td><td>Dspr. EA<\/td><td>28. Februar 1968<\/td><td>Volksoper Wien<\/td><\/tr><tr><td>CH<\/td><td>EA<\/td><td>2. Mai 1970<\/td><td>Opernhaus Z\u00fcrich<\/td><\/tr><tr><td>D<\/td><td>EA (i. Deutsch)<\/td><td>29. Oktober 1972<\/td><td>Opernhaus N\u00fcrnberg<\/td><\/tr><tr><td>DDR<\/td><td>EA<\/td><td>15. M\u00e4rz 1984<\/td><td>Opernhaus Leipzig<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure>\n\n\n\n<div style=\"height:25px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Inhaltsangabe<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Geschichte spielt in den 1950er Jahren in New York City. Zwei Jugendgangs befehden sich, ohne erkennbaren Anlass und erkl\u00e4rtes Ziel. Es eint sie jedoch die Ablehnung der beh\u00f6rdlichen Autorit\u00e4t, etwa in Form der Polizei. Die Jets sind Wei\u00dfe, stammen aber aus desolaten Sozialverh\u00e4ltnissen. Die Sharks sind Farbige, stammen aus Puerto Rico und sind erst kurze Zeit in den Vereinigten Staaten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Anf\u00fchrer der Sharks ist Bernardo, dessen j\u00fcngere Schwester Maria frisch eingetroffen ist und im Gesch\u00e4ft von Anita, seiner Freundin, arbeitet. Als \u00e4lterer Bruder hat er die Verantwortung \u00fcber Maria, die er ernst nimmt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Anf\u00fchrer der Jets ist Riff, der seinen Vorg\u00e4nger, Tony, bittet, bei der n\u00e4chsten Schl\u00e4gerei mit den Sharks wieder dabei zu sein. Tony hat aber bei Doc, einem Drugstore-Inhaber, einen Job gefunden, den er nicht aufs Spiel setzen will. Doch er l\u00e4sst sich \u00fcberreden, beim n\u00e4chsten Treffen dabei zu sein.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Gangs treffen sich mit ihren Freundinnen zum Tanz in einer Turnhalle, um im harmlosen Ambiente alles zu bereden. Maria ist zum ersten Mal dabei. Sie und Tony treffen aufeinander und verlieben sich spontan. Bernardo geht dazwischen und schickt Maria nach Hause. Tony l\u00e4uft verz\u00fcckt durch die Nacht und hat den anstehenden Kampf v\u00f6llig vergessen. Maria und er treffen sich zuf\u00e4llig auf der R\u00fcckseite ihres Wohnhauses, worauf er die Feuerleiter erklimmt und sie einander ihre Liebe erkl\u00e4ren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sie verabreden sich f\u00fcr den n\u00e4chsten Tag zu Feierabend in Anitas Gesch\u00e4ft f\u00fcr Brautbekleidung. Anita erkennt, was los ist, schweigt aber. Angeregt von der Schaufensterbekleidung vollziehen Tony und Maria spielerisch die Ehe-Zeremonie. Maria wei\u00df, dass die Jungs sich schlagen wollen und bittet Tony, dem Kampf aufzuhalten. Er verspricht es ihr.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Tony erscheint am verabredeten Ort, als man gerade anfangen will. Er geht dazwischen, will sich auch nicht von Bernardo provozieren lassen, ist dieser doch der Bruder der geliebten Maria, ein k\u00fcnftiger Verwandter, mit dem Tony sich gut stellen will. Doch die Situation ger\u00e4t au\u00dfer Kontrolle, Bernardo ersticht Riff, worauf Tony voller Wut \u00fcber den Tod seines Freundes Bernardo umbringt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Polizeisirenen erschallen, alles flieht, zur\u00fcck bleiben zwei Leichname.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Tony geht zu Maria, die von Anita bereits alles erfahren hat. Ihre Liebe zu ihm ist aber gr\u00f6\u00dfer als ihr Schrecken. Sie nimmt ihn in die Arme. Die beiden vollziehen gleichsam ihre Hochzeitsnacht. Am n\u00e4chsten Morgen geht Tony zu Doc, bittet ihn um Geld. Er will mit Maria abhauen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Polizei kommt zu Anita und fragt nach Tony. Auf Mord steht die Todesstrafe. Maria bittet ausgerechnet Anita, den M\u00f6rder ihres Geliebten zu warnen. Anita geht trotzdem, trifft im Drugstore jedoch auf die Jets, die sie vergewaltigen. Doc geht dazwischen, worauf Anita, angeekelt und voller Hass, verk\u00fcndet, dass Maria von Chino, einem Mitglied der Sharks, erschossen worden sei. Tony rennt daraufhin durch die Stadt, auf der Suche nach Chino, um sich ebenfalls erschie\u00dfen zu lassen. Es kommt zuf\u00e4llig zum Zusammentreffen aller drei: Chino erschie\u00dft Tony, der Maria, die ihn suchte, f\u00fcr eine Halluzination h\u00e4lt. Tony stirbt in ihren Armen. Die Jets und Sharks treffen ein, und auf Veranlassung von Maria tragen beide Gruppen gemeinsam den Leichnam von der B\u00fchne \u2013 ein Hoffnungszeichen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">(<em>Wolfgang Jansen<\/em>)<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:25px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Kritiken<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&#8222;Die Ankunft des legend\u00e4ren Broadway-Musicals auf dem europ\u00e4ischen Kontinent ist ein Ereignis, das nur Snobs und solche, die immer alles besser wissen, unber\u00fchrt lassen kann. Es ist die Ankunft eines Amerika, das einen Mut besitzt, den wir l\u00e4ngst verloren haben: den Mut, sich selbst darzustellen und zu sich selbst zu bekennen. &#8218;West Side Story&#8216; ist eine unglaubliche Mischung aus Natur und K\u00fcnstlichkeit, aus h\u00e4mmernder Motorik und artistischer Perfektion, aus hemmungsloser Romantik und wildem Ungest\u00fcm. Nichts, was bei uns hervorgebracht wird, kommt an Selbstenth\u00fcllung diesem Spiegelbild gleich, das unsere ermattenen Sinne verst\u00f6rt und unseren sp\u00e4tzeitlichen Geschmack nicht selten verletzt. [&#8230;] Nirgends erreicht diese Handlung die exemplarische Tiefe der Trag\u00f6die Shakespeares. Sie bleibt Story. Ihr Format ist das des Magazins. [&#8230;] Wie k\u00f6nnen wir diese federnden Leiber vergessen, die den Rhythmen einer eklektischen Musik Figuren von best\u00fcrzender Motorik und schwebender Leichtigkeit entlocken? Muster von der Art des Mobiles, kreisende, springende, webende, schwebende Traumgespinste aus Fleisch und Blut, die uns lange verfolgen werden. Alles andere &#8211; Handlung, Musik, Dec\u00f3r &#8211; ist sekund\u00e4r. Der Meister hei\u00dft Robbins.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Siegfried Melchinger: West Side Story, Auftakt der Deutschland-Tournee des Broadway-Musicals. In: Stuttgarter Zeitung, 19. Juni 1961<\/em>.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:25px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&#8222;Das Buch stammt von Arthur Laurents, der bei der Abfassung einmal fl\u00fcchtig in Shakespeares &#8218;Romeo und Julia&#8216; hineingeschaut haben mag; die Musik, laut, l\u00e4rmend, d\u00fcrftig und gelegentlich von billiger Puccini-Sentimentalit\u00e4t, schrieb der eminente Dirigent Leonard Bernstein; die platten Liedertexte hat Stephen Sondheim verfa\u00dft. [&#8230;] Beiden, den Gr\u00fcndlingen im Parkett und den Kindern des Olymp, wird nicht bewu\u00dft, was da sls h\u00f6chst fragw\u00fcrdige Kunstform, verballhornend, vordergr\u00fcndig schmachtend, schmerzend, in jedem Fall drohend auf uns zukommt; eine gef\u00e4hrliche Simplifizierung alles in allem genommen. [&#8230;] Wenn wir, ohne Wehmut, Abschied nehmen von der West Side Story, verfolgt uns doch noch dieser Angsttraum: da\u00df n\u00e4mlich irgendein fortschrittlicher deutscher Intendant auf den Gedanken kommen k\u00f6nnte, mit seinem Ensemble das fragw\u00fcrdige Musical seinem Publikum anzubieten. W\u00e4re das die Folge dieses letztlich doch unterrichtenden Gastspiels, wir w\u00fcrden w\u00fcnschen m\u00fcssen, da\u00df Kolumbus Amerika nie entdeckt h\u00e4tte.&#8220;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Erich Pfeiffer-Belli: Wo sind sie geblieben, die sch\u00f6nen alten Verse, Eindr\u00fccke eines Shakespeare-Verehrers bei dem amerikanischen Musical &#8222;West Side Story&#8220;. In: Die Welt, 22. Juni 1961<\/em>.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:25px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&#8222;Nach einem recht \u00fcberfl\u00fcssigen Vorspiel, dessen mangelnder musikalischer Substanz wohl die Formel &#8218;akzentuierter Brei&#8216; am angemessensten w\u00e4re, erlosch das Licht, hob sich der Vorhang, herrschte Robbins&#8216; Kunst \u00fcber alles und allem. (Die &#8218;Dance Company&#8216; dieses einzigartigen Choreographen ist trotz B\u00e9jart gewi\u00df das k\u00fchnste, &#8218;fortschrittlich&#8216;-interessanteste Tanzensemble der Welt. Robbins selbst aber versteht sich nicht nur auf Modernismen, sondern auch auf Musicals.) Solche choreographische Diktatur aber lie\u00df die Handlung, die Musik, die wohlgelungenen &#8218;Typen&#8216; und Extravaganzen zur\u00fccktreten. Pl\u00f6tzlich war klar, warum die Enthusiasten des Musicals bei irgendwelchen Einw\u00e4nden immer betonen: &#8218;Aber darauf kommt es doch nicht an, nur das Ganze ist wichtig&#8216; &#8211; als ob man sich ein Ganzes vorstellen k\u00f6nnte, bei dem nicht doch von der Beschaffenheit der &#8218;Teile&#8216; alles abh\u00e4ngt. [&#8230;] Die Stars dieses Gastspiels lie\u00dfen keinen Augenblick vergessen, wie sehr die Musik hier Nebensache ist: sie ent\u00e4uschten allesamt mit d\u00fcnnen, sentimentalen Liebhaberstimmen: verglichen mit dem Organ des Romeo dieser Geschichte ist Bing Crosby wahrlich ein Schaljapin. Und verglichen mit dem hinrei\u00dfenden Charme von &#8218;My Fair Lady&#8216;, wo nicht w\u00fcste Stra\u00dfenk\u00e4mpfe, Fanatismus und Leichen vom Musical bew\u00e4ltigt werden wollen, sondern die Karriere eines Blumenm\u00e4dchens und die Londoner high society, ist die West Side Story eine musikalisch d\u00fcnne, banale, mit \u00e4ngslichem Schielen auf Wirkung ein Klischee ans andere h\u00e4ngende Adaption. [&#8230;] Da, wo gelitten wird &#8211; wo die Musik anf\u00e4ngen m\u00fc\u00dfte zu sprechen -, da schweigt sie k\u00fcmmerlich, \u00f6de, wenn auch l\u00e4rmend vor sich hin. Nichts, was nicht schon hundertmal vom Erfolg best\u00e4tigt worden w\u00e4re, haben die Fachleute in den Bezirk dieses b\u00f6sen Rei\u00dfers hineingelassen. Alle Spontaneit\u00e4t, alle Freiheit, alles ehrliche Gef\u00fchl, alle wirkliche H\u00e4rte sind verbannt &#8211; kitschiger kann keine Operette, unwahrer kein Film, wohlkalkulierter kein Prospekt, keine Reklame sein.&#8220;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Joachim Kaiser: &#8222;Gl\u00e4nzend gemacht&#8220; &#8211; aber Kitsch, Jerome Robbins&#8216; &#8222;West Side Story&#8220; in der Bundesrepublik gezeigt. In: Theater heute, Nr 8, August 1961, Seite 3-6.<\/em><\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:25px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Medien \/ Publikationen<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Audio-Aufnahmen<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>&#8222;West Side Story&#8220;. Original 1957 Cast Recording, Studio-Einspielung. Naxos8.120887, published 2009 (1xCD).<\/li>\n\n\n\n<li>&#8222;West Side Story&#8220;. Studio-Einspielung mit Gerhard Wendland, 1962, Philipps 345 525 (Vinyl-Single).<\/li>\n\n\n\n<li>&#8222;West Side Story&#8220; \/ &#8222;Porgy and Bess&#8220;. Studio-Einspielung, u.a. mit Peter Beil und Monika Dahlberg, 1964, Philipps 838 903 SY (Vinyl-LP).<\/li>\n\n\n\n<li>&#8222;West Side Story&#8220;, Original Cast Recording, Volksoper Wien 1968, Studio-Einspielung, CBS 70040 (Vinyl-LP).<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">DVD \/ Video&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>&#8222;West Side Story&#8220;. DVD der Verfilmung von 1961, United Artists #15930 117.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Literatur:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>William Shakespeare: <em>Romeo und Julia<\/em>. In: Ders.: <em>Werke in acht B\u00e4nden<\/em>. Frechen: Komet o.J., Band 6, Seite 287-375.<\/li>\n\n\n\n<li>Keith Garebian: <em>The Making of West Side Story<\/em>. Oakville: Mosaic Press 1995.&nbsp;<\/li>\n\n\n\n<li>Misha Berson: <em>Something&#8217;s Coming, Somthing Good. West Side Story and the American Imagination<\/em>. Milwaukee: Applause 2011.<\/li>\n\n\n\n<li>Wolfgang Jansen: <em>West Side Story, Vom Wagnis zum Klassiker<\/em>. In: Ders.: <em>Musicals, Geschichte und Interpretation<\/em>. M\u00fcnster u.a.: Waxmann 2020, Seite 93-134.&nbsp;<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<div style=\"height:25px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Kommentar<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Musical basiert auf der Trag\u00f6die &#8222;Romeo and Juliet&#8220; von William Shakespeare.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bei der DEA handelt es sich um ein Gastspiel einer internationalen Tournee aus den USA, die nach M\u00fcnchen an weiteren Orten in der Bundesrepublik gastierte, bevor sie wieder ins Ausland ging.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die \u00f6sterreichische Erstauff\u00fchrung war ein Gastspiel des Stadttheaters Tampere (Finnland). Anzunehmen ist, dass die Darsteller englisch sprachen\/sangen. Der Beleg daf\u00fcr fehlt aber noch bislang.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Schweizer Erstauff\u00fchrung war ein Gastspiel der Wiener Volksoper.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:25px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Empfohlene Zitierweise<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&#8222;West Side Story&#8220; [M\u00fcnchen]. In: Musicallexikon. Popul\u00e4res Musiktheater im deutschsprachigen Raum 1945 bis heute. Herausgegeben von Wolfgang Jansen und Klaus Baberg in Verbindung mit dem Zentrum f\u00fcr Popul\u00e4re Kultur und Musik der Albert-Ludwigs-Universit\u00e4t Freiburg. https:\/\/uni-freiburg.de\/musicallexikon\/west-side-story-muenchen\/<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Letzte inhaltliche \u00c4nderung: 27. Juni 2022.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:100px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Musical Buch von Arthur Laurents, nach einer Idee von Jerome RobbinsMusik von Leonard BernsteinLiedtexte von Stephen SondheimInstrumentation von Leonard Bernstein in Zusammenarbeit mit Sid Ramin und Etwin Kostal Inszenierung Deutsche Erstauff\u00fchrung (in Englisch): 15. Juni 1961Deutsches Theater, M\u00fcnchen, Bundesrepublik Deutschland Besetzung: Die &#8222;Jets&#8220; Ihre M\u00e4dchen Die &#8222;Sharks&#8220; Ihre M\u00e4dchen Die Erwachsenen Premierenchronik USA UA 26.<\/p>\n","protected":false},"author":116,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_trash_the_other_posts":false,"editor_notices":[],"_show_in_pageentry_slider":true,"_pageentry_slider_title":"","footnotes":""},"categories":[121],"tags":[55,14],"class_list":["post-4348","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-w","tag-55","tag-brd"],"featured_image_url":null,"featured_image_alt":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/uni-freiburg.de\/musicallexikon\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4348","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/uni-freiburg.de\/musicallexikon\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/uni-freiburg.de\/musicallexikon\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/uni-freiburg.de\/musicallexikon\/wp-json\/wp\/v2\/users\/116"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/uni-freiburg.de\/musicallexikon\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=4348"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/uni-freiburg.de\/musicallexikon\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4348\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":6986,"href":"https:\/\/uni-freiburg.de\/musicallexikon\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4348\/revisions\/6986"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/uni-freiburg.de\/musicallexikon\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=4348"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/uni-freiburg.de\/musicallexikon\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=4348"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/uni-freiburg.de\/musicallexikon\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=4348"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}