{"id":620,"date":"2024-10-21T10:02:18","date_gmt":"2024-10-21T08:02:18","guid":{"rendered":"https:\/\/uni-freiburg.de\/musicallexikon\/?p=620"},"modified":"2025-10-17T09:03:24","modified_gmt":"2025-10-17T07:03:24","slug":"billy","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/uni-freiburg.de\/musicallexikon\/billy\/","title":{"rendered":"Billy"},"content":{"rendered":"\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Musikalische Kom\u00f6die<\/h4>\n\n\n\n<p>Musik von John Barry<br>Buch von Dick Clement und Ian La Frenais nach dem Roman &#8222;Billy-Liar&#8220; von Keith Waterhouse und Willis Hall<br>Liedertexte von Don Black<br>Deutsche Fassung von Werner Schneyder<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:25px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Inszenierung<\/h4>\n\n\n\n<p>Deutschsprachige Erstauff\u00fchrung: 19. Februar 1976<br>Theater an der Wien, \u00d6sterreich<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Musikalische Leitung: Johannes Fehring<\/li>\n\n\n\n<li>Regie: Patrick Garland<\/li>\n\n\n\n<li>B\u00fchnenbild: Ralph Koltai<\/li>\n\n\n\n<li>Kost\u00fcme: Marilyn Taylor<\/li>\n\n\n\n<li>Choreographie: Onna White, Martin Allen<\/li>\n\n\n\n<li>Lichtregie: Joe Davis<\/li>\n\n\n\n<li>Choreinstudierung: Xaver Meyer<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p>Besetzung:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Billy Fisher: B\u00e9la Erny \/ Georg W. Siedler<\/li>\n\n\n\n<li>Alice Fischer, Mutter: Lya Dulizkaya<\/li>\n\n\n\n<li>Geoffrey Fisher, Vater: Eric Pohlmann<\/li>\n\n\n\n<li>Gro\u00dfmutter: Elisabeth Neumann-Viertel<\/li>\n\n\n\n<li>Tom Crabtree: Georg W. Siedler \/ Charles Elkins<\/li>\n\n\n\n<li>Stamp: Andreas G\u00f6ncz\u00f6l<\/li>\n\n\n\n<li>Mister Shadrack: Fritz Schmiedel<\/li>\n\n\n\n<li>Rat Duxbury: Fritz Lehmann<\/li>\n\n\n\n<li>Barbara: Marianne Becker \/ Aniko Benk\u00f6 \/ Eva Ploder<\/li>\n\n\n\n<li>Rita: Isabel Weicken<\/li>\n\n\n\n<li>Liz: Dany Sigel<\/li>\n\n\n\n<li>Mrs. Crabtree \/ US-Reporterin: Relly Gmeiner<\/li>\n\n\n\n<li>Franz\u00f6sischer Reporter \/ Priester \/ Eisenbahner: Fritz Goblirsch<\/li>\n\n\n\n<li>Holl\u00e4ndischer Reporter: Lex Alport<\/li>\n\n\n\n<li>Disc-Jockey: Andreas G\u00f6ncz\u00f6l<\/li>\n\n\n\n<li>Kinder: Brigitte Stadler, Manfred Stadler<\/li>\n\n\n\n<li>Lokalreporter: Hubert Tscheppe, Horst Reh, Franz Hillebrand, Johanna Graupe, Ted G\u00e4rtner, Angela Murbach, Dylvia Sehner<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<div style=\"height:25px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Premierenchronik<\/h4>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table\"><table class=\"has-fixed-layout\"><tbody><tr><td>GB<\/td><td>UA<\/td><td>1. Mai 1974<\/td><td>Theatre Royal Drury Lane, London<\/td><\/tr><tr><td>A<\/td><td>Dspr. EA<\/td><td>19. Februar 1976<\/td><td>Theater an der Wien, Wien<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure>\n\n\n\n<div style=\"height:25px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Inhaltsangabe<\/h4>\n\n\n\n<p>Billy Fisher lebt bei seinen Eltern und der Gro\u00dfmutter im kleinen \u00d6rtchen Stradhoughton in Yorkshire. Er arbeitet als kleiner Angestellter im Beerdigungsinstitut von Shadrack and Duxbury. Allen Widrigkeiten des Alltags, allen Problemen im t\u00e4glichen Umfeld geht er aus dem Weg, in dem er sich in seinen Tag- und Nachttr\u00e4umen in seine Phantasiewelt &#8222;Ambrosia&#8220; fl\u00fcchtet. Dort ist er ein Held, der Pr\u00e4sident, der seinen Untertanen Freiheit und Demokratie bringt. Hier ist er der gefeierte Fu\u00dfballheld und der Musikstar auf der B\u00fchne, der die Massen begeistert.<\/p>\n\n\n\n<p>In der harten Realit\u00e4t ist alles allerdings anders. Mit seinen L\u00fcgen, Un- und Halbwahrheiten im Arbeits- und Privatleben hat er sich in ein Wirrwarr verstrickt, aus dem er sich kaum befreien kann. Da gibt es seine &#8222;Verlobte&#8220; Barbara, die auf einen Heiratsantrag und auf die gemeinsame Zukunft in kleinb\u00fcrgerlicher Umgebung hofft. Da gibt es aber auch noch die aufregende&nbsp; Rita, die so ganz anders ist als Barbara und&nbsp; mit der Billy ebenfalls ein Verh\u00e4ltnis hat und sogar schon einen Ring schenkte. Den hat er ihr zwar erfolgreich wieder abgeluchst, doch leider hat ihn Barbara gefunden, sieht ihn als Liebesbeweis Billys und nimmt ihn nicht mehr von ihrem schlanken Finger.<\/p>\n\n\n\n<p>Seiner Familie und den Freunden erz\u00e4hlt Billy von einem Brief aus London, wo ihm eine Anstellung als Gagschreiber bei einem B\u00fchnendarsteller in Aussicht gestellt wird. Aber auch das ist wie immer nicht die ganze Wahrheit.<\/p>\n\n\n\n<p>Dann erscheint Liz Benson wieder in Stradhoughton, ein M\u00e4dchen mit Freiheitdrang wie Billy, die im Gegensatz zu ihm aber den Absprung aus der Provinz geschafft hat und nur noch zu Besuch kommt. Sie durchschaut seine L\u00fcgen- und Phantasiewelt, hat sogar Verst\u00e4ndnis daf\u00fcr und best\u00e4rkt, ja, ermutigt ihn, nach London zu gehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Gemeinsam wollen sie mit dem Zug die Kleinstadt verlassen. Ein letztes Mal geht Billy zum Haus seiner Eltern, um dort allerdings zu erfahren, dass seine Gro\u00dfmutter gerade verstorben ist. Doch nichts wird ihn jetzt noch aufhalten. Er packt seinen Koffer und geht zur Bahnstation, wo ihn Liz erwartet. Dort und im Moment der Abfahrt verl\u00e4sst ihn &#8211; wie immer &#8211; der Mut. Er steigt aus, l\u00e4sst Liz allein wieder nach London fahren, kehrt zur\u00fcck ins Elternhaus, zur\u00fcck zum ungeliebten Beruf und zu einer ungewissen Zukunft, in der nur eines gewiss ist &#8211; er wird nie den Mut aufbringen, an seinem Leben was zu \u00e4ndern. Aber es gibt ja noch &#8222;Ambrosia&#8220;.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Klaus Baberg, Februar 2020<\/em><\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:25px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Kritiken<\/h4>\n\n\n\n<p>&#8222;Das neue britische Musical &#8218;Billy&#8216;, das zuerst als Roman und dann als Film vorlag, in London bei seiner Urauff\u00fchrung Furore machte und dort seit \u00fcber zwei Jahren im riesigen Drury-Lane-Theater mit seinen 2800 Pl\u00e4tzen ausverkaufte H\u00e4user erzielt, gelang nun in Wien zur deutschsprachigen Erstauff\u00fchrung, doch waren hier die Reaktionen wesentlich reservierter als bei den als k\u00fchl geltenden Angelsachsen. Lag es daran, dass dieser &#8218;Billy&#8216; doch sehr britisch ist und trotz stellenweise versuchter &#8218;Einwienerung&#8216; wie ein Fremdk\u00f6rper wirkte, oder lag es an dem geringen Sensorium f\u00fcr diese Art von revueartigen, handlungs\u00e4rmeren Musicals, dass die Produktion bei der Wiener Kritik, aber auch beim Publikum nicht auf die Gegenliebe stiess, die das Theater an der Wien gewohnt ist?<\/p>\n\n\n\n<p>[&#8230;] Johannes Fehring dirigierte schmissig und mit Verve, doch da der zwar eing\u00e4ngigen Musik die wirklich grossen Zugnummern fehlen, blieb die musikalische Aufbereitung gef\u00e4lliger Schlager-Sound, aber nicht mehr.&nbsp;Rolf Kutschera, der Direktor des Theaters an der Wien, hatte die Dialogregie \u00fcbernommen und Onna White sorgte mit Martin Allen f\u00fcr eine ungemein pr\u00e4zise und in allen Belangen gekonnte und \u00fcberzeugende Choreografie, deren H\u00f6hepunkt die grandiose Steppnummer war, die das ausgezeichnete Ballett des Hauses und die Solisten in Superform zeigten.<\/p>\n\n\n\n<p>[&#8230;] In dieser zentralen Rolle brillierte der sympathische, \u00e4usserst gewandte und musicalversierte Bela Erny, ein grandioser S\u00e4nger-T\u00e4nzer-Schauspieler mit sehr viel Humor und Charme. Alle anderen Mitwirkenden kamen teils aus dem Bereich deutschsprachiger Musicalroutiniers, teils von anderen Wiener B\u00fchnen. Ob &#8218;Billy&#8216; nach seinem Wiener Start den kontinentalen Musicalraum erobern wird, bleibt zu bezweifeln.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p><em>C.B.: Ein Traumdasein als Musical. &#8222;Billy&#8220; &#8211; deutschsprachige Erstauff\u00fchrung in Wien. In: Der Bund (Bern), Schweizer Tageszeitung, 21. M\u00e4rz 1976.<\/em><\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:25px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Medien \/ Publikationen<\/h4>\n\n\n\n<p>Audio-Aufnahmen<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>&#8222;Billy&#8220;. Original Cast London. OLC CBS mit Michael Crawford.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<div style=\"height:25px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Kommentar<\/h4>\n\n\n\n<p>Mit 120 ausverkauften Vorstellung mit 121.908 Besuchern wurde &#8222;Billy&#8220;, &#8222;das weder von der Handlung, noch von der Musik her irgendeine Erinnerung zur\u00fcckgelassen hat, [&#8230;] zu einem besucherzahlenm\u00e4\u00dfig erstaunlichen Erfolg.&#8220;&nbsp;<em>(Peter Back-Vega. In: Theater an der Wien. 40 Jahre Musical, Wien 2008)<\/em>.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Musical &#8222;Billy&#8220; von John Barry und Don Black sollte nicht mit dem US-Musical gleichen Titels verwechselt werden. Am 22. M\u00e4rz 1969 wurde im Billy Rose Theatre, New York, das Musical &#8222;Billy&#8220; mit dem Buch von Stephen Glassman (nach Herman Melvilles Kurzgeschichte &#8222;Billy Budd&#8220;) und der Musik von Ron Dante und Gene Allen ur- und gleichzeitig nur einmalig aufgef\u00fchrt.\u00a0<em>(Klaus Baberg)<\/em><\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:25px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Empfohlene Zitierweise<\/h4>\n\n\n\n<p>&#8222;Billy&#8220;. In: Musicallexikon. Popul\u00e4res Musiktheater im deutschsprachigen Raum 1945 bis heute. Herausgegeben von Wolfgang Jansen und Klaus Baberg in Verbindung mit dem Zentrum f\u00fcr Popul\u00e4re Kultur und Musik der Albert-Ludwigs-Universit\u00e4t Freiburg. https:\/\/uni-freiburg.de\/musicallexikon\/billy\/<\/p>\n\n\n\n<p>Letzte inhaltliche \u00c4nderung: 13. Oktober 2025.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:100px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Musikalische Kom\u00f6die Musik von John BarryBuch von Dick Clement und Ian La Frenais nach dem Roman &#8222;Billy-Liar&#8220; von Keith Waterhouse und Willis HallLiedertexte von Don BlackDeutsche Fassung von Werner Schneyder Inszenierung Deutschsprachige Erstauff\u00fchrung: 19. Februar 1976Theater an der Wien, \u00d6sterreich Besetzung: Premierenchronik GB UA 1. Mai 1974 Theatre Royal Drury Lane, London A Dspr. 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