{"id":7669,"date":"2025-09-12T08:47:06","date_gmt":"2025-09-12T06:47:06","guid":{"rendered":"https:\/\/uni-freiburg.de\/musicallexikon\/?p=7669"},"modified":"2025-09-12T08:47:06","modified_gmt":"2025-09-12T06:47:06","slug":"das-opfer-helena","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/uni-freiburg.de\/musicallexikon\/das-opfer-helena\/","title":{"rendered":"Das Opfer Helena"},"content":{"rendered":"\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Kammermusical f\u00fcr Schauspieler<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Musik von Gerhard Wimberger<br>Buch nach dem Schauspiel von Wolfgang Hildesheimer<br>Lyrics von Hanns Dieter H\u00fcsch<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:25px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Inszenierung<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Urauff\u00fchrung: 10. Januar 1968<br>Theater am Turm, Frankfurt, Bundesrepublik Deutschland<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Musikalische Leitung:\u00a0Dieter von Goetze<\/li>\n\n\n\n<li>Regie: Reinhard Mieke<\/li>\n\n\n\n<li>B\u00fchnenbild: Eberhard Mathies<\/li>\n\n\n\n<li>Kost\u00fcme: Moidele Bickel<\/li>\n\n\n\n<li>Choreographie: Marianne Sch\u00f6ner<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Besetzung:&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Helena: Frauke Janssen<\/li>\n\n\n\n<li>Hermione, ihre Tochter: Renate Gehlen<\/li>\n\n\n\n<li>Paris: R\u00fcdiger Vogler<\/li>\n\n\n\n<li>Menelaos: Ekkehard Halke<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<div style=\"height:25px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Premierenchronik<\/h4>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table\"><table class=\"has-fixed-layout\"><tbody><tr><td>D<\/td><td>UA<\/td><td>10. Januar 1968<\/td><td>Theater am Turm, Frankfurt<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure>\n\n\n\n<div style=\"height:25px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Inhaltsangabe<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&#8222;Das St\u00fcck zehrt von dem Einfall, die sch\u00f6ne Helena ihre Geschichte selber erz\u00e4hlen zu lassen. Sie tritt aus der Handlung, in die sie verwickelt ist, immer wieder heraus, deutet Vorf\u00e4lle, gibt Erl\u00e4uterungen zu noch ausstehenden Szenen, in die sie dann, nun selber wieder mitspielend, hineinsteigt. Ihre Kommentare begleiten und bestimmen das Spiel und sollen zeigen, da\u00df Helena, die als Anla\u00df gilt, nur Opfer des Trojanischen Krieges war. Als n\u00e4mlich Paris, der trojanische Prinz, an den Hof ihres tattrigen Gatten Menelaos kommt, glaubt sie den Prinzen zu verf\u00fchren, w\u00e4hrend Paris sie nur verf\u00fchrt und dann auch entf\u00fchrt, um die Griechen zum Krieg gegen das hochger\u00fcstete Troja zu reizen. Helena ist Objekt eines Plans: zum Krieg kommt es nicht ihretwegen, sondern Krieg wird von Griechen und Trojanern gewollt und sie soll ihn lediglich ausl\u00f6sen. [&#8230;] In diesen Hergang eingef\u00fcgt ist Hermione, die Tochter Helenas, die gegen die Sch\u00f6nheit der Mutter eigene Wege der Selbstbehauptung sucht &#8211; ein Mutter-Tochter-Problem aus altem Stoff, auf zeitgen\u00f6ssisch getrimmt.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Peter Iden: Helena auf dem Schaukelpferd. Ein St\u00fcck von Wolfgang Hildesheimer als Kammermusical in Frankfurt. In: Stuttgarter Zeitung, 15. Januar 1968, Seite 17.<\/em><\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:25px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Kritiken<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&#8222;Die Songs von Hanns Dieter H\u00fcsch erreichen nicht die knapp pointierte Ke\u00dfheit wie die der &#8218;Vier Nachrichter&#8216; einst zum gleichen Thema. Die Musik von Gerhard Wimberger w\u00e4chst nicht immer zwingend aus dem Wort empor. Zum Musical aber geh\u00f6rt die Einheit von Wort, Musik und Tanz.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dennoch wurde es in der Einrichtung und Inszenierung von Reinhard Mieke, in den verspielten, Antike mit Moderne vermischten B\u00fchnenbildern von Eberhard Mathies und mit dem Dieter-von-Goetze-Ensemble eine ganz vergn\u00fcgliche Angelegenheit. [&#8230;] Das Unternehmen wurde mit brausendem Beifall belohnt.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Hermann Dannecker: Die immer wieder sch\u00f6ne Helena. Ein Kammermusical nach der Kom\u00f6die von Wolfgang Hildesheimer im Frankfurter Theater am Turm. In: Mannheimer Morgen, 13. Januar 1968.<\/em><\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:25px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&#8222;Man kann es mit einem Satz sagen: &#8218;Make love, not war&#8216;, und das wird immer gut aufgenommen. Das ist in der Tat ein Teil des Erfolgs dieses Hildesheimer-H\u00fcsch-Wimberger-Musicals.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aber es gibt auch einige k\u00fcnstlerische Gr\u00fcnde f\u00fcr die gute Aufnahme dieses intellektuellen Musicals. Hildesheimers Text ist ein feinnerviges Meisterst\u00fcck. Helenas Entf\u00fchrung war von ihrem Mann Menelaos geplant. Sie war eingeweiht. Die Spartaner und die Verb\u00fcndeten suchen einen Kriegsgrund gegen das aufstrebende Troja. Helena wollte den sch\u00e4ndlichen Plan durchkreuzen. Sie war&#8217;s, die den unwahrscheinlich naiven Paris entf\u00fchren wollte und nicht nach Troja, sondern auf eine einsame Liebesinsel. Aber unterwegs stellt es sich heraus, da\u00df der Paris die Unschuld vom Lande nur gespielt hatte. Sein Auftrag hatte gelautet: Helena entf\u00fchren. Die Trojaner wollten die Spartaner und ihre Verb\u00fcndeten zum Krieg provozieren. [&#8230;] Der Rest ist zwar geistvoll, kommt aber von den Brettern herunter nicht an.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Doch da waren noch Hanns Dieter H\u00fcschs pazifistischen Songs. Sie sind in der Gesinnung brauchbar, aber an der satirischen Durchschlagskraft fehlt es einigerma\u00dfen. Schade. H\u00fcsch ist kein schneidender Pointierer.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Musik von Gerhard Wimberger klang ein bi\u00dfchen nach Schule Weill. Es klang angenehm. Vielleicht w\u00e4re es angebrachter, wenn es unangenehmer kl\u00e4nge.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Rudolf Kr\u00e4mer-Badoni: Der Trojanische Krieg als Musical. Wolfgang Hildesheimer &#8222;Opfer Helena&#8220; in Frankfurt uraufgef\u00fchrt. In: Die Welt, Essen, 12. Januar 1968.<\/em><\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:25px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&#8222;Auch die Koproduzenten fanden wohl nicht immer ganz zueinander: der Dichter Hildesheimer, von dessen St\u00fcck sich noch zahlreiche Originalpassagen im Libretto finden, Texter Hanns Dieter H\u00fcsch, dessen &#8218;Lyrics&#8216;, einer Pop-Sitte folgend, bei schnoddriger H\u00e4rte doch auch starke Schlagseite zum Flower-Power-Sentiment verrieten, und Komponist Gerhard Wimberger, der f\u00fcr das f\u00fcnfk\u00f6pfige Dieter-von-Goetze-Ensemble einen jazznahen Unterhaltungston fand, wie er ihn in gr\u00f6\u00dferem Format bereits bei der seiner 1964 in Frankfurt uraufgef\u00fchrten Calder\u00f3n-Oper &#8218;Dame Kobold&#8216; gezeigt hatte. Seine Musik dr\u00e4ngt sich in &#8218;Das Opfer Helena&#8216; kaum in den Vordergrund. Melodram, Pantomime, Rezitativ, Tanz und Couplet enthalten insgesamt rund 20 musikalische Nummern, die die Handlung munter vorantreiben, obwohl ein musikalischer Kontext kaum besteht. Die entstehende Form ist die eines Chansonspiels, das &#8211; wie gleich der Beginn zeigt &#8211; einen unverhohlenen Seitenblick auf das Brechtsche Songspiel nicht verschm\u00e4ht. Von musikalischen Neuerungen sieht der Komponist zugunsten eines gel\u00e4ufigen und eing\u00e4ngigen Gestus ganz ab.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Friedrich Hommel: Schweres leichtes Spiel. Hildesheimer &#8222;Das Opfer der Helena&#8220; als Kammermusical. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12. Januar 1968.<\/em><\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:25px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Kommentar<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Daten zu Darstellern und dem Inszenierungsteam wurden der seinerzeitigen Presse entnommen. Sobald ein Programheft der Urauff\u00fchrung vorliegt werden die Angaben gepr\u00fcft und ggf. erg\u00e4nzt oder ge\u00e4ndert.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:25px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Empfohlene Zitierweise<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&#8222;Das Opfer Helena&#8220;. In: Musicallexikon. Popul\u00e4res Musiktheater im deutschsprachigen Raum 1945 bis heute. Herausgegeben von Wolfgang Jansen und Klaus Baberg in Verbindung mit dem Zentrum f\u00fcr Popul\u00e4re Kultur und Musik der Albert-Ludwigs-Universit\u00e4t Freiburg. https:\/\/uni-freiburg.de\/musicallexikon\/das-opfer-helena\/<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Letzte inhaltliche \u00c4nderung: 6. September 2025.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:100px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kammermusical f\u00fcr Schauspieler Musik von Gerhard WimbergerBuch nach dem Schauspiel von Wolfgang HildesheimerLyrics von Hanns Dieter H\u00fcsch Inszenierung Urauff\u00fchrung: 10. Januar 1968Theater am Turm, Frankfurt, Bundesrepublik Deutschland Besetzung:&nbsp;&nbsp; Premierenchronik D UA 10. Januar 1968 Theater am Turm, Frankfurt Inhaltsangabe &#8222;Das St\u00fcck zehrt von dem Einfall, die sch\u00f6ne Helena ihre Geschichte selber erz\u00e4hlen zu lassen. 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