Nietzsche de-/kolonial

Das Projekt Nietzsche de-/kolonial erschließt Friedrich Nietzsche als kulturgeschichtliche Kippfigur, im kolonialen und postkolonialen Kontext. Ausgangspunkt ist der Befund, dass sich sein Werk einerseits in die kolonialen Wissensformationen des späten 19. Jahrhunderts einfügt, andererseits aber Textformen und -experimente entwickelt, die deren epistemische Voraussetzungen unterlaufen. Diese Spannung möchte das Projekt produktiv nutzen. Sie ermöglicht, ein Denken zu konturieren, das trotz kolonialer Verflechtungen so beweglich bleibt, dass es aktuelle Debatten zur Dekolonisierung kritisch vorantreiben kann.
Nietzsche de-/kolonial will der globalen Nietzscheforschung ein offenes Forum bieten. Internationale Kolleg*innen aus Philosophie, Kultur- und Literaturwissenschaft, Geschichte sowie den Area Studies sind ausdrücklich zur Mitwirkung eingeladen. Gesucht werden Partner*innen, die Interpretations- und Quellenarbeit oder theoretische Perspektiven einbringen, um Nietzsches komplexe Rolle im de-/kolonialen Horizont gemeinsam kritisch zu erschließen. Besonders willkommen sind Beiträge zur post- und dekolonialen Rezeption Nietzsches in unterschiedlichen kulturellen und gesellschaftspolitischen Kontexten.