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Die Funktionsweise des Gehirns durch das Auge der Fliege betrachtet

Ich bin fasziniert von der Frage, wie das Gehirn Informationen verarbeitet, um unter ständig wechselnden Bedingungen angemessene Verhaltensweisen zu steuern. Das menschliche Gehirn ist eine komplexe Struktur, in der Milliarden von Nervenzellen über noch mehr Verbindungen miteinander verbunden sind. Um diese Komplexität zu reduzieren, untersuchen wir das Gehirn der Fruchtfliege, das aus nur ~100.000 Nervenzellen besteht aber viele verschiedene Verhaltensweisen ermöglicht. Als ein Meilenstein der Hirnforschung wurde im letzten Jahr erstmals ein vollständiges Konnektom des Fliegengehirns veröffentlicht. Das heisst, wir kennen jetzt *alle* Nervenzellen im Fliegengehirn und wissen, wie sie miteinander verbunden sind. Ich werde über diese Arbeiten sprechen und am Beispiel des visuellen Systems der Fliege erläutern, wie wir dadurch neuronale Schaltkreise und ihre Aufgaben umfassend verstehen können.

Herz und Hirn: Von Liebe und Tod

Spielt das Herz bei Denken und Fühlen eine Rolle, oder dient es ausschließlich als Pumpe, die sauerstoffhaltiges Blut zuführt und die „Abfallprodukte” des Stoffwechsels abtransportiert? Neue Befunde zeigen, dass bereits jeder einzelne Herzschlag das Gehirn und dessen Funktionen beeinflusst. Vor allem Emotionen scheinen wesentlich durch die Herzfrequenz beeinflusst zu werden. Aber auch die Höhe des Blutdrucks scheint unser Denken und Verhalten zu beeinflussen. Die wechselseitige Beeinflussung umfasst kurzfristige Effekte innerhalb von Sekunden, hat aber auch mittel- und langfristige Folgen.

Sind die neuen Erkenntnisse zum Zusammenspiel von Herz und Gehirn nur von theoretischem Interesse oder auch für das Verständnis von Erkrankungen relevant? Es gibt viele Befunde, die auf Letzteres hinweisen. So erscheint die Entstehung sowohl psychiatrischer und neurologischer Erkrankungen wie Depression Demenz und Schlaganfall als auch kardiologischer Erkrankungen in einem neuen Licht.

Wie steht es um die Biologische Vielfalt und warum ist sie wichtig? Einblicke aus Sicht einer Bestäubungsökologin

Die Samstags-Uni des Sommersemesters fragt nach den komplexen Ursachen für den Rückgang der biologischen Vielfalt wie nach den mannigfachen Auswirkungen dieser Verluste. Sie stellt aktuelle Erkenntnisse, Methoden und Arbeitsfelder der Biosystemforschung vor und erkundet an konkreten Fallbeispielen Handlungsmöglichkeiten auf globaler, lokaler und individueller Ebene. Dabei kommen in gewohnt breitgefächerter und interdisziplinärer Perspektive ausgewiesene Expertinnen und Experten aus den Bio- und Umweltwissenschaften, aber auch aus Rechtswissenschaft, Politikwissenschaft, Kulturwissenschaften und Philosophie zu Wort.

Making the Invisible Visible: Genetic Monitoring for Biodiversity Conservation

Genetic diversity underpins population resilience and long-term adaptive capacity. Global
initiatives, including the Kunming-Montreal Global Biodiversity Framework, call for its
monitoring, yet a critical gap remains: translating scientific knowledge into consistent,
actionable monitoring. Genetic indicators are emerging tools to summarise genetic risk
and guide action, while ongoing research is essential to future-proof monitoring systems.
Drawing on my South African experience, this keynote explores challenges, lessons, and the
framing of genetic monitoring as core biodiversity infrastructure.

Tobias Rees: Artificial Intelligence and the 2500-year-old project called Europe

Artificial Intelligence disrupts established ways of thinking, challenging distinctions like living or not, human or machine. For Europe, says Tobias Rees, AI is a philosophical earthquake—an event that shakes old certainties and opens new horizons. In his talk, the “Philosopher in the Wild” and founder of the AI studio limn explores how AI destabilizes Europe’s concepts and reveals new possibilities for thought.

Sur les traces de Frantz Fanon – Dokumentarfilm von Mehdi Lallaoui

Im Rahmen der für den Zeitraum März bis Juni 2025 geplanten Film- und Vortragsreihe mit dem Titel „Unsere vergessenen Befreier. (De-)Koloniale Perspektiven auf den Zweiten Weltkrieg“ wird das Frankreich-Zentrum insbesondere die beiden Filmabende mit dem algerischen Filmemacher Mehdi Lalloui begleiten und unterstützen.
Der Filmemacher wird an beiden Tagen (13./14. Mai 2025) vor Ort sein und gleich zwei seiner Filme in einem jeweils vorangestellten Podiumsgespräch vorstellen. Die Gespräche werden in französischer Sprache geführt und ins Deutsche übersetzt.

Vom Impuls zum Konzept – Wie in neuronalen Netzwerken Bedeutung entsteht

Wie gelingt es uns, flexibel auf neue Situationen zu reagieren, uns in unbekannten Umgebungen zurechtzufinden oder Entscheidungen auf Basis von Regeln und Erfahrungen zu treffen? Der präfrontale Kortex – ein Bereich im vorderen Teil unseres Gehirns – spielt dabei eine zentrale Rolle. Hier werden Informationen aus verschiedenen Hirnregionen zu einem sinnvollen Ganzen verknüpft.

In diesem Vortrag zeige ich, wie Aktivitätsmuster von Nervenzellen im präfrontalen Kortex zentrale Elemente einer Aufgabe abbilden – etwa Orte, Handlungen oder Entscheidungsphasen – und sich dabei zu funktionalen Mustern organisieren. Mithilfe hochauflösender elektrophysiologischer Techniken messen wir die Aktivität von Hunderten von Nervenzellen gleichzeitig und konnten zeigen, dass Informationen nicht isoliert, sondern als strukturierte Wissensnetzwerke repräsentiert werden. Dieses „modulare Design“ könnte es dem Gehirn ermöglichen, neue Informationen einzuordnen und flexibel auf neue Situationen zu reagieren.

Philosophical Reflections on African Diaspora Theories: Is Afrofuturism Utopian? Vortrag und Gespräch mit Abosede Priscilla Ipadeola

THE CURRENCY LAB ist ein künstlerisches Langzeitforschungsprojekt des Musikers, Künstlers, Filmemachers Elom 20ce (Togo) und der Künstler und Filmemacher Musquiqui Chihying und Gregor Kasper (Deutschland).
Vernissage mit Vortrag Abosede Priscilla Ipadeola: Philosophical Reflections on African Diaspora Theories: Is Afrofuturism Utopian? Gefolgt von einer Diskussion mit den Künstler*innen
Veranstaltungssprache ist englisch! Anlässlich des jünfjährigen Jubiläums des ACT

Ohne Moos nix los – Biotechnologie mit Moosen

Auch im Sommersemester haben wir wieder eine ansehnliche Spange von Einzelvorträgen zu aktuellen Brennpunkten der Forschung aus ganz unterschiedlichen Wissenschaftsbereichen im Programm; die Spannbreite reicht dabei von literatur- und kulturgeschichtlichen Themen über die Biotechnologie und aktuelle Fragen der Regulierung von KI-Technologien bis hin zur Rolle der Wissenschaftskommunikation in Wissenschaft und Gesellschaft.