Rückblick – Campus- und Praxistag: „HealthTech im Praxis-Check: Chancen, Grenzen, Verantwortung“
Digitale Systeme halten mehr und mehr Einzug in unseren Alltag, auch in der Arbeit in Gesundheitsberufen. In der Arbeit mit digitalen Systemen und verschiedenen Anwendungen von „künstlicher Intelligenz“ ergeben sich neue Möglichkeiten, aber auch ganz neue Fragen von Verantwortung und Zuständigkeit. Orientiert am klinischen Alltag geht es etwa um das Verhältnis von „Ich und die Daten“, die Balance aus „Überwachung, Vertrauen und Verantwortung“ und die Frage, wer oder was denn nun das Gegenüber darstellt, wenn es spricht wie ein Mensch aber keiner mehr ist.
Im Lehrgebäude der Medizinischen Fakultät und dem angrenzenden Seminar- und Tagungshaus konnten am 8. November 2025 verschiedene KI-Anwendungen und Digital Health Produkte live ausprobiert werden, eingerahmt von Vorträgen und Workshops, um gemeinsam ins Diskutieren und Nachdenken zu kommen.

Unter den Beiträgen befand sich das pädiatrische VR‑Notfalltraining PAVIN, das von Dr. Philipp Müller zusammen mit Hannah Köpper entwickelt und vorgestellt wurde. Ein weiteres Projekt zeigte KI‑gestützte Gesprächsführung durch virtuelle Avatare und wurde von Markus Rossa von der Medizinischen Fakultät Ulm sowie Prof. Anna‑Sophia Schwind von der Hochschule Ravensburg‑Weingarten geleitet. Zusätzlich wurden technologische Lösungen vorgestellt, die Pflegepersonal entlasten und die Versorgung von demenzkranken Patientinnen im Klinikalltag optimieren, vertreten durch Fabian Montigel (Pflegedirektion, Universitätsklinikum Freiburg) und Stefan Walzer (Institut Mensch, Technik und Teilhabe, Hochschule Furtwangen).
Ergänzt wurde das Portfolio durch die VR‑Ausbildungsplattform OPta‑VR für Operationstechnische Assistentinnen (Marius Hugger) und den Digital Health Truck des Bosch Health Campus (gefördert vom Ministerium für Soziales, Gesundheit und Integration Baden‑Württemberg und vom Bosch Digital Innovation Hub konzipiert und betreut). Die Teilnehmer*innen konnten zudem die psychotherapeutische Anamnese‑App „Clare AI“ausprobieren und das Angebot der kostenlosen Lernplattform „KI-Campus“ für Künstliche Intelligenz und KI-Literacy kennen lernen.
Diese eigenen Erfahrungen der Teilnehmenden waren dann der Ausgangpunkt, um in Reflexionsräumen (Konzeption: Daniel Teufel, Sebastian Maier-Höpfl) gemeinsam ins Diskutieren zu kommen:

Welche Entscheidungs- und Verantwortungsstrukturen sind bei der Arbeit mit KI-Werkzeugen schon etabliert? Wo sind Chancen und Grenzen? Und welche (neue) Verantwortung haben wir in Gesundheitsberufen heute und in Zukunft? Und welche Arbeit möchte ich (nicht) an digitale Anwendungen und Künstliche Intelligenz abgeben?
Die Praxis- und Reflexionselemente wurden durch fachliche Impulse von Expert*innen und die Möglichkeit zur Diskussion (Moderation: Dr. Sebastian Friedrich) eingerahmt und eröffnet. Dr. Svenja Wiertz (Institut für Ethik und Geschichte der Medizin, Freiburg) stellte in ihrem Vortrag „KI und Mensch: Eine Verhältnisbestimmung aus ethischer Perspektive“ die Grundlagen von KI und deren ethische Implikationen vor.

Prof. Dr. Daniel Böhringer (Klinik für Augenheilkunde) erläuterte in seinem Beitrag „KI in der Klinik: Praktische Anwendungen am Beispiel der Klinik für Augenheilkunde“ wie KI bereits jetzt konkret im Klinikalltag eingesetzt wird. Mit seinem Vortrag „KI in der Psychotherapie – Stochastischer Papagei oder echte therapeutische Beziehung“ rundete Prof. Dr. Marc Augustin (Evangelische Hochschule Bochum) das Programm ab.

Der Campus- und Praxistag wurde organisiert und veranstaltet von der Kinder- und Jugendklinik der Uniklinik Freiburg, dem Institut für Ethik und Geschichte der Medizin der Universität Freiburg, dem Studiendekanat der Medizinischen Fakultät der Universität Freiburg und dem Institut für Allgemeinmedizin der Uniklinik Freiburg.
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