Siegelement der Uni Freiburg in Form eines Schildes

Rückblick: Erfolgreiches E-Prüfungs-Symposium 2026 an der Universität Freiburg

Infrastrukturelle Hürden, der Wandel der Prüfungskultur und über allem schwebt die KI: In der Woche vor der Pfingstpause trafen sich Expertinnen und Experten aus Forschung und Praxis in Freiburg zum E-Prüfungs-Symposium (EPS), unter dem Motto „Herausforderungen digitaler Prüfungen: KI, Unterschleif, Infrastruktur“. Organisiert von der Abteilung E-Learning des Rechenzentrums mit Unterstützung des HND-BW und e-teaching.org war es mit insgesamt 180 Teilnehmenden das bisher größte Symposium dieser Reihe.

Inspirierender Start

Den Auftakt machte Prof. Dr. Michael Schwarze, Prorektor für Studium und Lehre, der die Gäste mit einer herzlichen Begrüßung willkommen hieß und den Rahmen für die zwei intensiven Tage anmoderierte. Im historischen Ambiente des Peterhofkellers spannte er den Bogen zwischen der langen Geschichte und Tradition einer alten Universität wie Freiburg und den modernen Herausforderungen digitaler Prüfungen und Lehre.

Als inhaltlichen Startschuss setzte Prof. Dr. Henner Gimpel mit seiner Keynote zum Thema „Zukunftssichere Abschlussarbeiten in Zeiten immer weitreichenderer KI-Tools“ einen starken Akzent. Gimpel analysierte präzise, wie generative KI unser Verständnis von Leistung und Bewertung verändert. Die Kernfrage war dabei nicht mehr nur, wie wir Täuschungen verhindern können, sondern wie wir Prüfungsformate so gestalten, dass sie in einer KI-geprägten Welt weiterhin valide und kompetenzorientiert bleiben.

Prof. Dr. Henner Gimpel
Keynote Prof. Dr. Henner Gimpel

Von den Anfängen bis heute: Ein persönlicher Rückblick

Den Abschluss des ersten Tages bildete mit der „Geschichte der digitalen Prüfungen an der Universität Freiburg“ ein sehr persönlicher Rückblick von Sven Slotosch auf 14 Jahre digitale Prüfungen in Freiburg. Gespickt mit Anekdoten aus der Zeit vom ersten IDA-Projekt bis zum heutigen Transport von Laptops mit dem Fahrradanhänger durch die Freiburger Innenstadt berichtete Sven Slotosch, welchen Weg die Uni Freiburg vom ersten digitalen Experiment bis hin zu komplexen, campusweiten Infrastrukturen zurückgelegt hat.

Die Vielfalt der Formate: Von Lightning Talks bis zu Deep-Dive-Workshops

Gespräche im Peterhof
Gespräche im Peterhof

Ein wesentliches Merkmal des ePS 2026 war die Heterogenität der Beiträge. Das Programm war so gestaltet, dass sowohl schnelle Impulse als auch tiefgehende Beiträge Platz fanden. In über 40 Vorträgen, Lightning Talks und Workshops mit Referent*innen aus dem gesamten deutschsprachigen Raum konnten sich die Teilnehmenden informieren, vernetzen, aber auch lebhaft und durchaus kontrovers diskutieren. Bei herrlichem Freiburger Wetter wurden diese Diskussionen in den Pausen u. a. im Innenhof des Peterhofes weitergeführt.

Lightning Talks und Vorträge: Innovation in konzentrierter Form und informative Klassiker

Die Lightning Talks waren ein Highlight für diejenigen, die eine schnelle Übersicht über den „State of the Art“ gewinnen wollten. In nur zehn Minuten präsentierten Referierende innovative Ansätze aus ihren Tätigkeitsbereichen. Etwas umfangreicher und durchaus auch mal technischer wurde es bei den klassischen Vorträgen.


Besonders im Fokus standen an den beiden Tagen:

  • Assessment Analytics: Wie können wir Daten aus digitalen Prüfungen nutzen, um Lernlücken systematisch zu identifizieren?
  • BYOD (Bring Your Own Device): Die Diskussion über die Vor- und Nachteile, wenn Studierende eigene Geräte nutzen, und wie die technische Sicherheit dabei gewährleistet wird.
  • Rechtliche Rahmenbedingungen: Kurze, prägnante Einblicke in die aktuelle Rechtsprechung zu digitalen Prüfungsformaten und Datenschutz.
Austausch mit den Referent*innen nach Lightning Talks

Workshops: Die Werkstatt der Lehre

Foto des Orgateams
Orgateam E-Prüfungssymposium 2026

Während die Vorträge inspirierten, wurden in den 90-minütigen Workshops die konkreten Werkzeuge geschmiedet. Die hohe Beteiligung an diesen Formaten zeigte den dringenden Bedarf der Lehrenden nach praktischer Anwendbarkeit.

Den Abschluss des Symposiums bildete das Zukunftsthema „Digital Twin“. Eindrucksvoll stellten Matthias Baume, sein digitaler Zwilling und Karima Zauner von der TU München das Konzept mündlicher Prüfungen vor, bei denen die Studierenden mit KI-Abbildern ihrer Professor*innen interagieren können.

Nach zwei intensiven Tagen voller spannender Themen, intensiver Gespräche und wichtiger Impulse endete das EPS2026 mit der Übergabe des „Staffelstabes“ in Form eines Glases Freiburger Stadthonigs an die RWTH Aachen, wo das nächste E-Prüfungs-Symposium am 03. und 04. Juni 2027 stattfinden wird.