Siegelement der Uni Freiburg in Form eines Schildes

Sattelmühle-Förderpreise für Freiburger Forscherin und Master-Absolvent

Freiburg, 13.10.2025

Wie große Bäume das Klima schützen und Jahrringe Waldgeschichte erzählen: Für ihre innovativen Arbeiten in den Forstwissenschaften wurden Dr. Zoe Schindler und Maximilian Wawrzinek von der Sattelmühle-Stiftung ausgezeichnet.

Für ihre herausragenden wissenschaftlichen Leistungen in den Forstwissenschaften sind eine Forscherin und ein ehemaliger Student der Universität Freiburg mit Förderpreisen der Sattelmühle-Stiftung ausgezeichnet worden. Dr. Zoe Schindler erhielt den mit 12.000 Euro dotierten Preis für die beste Dissertation, Maximilian Wawrzinek den mit 6.000 Euro dotierten Preis für die beste Masterarbeit. Die feierliche Preisverleihung fand am 10. Oktober 2025 auf dem Forstgut Sattelmühle im Pfälzerwald statt.

Größere Bäume haben einen größeren ökologischen Nutzen für die Agroforstwirtschaft

Zoe Schindler, wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Professur für Waldwachstum und Dendroökologie der Universität Freiburg, untersuchte in ihrer prämierten Dissertation „Trees with benefits: Selected ecosystem services provided by trees in agroforestry systems“ mithilfe moderner Fernerkundungsmethoden, welche Ökosystemleistungen Bäume in Agroforstsystemen – also Kombinationen aus Forst- und Landwirtschaft – erbringen. Dafür setzte sie terrestrisches Laserscanning ein, eine Methode, bei der Bäume mit Millionen von Laserpulsen vermessen werden. Dieses Verfahren war bislang kaum für die Analyse von Agroforstsystemen genutzt worden.

Schindler zeigte, dass große Bäume im Vergleich zu kleineren eine überproportional große Menge ökologischer Funktionen erfüllen und damit wesentlich zur Biodiversität und zum Klimaschutz beitragen. Erstmals wies sie nach, dass die Anzahl der Blüten pro Baum – und damit auch die Menge an Pollen und Nektar als Nahrung für bestäubende Insekten – exponentiell mit der Stammdicke zunimmt. Ein einzelner großer Baum kann somit erheblich mehr zur Ernährung von Insekten beitragen als viele kleine Bäume. Diese Erkenntnis hat praktische Bedeutung: „Um die Ökosystemleistungen von Bäumen in Agroforstsystemen zu maximieren, sollten Bäume so gepflegt werden, dass sie ein hohes Alter und eine stattliche Größe erreichen können“, betont Schindler.

Eine junge Frau steht für eine Präsentation vor einer Leinwand.

Dr. Zoe Schindler, wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Professur für Waldwachstum und Dendroökologie der Universität Freiburg. Foto: Markus Husner

Waldgeschichte mit naturwissenschaftlichen Methoden schreiben

Die ausgezeichnete Masterarbeit von Maximilian Wawrzinek trägt den Titel „Regionalchronologien für das Murgtal – Proxydaten aus Fichten- und Tannenjahrringen als alternative Quellen für interdisziplinäre Forstgeschichte“. Darin beleuchtet Wawrzinek die Geschichte des Waldes im Murgtal mithilfe naturwissenschaftlicher Methoden auf neue Weise. Anstatt sich – wie die bisherige Forschung – vor allem auf historische Schriftquellen zu stützen, analysierte er rund 600 Holzproben von Fichten und Tannen und rekonstruierte daraus fast 700 Jahre Klima- und Nutzungsgeschichte.

Die Jahrringdaten liefern nicht nur Hinweise auf den einst florierenden Floßhandel der Murgschiffer, sondern zeigen auch enge Zusammenhänge zwischen den Krisen des 17. Jahrhunderts, der regionalen Bautätigkeit und dem Ressourcenmanagement. Mit seiner Arbeit verdeutlicht Wawrzinek, wie interdisziplinäre Ansätze die Forstgeschichte vertiefen und zugleich wertvolle Impulse für aktuelle Fragen der Waldforschung geben können.

Maximilian Wawrzinek bei der Verleihung des Sattelmühle-Förderpreises für die beste Masterarbeit. Foto: Markus Husner

Über die Sattelmühle-Förderpreise

Die von der Sattelmühle-Stiftung verliehenen Förderpreise zeichnen qualitativ hervorragende und besonders innovative Abschlussarbeiten in den Forstwissenschaften aus. Insgesamt werden jährlich Preise im Wert von 22.000 Euro vergeben – für Bachelor-, Master- und Promotionsarbeiten. Prof. Eduard Hilger, Vorstand der Sattelmühle-Stiftung, betonte anlässlich der Preisverleihung: „Mit Blick auf Klimawandel und Biodiversitätsverlust haben die Forstwissenschaften die Aufgabe, Lösungen für unseren Wald für die nächsten Generationen zu finden. Mit ihren Förderpreisen möchte die Sattelmühle-Stiftung dazu beitragen und einen nachhaltigen Ansporn für herausragendes wissenschaftliches Arbeiten für Studierende der Forst- und Umweltwissenschaften setzen.“

Die Sattelmühle-Stiftung wurde 2012 in Rheinland-Pfalz gegründet. Sie engagiert sich für Wissenschaft, Forschung und Bildung in den Bereichen Umwelt-, Natur- und Klimaschutz, Landschaftspflege sowie Forst- und Umweltwissenschaften. Neben den Förderpreisen unterstützt sie die Lehre sowie Studierende an der Universität Freiburg auf vielfältige Weise, etwa durch Praxiskurse im eigenen Forstbetrieb und durch die Vergabe von Deutschlandstipendien.

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