Siegelement der Uni Freiburg in Form eines Kleeblatts

Chinas neue Erinnerungspolitik – Diplomat:innen im Gespräch

Mittwoch, 17. Juni 2026, 18:30 Uhr

Alte Universität, Max-Kade-Auditorium II, Bertoldstraße 17

Veranstalter: Institut für Sinologie der Universität Freiburg

Kooperationspartner: Konfuzius-Institut an der Universität Freiburg; China Forum Freiburg e.V.

Wir alle sind Arbeiter auf den Feldern unserer Erinnerungen. Erinnern ist aber kein passiver Zustand, sondern ist „Arbeit an der Zukunft“ (Aleida Assmann). Damit kann es zum Instrument der Deutungshoheit im öffentlichen Bereich werden, mehr noch der nationalen Identität – und immer der Macht. Die sich daraus entwickelnden gesellschaftlichen Prozesse finden in China vor dem Hintergrund einer langen Geschichte und eines traditionsorientierten Geschichtsbewusstseins statt, angetrieben vom Bedürfnis der KPCh, ihre Herrschaft glaubwürdig und gefürchtet zu unterfüttern. So tritt das Land uns auf der internationalen Bühne entgegen: Eine Herausforderung für unser Verständnisvermögen und für unser Verständnis von uns selbst – umworben und gefordert.

Volker Stanzel leuchtet in seinem Buch „Newspeak and Newthink. China’s ‘Rejuvenation’ of Its Memory” (World Scientific, 2026) die historischen Wurzeln, Inhalte und Zielsetzungen von Chinas neuer Erinnerungspolitik aus. Die beiden China-Expert:innen und Diplomat:innen diskutieren die Eigenschaften dieser Erinnerungspolitik und ihre Konsequenzen für die deutsche und europäische Chinapolitik.

Dr. Volker Stanzel ist Wissenschaftler bei der Stiftung Wissenschaft und Politik. Er war u.a. Botschafter der Bundesrepublik Deutschland in der Volksrepublik China und in Japan.

Dr. Christine D. Althauser ist in der Internationalen Diplomatenausbildung in Berlin tätig. Sie war u.a. Botschafterin der Bundesrepublik Deutschland in Nordmazedonien und deutsche Generalkonsulin in Shanghai.