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Licht im Dickicht des Gehirns: Lernvorgänge sichtbar machen

Einzutauchen in das Gehirn, zum Beispiel indem man durch ein Mikroskop blickt, gleicht dem Eintritt in einen Dschungel. Ein Dschungel aus Nervenzellen und Gliazellen, die sich mit ihren ausladenden, eng verschlungenen Fortsätzen zu einem hochkomplexen Netzwerk verknüpfen. Die Aktivitätsmuster in diesem Geflecht bilden die Grundlage all unseres Empfindens, Erlebens, und Handelns und doch verstehen wir bisher sehr wenig von diesen Mustern, die beständig in jedem unserer Gehirne ablaufen. Ebenso ist unser Wissen darüber begrenzt, wie sich die jeweils relevanten Aktivitätsmuster verändern und anpassen, um das Erlernen neuer Fähigkeiten und die Anpassung an veränderte äußere Einflüsse zu ermöglichen.

Neue Methoden der Hirnforschung bringen wortwörtlich Licht in diesen Dschungel, indem sie optische Verfahren ausnutzen um die Aktivitätsmuster der Hirnnetzwerke sichtbar zu machen. Mittlerweile sind verschiedene Verfahren verfügbar, die nicht nur eine Beobachtung der zellulären Vorgänge erlaubt, während das Gehirn arbeitet, sondern welche zudem Signalflüsse im Gehirn durch Lichtreize gezielt beeinflussen und steuern können. Da viele dieser Verfahren auf der Anwendung von fluoreszierenden Proteinen beruhen, die langfristig und beständig in Zellen eingebaut werden können, ergibt sich auch die Möglichkeit dem Gehirn beim Lernen zuzuschauen. Sprich, die Veränderungen der Aktivitätsmuster beim Erlernen einer neuen Verhaltensaufgabe können live über Tage und Wochen mitverfolgt werden.

In meinem Vortrag möchte ich Beispiele für solche Experimente geben, die diese neuen Möglichkeiten zum Erforschen des Lernens nutzen. Die gewonnenen Daten versprechen neue grundlegende Einblicke in die biologischen Mechanismen, die sinnvolle Verhaltensanpassungen ermöglichen. So hoffen wir, mit Hilfe von Licht im Dickicht des Gehirns dem Geheimnis des Lernens ein Stück näher zu kommen.


Über den Vortragenden


Prof. Dr. Fritjof Helmchen

Das Bernstein Center Freiburg und die Fakultät für Biologie laden im Wintersemester 2021/2022 wieder zur Ringvorlesung "Wege zur Erforschung des Gehirns" zu vielen spannenden Fragen, kreativen Ansätzen und praxisbezogenen Methoden rund um das Thema Neurowissenschaften ein.

Leider sind wir aufgrund der rasant steigenden Corona-Infektionszahlen gezwungen, die Ringvorlesung ab dem 29.11.2021 nur noch virtuell in Zoom anzubieten.

Die Zugangskoordinaten erhalten Sie zusammen mit der e-Mail-Einladung. Falls Sie diese Einladungen noch nicht erhalten sollten, kontaktieren Sie bitte Fiona Siegfried, 

 Die Ringvorlesung richtet sich an ein breites Publikum mit einem allgemeinen Interesse an aktueller Hirnforschung. Nach einem etwa 40-minütigen Vortrag gibt es auch in der Zoom-Veranstaltung Gelegenheit zur Diskussion. Bitte beachten Sie, dass die Vorträge nicht aufgezeichnet werden dürfen. 

Die Teilnahme ist frei.  


Interne Verantwortlichkeit:
Bernstein Center Freiburg (BCF)

Kontakt:
Fiona Siegfried
fiona.siegfried@bcf.uni-freiburg.de