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Ungleichheit und Umweltgerechtigkeit

Tandemvortrag mit Prof. Dr. Manuela Boatcă zum Thema „Koloniale Ursachen heutiger Umweltkrisen am Beispiel der Karibik" und Prof. Dr. Hartmut Fünfgeld zum Thema „Umweltgerechtigkeit: Soziale Bewegung und transdisziplinäre Forschungsperspektive"

Prof. Dr. Manuela Boatcă: Koloniale Ursachen heutiger Umweltkrisen am Beispiel der Karibik


Die jahrhundertelange Plantagenökonomie in der Karibik hat bis heute nicht nur sozio-ökonomische, sondern auch zunehmende ökologische Folgen. Durch Rodungen und Entwaldung wurde die Bodenfestigkeit angegriffen und so die Vulnerabilität gegenüber Hurrikanen erhöht. Umwelthistoriker*innen haben unlängst dargelegt, dass Zuckerrohrplantagen, für die karibische Inseln ab dem 17. Jahrhundert fast vollständig abgeholzt wurden, auch für einen starken Anstieg von Erdrutschen verantwortlich sind. Im Vortrag werden heutige Strategien des Umgangs mit diesen Folgen in unabhängigen wie noch kolonisierten Gebieten der Karibik erörtert und der Zusammenhang mit den Möglichkeiten transnationaler Mobilität diskutiert. 



Prof. Dr. Hartmut Fünfgeld: Umweltgerechtigkeit: Soziale Bewegung und transdisziplinäre Forschungsperspektive


Im Kampf gegen den anthropogenen Klimawandel, den Raubbau an der Natur und die Marginalisierung lokaler und indigener Lebensweisen sind Fragen der Umweltgerechtigkeit in den letzten Jahren auch hierzulande stärker in den Fokus des öffentlichen Interesses gerückt. Sozialen Bewegungen, Nichtregierungsorganisationen und zusehends auch Wissenschaftler*innen dient Umweltgerechtigkeit als transdisziplinärer Handlungs- und Forschungsrahmen, der Ungerechtigkeiten an der Schnittstelle von Gesellschaft-Umwelt-Problemen anmahnt und differenzierte Perspektiven auf die Ausbeutung natürlicher Ressourcen und soziale Benachteiligung eröffnet. Der Vortrag führt aus der Perspektive humangeographischer Forschung in die Ursprünge, Potenziale und Herausforderungen von Umweltgerechtigkeitsansätzen ein.

Zur Veranstaltungsreihe "Alles im Blick? Interdisziplinäre Vortragsreihe Nachhaltigkeit"

Von grüner Chemie über nachhaltige Technik hin zu sozialer Gerechtigkeit und Naturphilosophie. Die interdisziplinäre Vortragsreihe führt Nachhaltigkeit zum Wintersemester 2021/22 als Querschnittsthema aller Fachbereiche ein.

Hintergrund der Vortragsreihe:

Klimawandel, Ungleichheiten oder Ressourcenverschwendung: Keine Nachhaltigkeitsherausforderung kann von einer Disziplin alleine gelöst werden. Eine Vielfalt an Perspektiven und interdisziplinäre Ansätze sind notwendig, um die Nachhaltigkeitsherausforderungen umfassend und effektiv anzugehen.

Das Team hinter der Vortragsreihe versteht Nachhaltigkeit als einen kontinuierlichen Prozess hin zu einer ökologisch tragfähigen und sozial gerechteren Gesellschaft, in der den Bedürfnissen heute lebender und zukünftiger Generationen Rechnung getragen wird. Mit diesem Verständnis geht es im Laufe der Vortragsreihe darum, natur-, sozial- und geisteswissenschaftliche sowie technische Ansätze zur Nachhaltigkeit kennenzulernen, Synergien, Konflikte und offene Fragen zu entdecken und durch den Austausch gemeinsam von und mit den Referent*innen und teilnehmenden Studierenden zu lernen.

Regelmäßiger Termin:

Die Vortragsreihe findet vom 20.10.2021 bis 09.02.2022, Mittwochs, 18.00 – 19.30 Uhr im Live-Stream, übertragen aus der Universitätsbibliothek, statt.


Webseite:
https://www.zfs.uni-freiburg.de/de/zertifikat-nachhaltigkeit/oeffentliche-vortragsreihe

Interne Verantwortlichkeit:
Freiburger Akademie für Universitäre Weiterbildung (FRAUW), Zentrum für Schlüsselqualifikationen (ZfS)

Kontakt:
Victoria Klotz
zertifikat-nachhaltigkeit@zfs.uni-freiburg.de