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Gestohlene Kindheit – Überleben im Ghetto und Konzentrationslager

Das Colloquium politicum veranstaltet in Zusammenarbeit mit dem Maximilian-Kolbe-Werk und der Landeszentrale für politische Bildung, Außenstelle Freiburg, im Sommersemester erneut einen Abend in der Reihe „Zeitzeugen der NS-Zeit im Gespräch“:

Josef Salomonovic war 3 Jahre alt, als er mit seinen Eltern und seinem Bruder ins Ghetto Litzmannstadt deportiert wurde. Die Eltern erzählten Pepek, wie er zu Hause genannt wurde, sie würden zu einem Ausflug nach Polen fahren. Schlagartig wurde er der unbeschwerten Kindertage beraubt und es folgten lange Jahre voller Entbehrungen und Todesangst.

Josef Salomonovic wurde am 1. Juli 1938 in Ostrava (ehem. Tschechoslowakei) in einer jüdischen Familie geboren. Sein Vater Erich arbeitete als Maschinenbau-Ingenieur, die Mutter Dora war Hausfrau.

Im Oktober 1939 wurde der Vater in ein Lager nach Nisko am San im besetzten Polen deportiert, konnte aber Mitte 1940 zu seiner Familie zurückkehren. Anfang November 1941 wurden die Salomonovics aus Prag ins Ghetto Litzmannstadt deportiert. Im Zuge der Räumung des Ghettos wurden sie im Juni 1944 ins KZ Auschwitz-Birkenau und kurz darauf ins KZ Stutthof bei Danzig gebracht. Josefs Vater wurde dort mit einer Giftspritze getötet. Im November 1944 kam die Mutter mit den Söhnen nach Dresden in ein Außenlager des KZ Flossenbürg. Sie musste in einer Munitionsfabrik arbeiten, weil nur wer arbeitete, am Leben bleiben durfte. Josef war zu klein, um zu arbeiten und wurde deshalb von der Mutter versteckt. Der Junge wurde entdeckt und sollte am 13. Februar 1945 erschossen werden. Dazu kam es zum Glück jedoch nicht, weil in der Nacht Dresden bombardiert wurde. Die Salomonovics wurden auf einen „Todesmarsch“ geschickt. Es gelang ihnen, sich in einer Scheune zu verstecken und kurz darauf wurden sie von den Amerikanern befreit.

Nach dem Krieg besuchte Josef die Schule, machte sein Abitur, studierte an der Technischen Hochschule und wurde Ingenieur. Josef Salomonovic ist verheiratet, hat zwei Kinder, eine Enkelin und lebt heute in Wien. 


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