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Wissenschaftsfreiheit und deutsch-jüdische Wissenschaftler*innen im türkischen Exil, 1933-1950: Bertha Ottenstein

Der Aufstieg autoritärer und konservativer Regime führte historisch zu einer Tendenz, die Wissenschaftsfreiheit zu untergraben, einzuschränken oder zu unterdrücken. Dies hatte zur Folge, dass viele Wissenschaftler*innen Zuflucht und Arbeit im Exil suchten. Diese Tendenz ist in jüngster Zeit in verschiedenen Teilen der Welt, auch in Europa, wiederaufgetaucht.

Einleitung: Dr. Ercüment Çelik, FRIAS & Institut für Soziologie

Vortrag: Louise Sophia Link, Institut für Soziologie & Gender Studies


Der Aufstieg autoritärer und konservativer Regime führte historisch zu einer Tendenz, die Wissenschaftsfreiheit zu untergraben, einzuschränken oder zu unterdrücken. Dies hatte zur Folge, dass viele Wissenschaftler*innen Zuflucht und Arbeit im Exil suchten. Diese Tendenz ist in jüngster Zeit in verschiedenen Teilen der Welt, auch in Europa, wiederaufgetaucht.



Mit Hilfe der "Notgemeinschaft deutscher Wissenschaftler im Ausland" gegründet von Philipp Schwartz im 1933 fanden zwischen 1933 und 1945 mehr als 300 jüdische und Anti-Nazi deutsche Wissenschaftler*innen mit ihren Familien Zuflucht in der Türkei. Die geflohenen deutschen Wissenschaftler*innen trugen wesentlich zur Entwicklung der modernen Türkei bei, nicht nur in der Hochschulreform, sondern auch in der öffentlichen Verwaltung, im Recht, in der Architektur und in der Kunst.



Diese Veranstaltung thematisiert Wissenschaftsfreiheit, Antisemitismus und Geschlechterungleichheit auf eine originelle Weise, indem drei Biographien deutsch-jüdischer Wissenschaftler*innen, die an der Universität Freiburg gearbeitet haben, vorgestellt werden. Diese Veranstaltung zielt auch darauf ab, die Bewusstseinsbildung gegen Antisemitismus und Geschlechterungleichheit zu schärfen, indem sie sich auf die Biografien der Personen am realen Ort der gelebten Geschichte konzentriert, die auch von den realen Teilnehmerinnen der Institution erforscht wird. In dieser Hinsicht ist es bei dieser Veranstaltung äuserst wichtig, dass die Biographien der vertriebene jüdischen Wissenschaftler*innen der Universität Freiburg von aktuellen Studentinnen der Universität Freiburg verfasst und der breiten Gemeinschaft der Universität Freiburg vorgestellt und mit ihr geteilt wird. Es wird erwartet, dass diese Veranstaltung einen bedeutenden Beitrag zur Geschichte und die derzeitige neue Universitätskultur der Universität Freiburg leisten wird.



Die Biografien setzen sich aus den folgenden Erkenntnissen zusammen: Geburt, Schule, Studium, persönliche Aktivitäten und Erfahrungen in Deutschland in der Zeit vor der Ausreise in die Türkei, Anekdoten über die beruflichen Tätigkeiten und Erfahrungen im türkischen Exil, Anekdoten über die persönliche, familiäre und alltägliche Erfahrungen in der Türkei, persönliche Haltungen gegenüber das damalige Deutschland und gegenüber das damalige Türkei. Die Vorträge schließen mit einer Lektion darüber, was sich aus diesen Biografien herausholen lässt, um unsere heutige Gesellschaft besser zu verstehen.


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