Springe zu

Held*innen unter uns? Zur Aktualität von Held*innen in Wirtschaft und Arbeit

Öffentliche Workshop des Sonderforschungsbereichs 948 "Helden - Heroisierungen - Heroismen" in Kooperation mit der Canopus Foundation. Die große Präsenz des Heroischen im öffentlichen Diskurs zeigt, welchen Stellenwert Erzählungen von Held*innen immer noch haben. Mit Blick auf die enge Verwobenheit von Narrativen des Heroischen, gesellschaftlichem Zusammenhalt und Ökonomie stellt der Workshop folgende Fragen: Sind wir im Stande, auf Held*innen zu verzichten, um gerechtere Formen des Zusammenlebens zu entwickeln? Lässt sich eine Gesellschaft ohne Helden denken und erzählen? Und wäre dies zu wünschen?

Donnerstag, 6. Oktober
Öffentlicher Abendvortrag, Hörsaal 1015, KG I
18:15 – 20:00
Silja Graupe (Cusanus Hochschule für Gesellschaftsgestaltung Koblenz): Held*innen? Reisende zur Wirtschaft von morgen

Freitag, 7. Oktober
Alter Senatssaal (R 01014), Wilhelmstraße 26

9:30 | Einführung

10:00 | Held*innen in Wirtschaft und Arbeit
Moderation: Peter W. Heller (Canopus Foundation)

Arbeitsheldentum in Deutschland, der Sowjetunion und China: welche Bilder entstehen, überdauern oder verschwinden? Sind sie geprägt vom heroischen Individuum oder vom heroischen Kollektiv? Haben sie noch heute eine Wirkungsmacht in ihren Gesellschaften? Ein Gespräch über den historischen und interkulturellen Kontext der Erzählungen von Arbeitsheld*innen in West und Ost.

Patrick Eiden-Offe (Leibniz-Zentrum für Literatur und Kulturforschung Berlin): Held*innen der Arbeit: Heroisierung und Unsichtbarkeit der Lohnarbeit vom Vormärz bis heute
Dietmar Neutatz (Albert-Ludwigs-Universität Freiburg): Sowjetisches Arbeitsheldentum als Mobilisierungsstrategie und Integrationsangebot
Nicola Spakowski (Albert-Ludwigs-Universität Freiburg): Arbeiterhelden und Arbeiterheldinnen in China: Leitbilder einer Gesellschaft der Produktion (1940er bis 1970er Jahre)

13:15 | Das Heroische und das Ökonomische
Moderation: Sebastian Meurer (Albert-Ludwigs-Universität Freiburg)

Auf den ersten Blick passen Heldentum und kapitalistischer Wettbewerb nicht zueinander: Ökonomisches Handeln folgt Nutzenkalkülen, Heldengeschichten erzählen von Mut und Opferbereitschaft. Gleichwohl wuchern auch im Feld des Ökonomischen heroische Semantiken, und der Kapitalismus produziert seine eigenen Held*innen – und Gegenheld*innen. 

Walter Ötsch (Cusanus Hochschule für Gesellschaftsgestaltung Koblenz): Dezentrales Marktkonzept und personalisiertes Heldenkonzept: Von den zwei Seiten derselben Medaille
Andreas Langenohl (Justus-Liebig-Universität Gießen): Helden-Spiele? Decentralized Finance zwischen heroischer Semantik und Spieltheorie
Ulrich Bröckling (Albert-Ludwigs-Universität Freiburg): Ökonomisches Kalkül – heroisches Opfer: Zur negativen Dialektik von Kapitalismus und Krieg

15:45 | Held*innen des Aktivismus, Held*innen der Sorge
Moderation: Kathrin Leipold (Universität Konstanz)

Durch die Krise der sozialen Reproduktion rücken Held*innen in den Fokus: Systemrelevante „Held*innen“, die während der Coronakrise gesellschaftlich unverzichtbare Arbeit leisten oder die jungen „Held*innen“ der Klimaproteste, die sich stets für ihre Version einer vorsorgenden Wirtschaftsweise einsetzen sind zwei prominente Beispiele. Das Panel perspektiviert Ästhetik, Zeit und (Post)Heroisierungen mit Blick auf „Held*innen“ im Feld von Sorge und Aktivismus.

Dorna Safaian (Albert-Ludwigs-Universität Freiburg): Greta Thunberg und die Ästhetik heroischer Vulnerabilität
Berit Ehmke (Economiefeministe – Plattform für feministische Ökonomie): „Time is on my side?“ Sorge- und Versorgungswirtschaft und die Auseinandersetzungen um Zeit
Katharina Hoppe (Goethe-Universität Frankfurt am Main): „There is no planet B.“ Artikulationen des Postheroischen in aktuellen Klimaprotesten

17:45 | Ende


Webseite:
https://www.sfb948.uni-freiburg.de/HeldInnen-unter-uns

Interne Verantwortlichkeit:
SFB 948 Helden, Heroisierungen, Heroismen

Veranstaltende Institution(en):
SFB 948 "Helden - Heroisierungen - Heroismen" / Canopus Foundation

Kontakt:
Sebastian Meurer
0761 203 67602
sebastian.meurer@sfb948.uni-freiburg.de