Geschichte der Universität Freiburg
Tradition und Zukunft
Die Universität Freiburg wirkt seit über 550 Jahren mit Lehre und Forschung in die Gesellschaft. Bürger*innen und Mitglieder der Freiburger Universität haben sich immer wieder gemeinsam für gesellschaftliche Veränderungen und Erneuerungen eingesetzt, auch für Offenheit und Demokratie. Zur wechselvollen Geschichte der Universität gehört neben bemerkenswerten Leistungen, darunter als erste deutsche Universität Studentinnen zugelassen zu haben, auch Aufzuarbeitendes, etwa ihr Beitrag zum deutschen und europäischen Kolonialismus und ihre Rolle im Nationalsozialismus.
Die Geschichte der Universität Freiburg begann mit dem Stiftungsbrief Albrechts VI. von Österreich vom 21. September 1457. Freiburg gehörte in dieser Zeit zu Vorderösterreich, das Teil des Habsburger Reiches war.

„Die Weisheit hat sich ein Haus gebaut“
Drei Jahre nach ihrer Gründung nahm die neue Universität den Lehrbetrieb auf. Der Villinger Jurist Matthäus Hummel war als „Regierer, Vorseher und Rector“ bestellt worden; bei der Gründungsfeier im April 1460 im Freiburger Münster zitierte er einen Satz aus den Sprüchen Salomons (Spr. 9,1): „Die Weisheit hat sich ein Haus gebaut.“ Die neue Universität verfügte, wie damals üblich, über eine Artistenfakultät, an der alle Studenten eine Art Grundstudium absolvierten, sowie die „höheren Fakultäten“ der Jurisprudenz, Medizin und Theologie. 215 Studenten waren im ersten Semester eingeschrieben.
Das Siegel der Freiburger Universität stammt von 1463 und verweist auf eine christliche Ikonografie. Damalige Universitätsstiftungen wurden als kirchliche Einrichtungen mit päpstlichem Privileg ins Leben gerufen. Die Aufgabe der neuen Bildungseinrichtung bestand vor allem darin, theologischen Nachwuchs und fähige Fachkräfte für die vorderösterreichische Verwaltung auszubilden.


Prägende Humanisten
An der Freiburger Universität lernten und lehrten bedeutende Humanisten wie Gregor Reisch, Verfasser der 1503 erstmals gedruckten Enzyklopädie „Margarita philosophica“. In zwölf Bänden sollte sie das gesamte Wissen des späten Mittelalters enthalten – von den sieben freien Künste über Prinzipien und Entstehung der Naturdinge, Physiologie und Psychologie bis zu Moralphilosophie.
Der Kartograf Martin Waldseemüller erschuf als Freiburger Student 1507 eine berühmte, weit verbreitete Weltkarte. Darin wird der neu entdeckte Kontinent zum ersten Mal als „America“ bezeichnet – weil Waldseemüller, wie einige seiner Zeitgenoss*innen, irrtümlich dachte, der Seefahrer Amerigo Vespucci hätte das Land entdeckt.
Gelehrte wie der Prediger Johann Geiler von Kaysersberg und der Jurist Ulrich Zasius prägten die Universität; auch der Humanist Erasmus von Rotterdam kam auf der Flucht vor den Basler Reformationswirren für einige Jahre nach Freiburg und stand in engem Kontakt zu mehreren Universitätslehrern.
Gegenreformation, Exil und Spaltung
Im Zuge der Reformation geriet die Universität im frühen 16. Jahrhundert zunehmend unter Druck. Die katholische Regierung Vorderösterreichs nahm Einfluss auf die Lehre, um die Universität zu einer rein konfessionellen, gegenreformatorischen Hochschule zu machen. Auch die ohnehin geringen Studentenzahlen sanken. Auf Initiative von Erzherzog Leopold V. übernahm im Jahr 1620 der katholische Jesuitenorden die humanistischen Studien an der Universität. Er besetzte die Artistenfakultät und die meisten theologischen Lehrstühle.
Während des Dreißigjährigen Krieges (1618–1648) stellte die Universität Freiburg ihren Lehrbetrieb fast völlig ein. Nachdem 1677 französische Truppen in die Stadt eingezogen waren, verlegte Kaiser Leopold I. die Hochschule mehrheitlich nach Konstanz. Teile verblieben allerdings in Freiburg. Erst 1698 wurde die wiedervereinigte Albert-Universität in Freiburg neu eröffnet.


Bildungsreform: Deutsch ersetzt Latein als Unterrichtssprache
Die mittelalterliche Lehr- und Wissenschaftstradition der Freiburger Universität endete Mitte des 18. Jahrhunderts mit einer Bildungsreform unter der österreichischen Kaiserin Maria Theresia und ihrem Nachfolger Joseph. Nur die Landesregierung hatte von da ab das Recht, Professoren zu ernennen. Der Staat nahm die Vermögensverwaltung in die Hand und sorgte dafür, dass an allen Fakultäten neue, praxisrelevante Fächer und Lehrstühle eingerichtet wurden.
Die Zahl der Prüfungen erhöhte sich. Moderne Lehrelemente wie Experimente und die Interpretation unterschiedlicher Forschungsmeinungen wurden Bestandteile des Unterrichts, der nun nicht mehr auf Latein, sondern in deutscher Sprache stattfand. 1773 löste der Papst den Jesuitenorden vorübergehend auf und die Jesuiten verließen die Universität. Diese übernahm deren Gebäude in Freiburg, darunter die heutige „Alte Universität“ in der Bertoldstraße, und baute sie für den Studienbetrieb aus.
Ludwig I. als zweiter Namensgeber und liberale Professoren
Nach dem Zerfall des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation im Gefolge der Napoleonischen Kriege und der Neuordnung Europas seit 1806 gehörte die Stadt Freiburg zum Großherzogtum Baden. In dem kleinen Land gab es bereits in Heidelberg eine Universität, sodass in dieser Zeit der Krisen und der Finanznot des Staates die Freiburger Universität erneut um ihr Überleben kämpfen musste.
Im Jahr 1818 garantierte Großherzog Ludwig I. von Baden ihren Bestand, 1820 bewilligte der Badische Landtag einen jährlichen Zuschuss aus der Staatskasse. Zum Dank nahm die Universität neben Gründer Albert auch Ludwig in ihren Namen auf und heißt seitdem Albert-Ludwigs-Universität.
In der Zeit des Vormärz traten bekannte liberale Freiburger Professoren mit politischen Forderungen hervor: Die Juristen Karl von Rotteck und Karl Theodor Welcker sprachen sich für eine Liberalisierung der badischen Verfassung und gegen eine Pressezensur durch die Obrigkeit aus. Es kam auch zu Ausschreitungen unter anderem von patriotisch und demokratisch gesinnten Studenten vor der Hauptwache am Münsterplatz. 1832 schloss die Karlsruher Regierung deshalb kurzzeitig die Universität, doch eine Abordnung des Gemeinderats Freiburg erreichte ihre Wiedereröffnung.

Rasanter Aufstieg um 1900 und Frauenstudium
Über Jahrhunderte hatte Freiburg zu den kleineren deutschen Universitäten mit kaum mehr als 230 Studenten gehört. Nach der deutschen Reichsgründung 1871 begann ihr rasanter Aufstieg: Die 1872 in Straßburg gegründete Kaiser-Wilhelm-Universität entwickelte sich nicht wie befürchtet zur Konkurrenz. Im Gegenteil, der Südwesten wurde für Studieninteressierte aus ganz Deutschland attraktiv.
Im Jahr 1870 waren nur 200 Studenten in Freiburg eingeschrieben, 1885 waren es schon 1.000 – der Jubiläumsstudent wurde von der ganzen Stadt mit einem Fest gefeiert. Auch die wachsende und seit der Jahrhundertwende immer attraktiver werdende Stadt Freiburg und ihre geografische Lage – inklusive der Möglichkeit, das zeitgenössisch immer populärer werdende Skifahren direkt vor der Tür auszuprobieren – trugen zum Aufstieg bei.
Im Jahr 1900 ließ die Freiburger Universität als erste in Deutschland Frauen zum Studium zu. Die Karlsruherin Johanna Kappes und vier weitere Studentinnen setzten sich gegen Widerstände durch und wurden im Fach Medizin eingeschrieben; ihr vorangegangenes Semester als Gasthörerinnen bekamen sie nachträglich anerkannt. Die wachsenden Studierendenzahlen machten die Universität interessanter für renommierte Gelehrte, was wiederum den guten Ruf der Universität beförderte. 1911 zählte die Universität erstmals über 3.000 Studierende.
Freiburg wird zur Forschungsuniversität
Seit den 1880er Jahren hatte sich Freiburg, wie andere deutsche Universitäten auch, immer mehr zur Forschungsuniversität entwickelt. Das Fächerspektrum differenzierte sich aus, vor allem in den Geistes- und Naturwissenschaften, die zunächst noch in der Philosophischen Fakultät beheimatet waren. 1911 entstand eine eigenständige Naturwissenschaftlich-Mathematische Fakultät.
Gebäude wie die „Alte Universität“ boten längst nicht mehr genug Platz: Die Naturwissenschaften zogen ins neu entstehende „Institutsviertel“ nördlich der Innenstadt; ebenso wurden neue Kliniken eröffnet. Im Zentrum entstand 1902 die Universitätsbibliothek (heute Kollegiengebäude IV). 1911 konnte das neue, im Jugendstil gebaute Hauptgebäude, das heutige Kollegiengebäude I, bezogen werden.


Erster Weltkrieg und Zwischenkriegszeit
Der Erste Weltkrieg (1914–1918) stieß auch bei vielen Universitätsmitgliedern zunächst auf patriotische Begeisterung. Nach den vier Jahren waren 556 Universitätsangehörige gefallen und auch einige Gebäude der Universität durch Luftangriffe beschädigt worden. Das Ende der Monarchie 1918 und der Übergang zur neuen, demokratischen Republik wurde von den meisten Professoren, die dem Kaiserreich nachtrauerten, kritisch gesehen.
In der Nachkriegszeit herrschte große Not und die galoppierende Inflation traf die Bevölkerung hart. Um der materiellen Not der Studierenden entgegenzuwirken, entstand 1921 die „Freiburger Studentenhilfe e.V.“, ein Vorläufer des heutigen Studierendenwerks. Sie sorgte unter anderem für preiswerte Mahlzeiten in der von Ordensschwestern geleiteten, neu eingerichteten Mensa im Keller des Kollegiengebäudes.
Martin Heidegger als Rektor
Im Frühjahr 1933 wurde der damals bereits international bekannte Philosoph Martin Heidegger Rektor der Universität Freiburg. Im selben Jahr trat er in die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei (NSDAP) ein. In seiner programmatischen Antrittsrede vom 27. Mai 1933 formulierte Heidegger den Willen, die Universität zu einem Teil der nationalsozialistischen „Bewegung“ zu formen. Er scheiterte aus verschiedenen Gründen in seinem Amt und trat 1934 als Rektor zurück.
In welchem Zusammenhang Heideggers philosophisches Denken mit seiner politisch-gesellschaftlichen Haltung steht und ob auch seine Philosophie totalitäre Züge trägt, ist bis heute in der wissenschaftlichen Beschäftigung mit seinem Werk Gegenstand von Kontroversen. Nach dem Zweiten Weltkrieg entzog die französische Besatzungsbehörde Heidegger 1947 die Lehrbefugnis.

Die Freiburger Universität im Nationalsozialismus
Der Großteil der Professoren und der Studierendenschaft begrüßte die Machtübernahme der Nationalsozialisten und trug in einer Mischung aus Kollaboration und teilweiser Distanzierung insgesamt zur Aufrechterhaltung des Regimes bei. Mit dem „Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums“ von April 1933 wurde die Entlassung jüdischer und weiterer rassistisch verfolgter sowie politisch anders denkender Hochschullehrer*innen angeordnet und ohne nennenswerten Protest durchgeführt.
Bis zum Jahr 1937 wurden 55 jüdische Dozierende entlassen. Jüdische Studierende erfuhren außerhalb und innerhalb der Universität stetig stärkeren Druck und es gab Aufnahmesperren. Nach den Novemberpogromen 1938 mussten sie die Universität verlassen.
Inhaltlich förderte das NS-Regime unter anderem die „Rassenkunde“, die zum Pflichtfach wurde, während „undeutsche“ Schriften aus den Bibliotheken entfernt wurden. Viele Freiburger Universitätsinstitute waren vor allem ab 1941 mit sogenannten kriegswichtigen Forschungen beschäftigt.
Nationalsozialismus, Mitläufer und Oppositionelle im „Freiburger Kreis“
Unter den Freiburger Hochschullehrern fanden sich neben überzeugten Nationalsozialisten, Technokraten und der Masse der Mitläufer auch einige Oppositionelle – vor allem im christlich-konservativ geprägten „Freiburger Kreis“ um den Historiker Gerhard Ritter sowie die drei Wirtschaftswissenschaftler Constantin von Dietze, Adolf Lampe und Walter Eucken. Es war der einzige professorale Widerstandskreis an einer deutschen Hochschule. Der Freiburger Kreis traf sich ab Ende 1938 regelmäßig und entwarf 1942 Pläne zur politisch-sozialen Grundstruktur eines Deutschlands nach Hitler.

Die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg
Beim Bombenangriff auf Freiburg am 27. November 1944 wurden etwa 80 Prozent der Universitätsgebäude zerstört. Unter den 2.800 Todesopfern befanden sich auch viele Universitätsangehörige.
Nach der Kapitulation Deutschlands und dem Ende des Krieges nahm die Universität ab Herbst 1945 schrittweise ihren Betrieb wieder auf. In den ersten Nachkriegsjahren mussten sich die Studierenden zu einem Arbeitsdienst für den Wiederaufbau verpflichten.
Bis Ende 1946 wurden im Zuge der Entnazifizierung rund 30 Lehrpersonen an der Universität Freiburg entlassen, meist exponierte Anhänger des Nationalsozialismus. Nach der Verabschiedung des „131-Gesetzes“ durch den Bundestag, das die Rechtsverhältnisse von nach Kriegsende ausgeschiedenen Beamten regelte, musste der Großteil der entlassenen Professoren allerdings ab 1951 wieder eingestellt werden.
Eine Freiburger Besonderheit, von vielen anderen deutschen Universitäten übernommen, war 1949 die Einrichtung des „Studium generale“, das mit einem fächerübergreifenden Studienangebot Bildung und staatsbürgerliches Bewusstsein vermitteln wollte. Darin und in weiteren Reformbemühungen der Nachkriegszeit etwa zur Hochschulplanung und Studierendenförderung zeigten sich Ansätze einer sozialen und internationalen (Wieder-)Öffnung der Universität.
Die „mild-wilde“ Freiburger Studierendenbewegung
Anfang 1952 demonstrierten Freiburger Studierende gegen einen Auftritt des Regisseurs Veit Harlan, der NS-Propagandafilme gedreht hatte; sie bekamen Unterstützung von Professor*innen, Politiker*innen und Gewerkschafter*innen. Freiburg entwickelte sich in den 1950er und 1960er Jahren zur Hochburg der Studierendenbewegung vor der 68er-Bewegung: Studierende forderten hochschulpolitische Reformen, kritisierten gesellschaftliche Demokratiedefizite und die fehlende Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus, protestierten aber auch gegen gestiegene Mensapreise.
Bessere Bildungschancen für Kinder aus Bauern- und Arbeiterfamilien wollten Freiburger Studierende 1965 mit ihrer viel beachteten Kampagne „Student aufs Land“ erreichen. Die erste große studentische Demonstration der Nachkriegszeit, die „Aktion Bildungsnotstand“, bei der am 1. Juli 1965 in den meisten westdeutschen Universitätsstädten insgesamt über 100.000 Menschen auf die Straße gingen, wurde von Freiburger Studierenden initiiert und organisiert. Die Freiburger Studierendenbewegung agierte in der Sache entschieden, dabei aber überwiegend konsens- und dialogorientiert – bis in die heiße Phase der Studierendenbewegung 1968/69 hinein. Zeitgenoss*innen sprachen daher rückblickend vom „milden wilden Freiburg .

Rasantes Wachstum seit den 1950er und 60er Jahren
Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wuchs die Universität Freiburg rasant – von 3.000 Studierenden im Jahr 1948 über 12.000 im Sommersemester 1965 auf 20.000 Immatrikulierte im Jahr 1981. Zahlreiche Professuren entstanden seit den 1960er Jahren, neue Disziplinen und Studiengänge wurden eingeführt. Seit Ende der 1950er Jahre veränderte sich mit der Einführung des sogenannten Mittelbaus, der die wachsenden Studierendenzahlen auffangen sollte, die Personalstruktur der Universität nachhaltig.
Viele neue Gebäude entstanden in dieser Zeit: unter anderem die Mensa in der Rempartstraße (1961), die Kollegiengebäude II (1961) und III (1969) und im Jahr 1978 die neue Universitätsbibliothek (die 2015 abermals ein neues Gebäude erhielt). Dazu kamen Neubauten im sogenannten Institutsviertel und die „Sportuni“ im Freiburger Osten. 1995 wurde die Fakultät für Angewandte Wissenschaften, die heutige Technische Fakultät, gegründet. Damit hielten Ingenieurwissenschaften und Informatik Einzug in die Universität. Hierfür entstand ein neuer Campus auf dem ehemaligen Gelände der französischen Streitkräfte am Flugplatz im Freiburger Westen; er wächst bis heute.
Hinzu kamen externe Reformen wie der sogenannte Bologna-Prozess ab dem Jahr 1999. Er brachte auch für die Universität Freiburg die Umstellung auf ein zweistufiges System von Studienabschlüssen – Bachelor und Master – sowie die Einführung von Leistungspunkten, verbunden mit neuen Studien- und Universitätsstrukturen. 2007 feierte die Universität unter dem Motto „Freiburg – wir sind die Universität“ ihr 550. Jubiläum gemeinsam mit Stadt, Region und Partnerhochschulen.
21. Jahrhundert: Vernetzung und Internationalisierung
Unter den Stichworten Vernetzung, Internationalisierung und Exzellenz begann das 21. Jahrhunderts für die Universität Freiburg mit Themen, die sie auch heute beschäftigen und prägen. Freiburg ist Gründungsmitglied von „Eucor – The European Campus“, einem in Grundzügen schon seit 1989 bestehenden trinationalen Verbund von fünf Universitäten in der Oberrheinregion. Neben Freiburg sind das die Universitäten Basel, Haute-Alsace in Mulhouse, Strasbourg und das Karlsruher Institut für Technologie (KIT). Eucor ermöglicht grenzüberschreitende Mobilität über das gesamte Studienangebot der Partner hinweg sowie gemeinsame Forschungsschwerpunkte.
Daneben beteiligt sich die Universität Freiburg an der Hochschulallianz „European Partnership for an Innovative Campus Unifying Regions“ (EPICUR). Zudem pflegt sie Kooperationen mit den Freiburger Fraunhofer- und Max-Planck-Instituten sowie zahlreichen Hochschulen weltweit. Mit den Universitäten von Adelaide/Australien, Nagoya/Japan, Penn State/USA und der Universität von Ghana/Westafrika führt sie als „Enhanced Partner“ besonders enge Beziehungen.


Transdisziplinarität und Exzellenz
Freiburg war in der ersten Runde der 2005/06 ausgelobten Exzellenzinitiative in allen drei Förderlinien erfolgreich: mit der „Spemann Graduiertenschule für Biologie und Medizin“ (SGBM), dem Exzellenzcluster „BIOSS – Centre for Biological Signalling Studies“ sowie ihrem Zukunftskonzept mit dem „Freiburg Institute for Advanced Studies“ (FRIAS).
Im Jahr 2012 gründete die Universität das University College Freiburg (UCF), in dem über die Grenzen von Fächern und Fakultäten hinweg gelehrt wird. Herzstück ist der englischsprachige Bachelor „Liberal Arts and Sciences“ (LAS), der Geistes- und Naturwissenschaften sowie Theorie und Praxis zusammenführt. Transdisziplinarität ist auch Leitmotiv der innovativen Forschungseinrichtungen, die aus dem Exzellenzwettbewerb seit 2007 hervorgegangen sind.
In weiteren Runden der Exzellenzinitiative war 2012 der Exzellenzcluster „BrainLinks-BrainTools“ erfolgreich, 2019 nahmen die Exzellenzcluster „CIBSS – Centre for Integrative Biological Signalling Studies“ und „livMatS – Living, Adaptive and Energy-autonomous Materials Systems“ ihre Arbeit auf. Im Januar 2026 startete der Exzellenzcluster „Future Forests – Adapting Complex Social-ecological Forest Systemers to Global Change“; der Exzellenzcluster CIBSS erhielt eine weitere Förderung.
Erinnerung und Verantwortung
Die Universität Freiburg pflegt eine aktive demokratische Erinnerungskultur. In ihrem Leitbild bekennt sie sich zu den Grundwerten Qualität, Verantwortung und Offenheit. Dazu gehört ein kritischer Umgang mit der eigenen Vergangenheit.
Seit 2005 erinnert ein Denkmal des Kölner Künstlers Marcel Odenbach im Kollegiengebäude I an die Opfer des Nationalsozialismus unter Freiburger Universitätsangehörigen. Auch die Verbindungen der Universität zur Kolonialgeschichte sind Gegenstand kritischer Auseinandersetzung. Zum September 2025 wurde eine Stelle eingerichtet, die die Provenienz von hunderten human remains aus kolonialen Gewaltkontexten in der Anatomisch-anthropologischen Sammlung der Universität Freiburg (der sogenannten Alexander-Ecker-Sammlung) erforscht.
Ihre Geschichte präsentiert die Universität seit 2004 auch im „Uniseum“ in der Alten Universität, mitten in der Freiburger Innenstadt.


Die Universität Freiburg heute – Vielfalt der Disziplinen und Menschen
Die Universität Freiburg gehört heute zu den forschungsstärksten Universitäten Deutschlands mit einer Vielfalt an Disziplinen und Menschen. Sie ist eng verbunden mit der Region, mit Europa und ihren globalen Partnern. Seit der Gründung im Jahr 1457 steht sie für wissenschaftliche Qualität, Offenheit und die Fähigkeit, sich immer wieder zu erneuern.
Heute studieren hier rund 24.500 Menschen. Mit elf Fakultäten, über 240 Studiengängen und mehr als 440 Professuren bietet die Universität ein breites Fächerspektrum: von Geistes- und Sozialwissenschaften über Natur- und Ingenieurswissenschaften bis hin zur Universitätsmedizin. Interdisziplinäre Brücken prägen den Charakter der Universität.
Zur Bewältigung drängender Fragen unserer Zeit beizutragen, ist der Universität Freiburg ein besonderes Anliegen. Ihre Forschung schafft dafür Orientierung und Innovationen. Ihre Lehre fördert kritisches Denken und Selbstreflexion. Ihr Transfer dient dem Austausch zwischen Wissenschaft und Gesellschaft.
Ermöglicht wird all das durch die Menschen der Universitätsgemeinschaft: Sie bringen Wissen, Ideen und Werte aus unterschiedlichen Ländern und Kulturen ein, bereichern die akademische Tradition, führen sie weiter und gestalten eine vielstimmige und verantwortungsbewusste Gemeinschaft des Lernens, Lehrens und Forschens.