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Energiesparen an der Universität Freiburg

Energie zu sparen, ist ein Kernthema unserer Zeit – nicht nur wegen der Energiekrise infolge des Kriegs gegen die Ukraine: Die Klimakrise fordert entschiedenes und gemeinsames Handeln und den sparsamen Umgang mit Ressourcen. Das gilt umso mehr für die Universität Freiburg, in deren Forschung und Lehre nachhaltige Entwicklung, Klima- und Umweltschutz eine große Rolle spielen.

Die aktuelle Energiekrise wird Auswirkungen auf den Betrieb aller Universitäten in Forschung, Lehre und Verwaltung im kommenden Wintersemester haben. Die Universität Freiburg intensiviert ihre Energiesparmaßnahmen weiter und bereitet sich auf mögliche Entwicklungen vor – wobei sie auf das Schlimmste gefasst ist und das Beste hofft. Alle Mitglieder der Universität können wie die gesamte Gesellschaft mit verantwortungsvoller Nutzung der Ressourcen dazu beitragen, diese Energiekrise gemeinsam zu meistern – und durch nachhaltige Maßnahmen einen wichtigen Schritt zum Schutze des Klimas gehen.

Für die Erarbeitung möglicher Maßnahmen und Szenarien wurden drei Arbeitsgruppen zu Forschung, Lehre und Betrieb eingerichtet. Beteiligt an der Arbeit sind Vertreter*innen zentraler Einrichtungen, aller Fakultäten sowie studentische Vertreter*innen. Zudem wurden die Hochschulen im Land vom Ministerium für Forschung, Wissenschaft und Kunst (MWK) Baden-Württemberg aufgefordert, sich im Rahmen eines Krisenmanagements mit dieser Thematik zu befassen.

Ob eine solche Gasmangellage eintreten wird oder nicht, kann zum heutigen Zeitpunkt niemand einschätzen. Da die derzeitige und kommende Energieversorgungslage von vielen unterschiedlichen externen Faktoren abhängt, auf die die Universität Freiburg keinen Einfluss hat, erarbeiten die Arbeitsgruppen auch unterschiedliche Szenarien, mit denen die Universität auf unterschiedliche Entwicklungen in der Energieversorgung gut und zügig reagieren kann.

Aufhebung der geplanten Winterpause

Die geplante zweiwöchige Winterpause vom 07.01. bis 21.01.2023 wurde am 5.10.2022 aufgehoben. Diese Winterpause hatte das Rektorat im Juli dieses Jahres in Verlängerung der Weihnachtspause beschlossen. Während dieser Zeit sollten in Universitätsgebäuden keine Präsenzlehrveranstaltungen stattfinden. Diese Maßnahme wird nun aufgrund einer Neubewertung der aktuellen Situation aufgehoben. Eine Verlegung von Veranstaltungen in dieser Zeit auf andere Termine ist somit nicht mehr notwendig. Bereits bestehende Planungen in den Fakultäten, die eine Verschiebung der Präsenzlehre zwischen dem 07.01 und dem 21.01.2023 vorsehen, können aber selbstverständlich bestehen bleiben.

Hintergrund für die Neubewertung ist unter anderem das Bekenntnis der Bundesregierung, Hochschulen bei der Energieversorgung zu priorisieren. Zudem sind in der Zwischenzeit Vorstellungen des baden-württembergischen Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst, bekanntgegeben worden, die Präsenzlehre bei den komplexen Herausforderungen des Energiesparens ohne Ausnahme zu gewährleisten. Der Präsenzlehre einen möglichst großen Vorrang zu geben, ist für uns ebenfalls stets ein zentrales Ziel gewesen – auch bei der damaligen Planung der nun aufgehobenen Winterpause.

Wir halten die Aufhebung der Winterpause angesichts der eingetretenen Dynamik für richtig und haben wahrgenommen, dass sich diese Entscheidung mit den Vorstellungen vieler gewählter Statusvertreter*innen deckt. Dass die Aufhebung eine weitere Änderung des Lehrbetriebs im Wintersemester und damit auch einen erneuten organisatorischen Aufwand in den Fakultäten bedeutet, bedauern wir ausdrücklich.

Zwischenergebnisse der Arbeitsgruppe Forschung

In der Forschung wird indes die Nutzung ausgewählter Heizungen, Lüftungen, Beleuchtungen und ganzer Forschungsgeräte reduziert oder teilweise ausgesetzt. Insbesondere wird der Luftwechsel von Laboren bereits situationsbedingt reduziert und es werden Szenarien erarbeitet, mit deren Hilfe der Energieverbrauch beim wissenschaftlichen Rechnen (high performance computing) reduziert werden kann.

Zwischenergebnisse der Arbeitsgruppe Betrieb

Für den Betrieb sind die Fakultäten und die weiteren Einrichtungen dazu aufgefordert unter anderem energieintensive Geräte durch energieärmere sukzessive zu ersetzen. Auch sollen dezentrale Computer-Server auf zentral betriebene, insbesondere virtuelle Server umgezogen werden. Weitere mögliche Maßnahmen sind auf der Webseite der Universität Freiburg zum Thema Energie veröffentlicht. Für den Fall einer Energieknappheit werden fortlaufend Geräte und technische Umgebungen identifiziert, die in einer noch festzulegenden Reihenfolge abgeschaltet werden können. Generell ist ein kontinuierlicher Prozess zur Identifikation und Umsetzung von Einsparpotenzialen erforderlich.

Über die Ergebnisse der Arbeitsgruppen und weitere diesbezügliche Entwicklungen werden wir Sie über Newsletter und auf dieser Webseite regelmäßig auf dem Laufenden halten.

Bei Fragen können Sie sich gern auch an die zentrale E-Mail-Adresse energie@zv.uni-freiburg.de wenden. Wir bitten Sie hierbei, Fragen möglichst in Ihren Fakultäten und weiteren Einrichtungen vorab zu bündeln.


Aufruf der Universität zum Energiesparen

So wie die Landesregierung Baden-Württemberg ruft auch die Universität Freiburg zudem alle Beschäftigten und Studierenden zu weiterer, auch individueller Reduktion von Wärme-, Kälte, und Stromnutzung auf (u. a. bei Warmwasser, Klimaanlagen, elektrischen Geräten, Beschaffung). Wir appellieren ausdrücklich an die individuelle Verantwortung aller Nutzer*innen, auch davon wird der Erfolg der gemeinsamen Energiesparmaßnahmen abhängen. Auch hierfür gibt die oben genannte Webseite der Universität Freiburg wertvolle Anregungen. Bei allen Maßnahmen im Rahmen der Energieeinsparung werden wir darauf achten, dass diese so wenig negativen Einfluss wie möglich auf die Corona-Entwicklung haben. Maßnahmen zur Energieeinsparung werden gegenüber der Corona-Entwicklung verantwortungsvoll abgewogen werden.


Energiespartipps

Eine Übersicht über Möglichkeiten, wie jede*r Einzelne im Alltag Energie sparen kann, sind auf der bereits genannten Webseite der Universität Freiburg zum Thema Energie veröffentlicht.

Auch die folgende im Internet abrufbare Publikation des Ministeriums für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg gibt Tipps zu konkreten Energiesparmöglichkeiten: Energie-Sparbüchle


Hilferuf der Landesrektorenkonferenz nach finanzieller Unterstützung

Vor dem Hintergrund der möglichen Energiekrise hat die Landesrektorenkonferenz Baden-Württemberg am 13. Juli 2022 einen „Hilferuf nach finanziellen Unterstützungsmaßnahmen“ veröffentlicht. Darin macht sie deutlich, dass schon ohne die Aktivierung der Gas-Notfallstufe die bereits eingetretenen und die zu erwartenden Energiepreissteigerungen dramatische Auswirkungen auf die Universitäten haben, sofern sie nicht vom Land übernommen werden.