Siegelement der Uni Freiburg in Form eines Schildes

Universitätsbibliothek Freiburg erhält mittelalterliche Chronik, die den Luftangriff von 1944 überdauerte

Freiburg, 20.11.2025

1596 wurde die „Dasselische und Einbeckische Chronik“ in Erfurt gedruckt. Mehr als 400 Jahre später schenkt der Kanadier und gebürtige Freiburger Frank Antonsen der Universitätsbibliothek Freiburg (UB) das vom Bombenangriff auf Freiburg gezeichnete Werk. Die Chronik wird in der UB bewahrt und der Forschung zugänglich gemacht.

Aufgeschlagenes altes Buch mit einer ganzseitigen, detaillierten Holzschnitt-Illustration einer Stadtansicht vor einer hügeligen Landschaft. Über den Dächern sind mehrere Kirchtürme zu sehen. Oben im Himmel ist ein Schriftband mit der Jahreszahl 1595 zu erkennen. Unten auf beiden Seiten des Bildes befinden sich Legenden mit Buchstaben und Ortsnamen. Das Buch ist sichtbar alt, mit vergilbten Seiten und einem Ledereinband mit Metallverschluss.
Innenseite der „Dasselischen und Einbeckischen Chronik“. Foto: Jörg Blum / Medienzentrum der Universitätsbibliothek Freiburg

Das Exemplar der „Dasselischen und Einbeckischen Chronik“ stammt aus dem Besitz der Großmutter Frank Antonsens, der Baroness Hanna von Minnigerode. Sie ist gemeinsam mit ihrer Mutter Olly von Minnigerode auf dem Freiburger Hauptfriedhof bestattet. Die Familie von Minnigerode gehört, ebenso wie die Familie Dassel, zum niedersächsischen Uradel und war in der Nähe von Göttingen ansässig. Da die Chronik die Geschichte beider Familien überliefert, wurde das Buch über viele Generationen hinweg als Zeugnis der eigenen Familienhistorie bewahrt und weitergegeben.

Der Schenker Frank Antonsen betont, dass er die Chronik auch wegen ihrer materiellen Verbindung zur Stadt Freiburg an die UB übergeben hat: „Einige Seiten weisen durch Wasserschäden verfärbte Stellen auf. Das Buch überstand den Luftangriff auf Freiburg im November 1944, bei dem die roten Dachziegel unseres Hauses in der Mozartstraße weggeblasen wurden, sodass Regen in unsere Wohnung eindrang und einige unserer Sachen beschädigte.“

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„Einige Seiten weisen durch Wasserschäden verfärbte Stellen auf. Das Buch überstand den Luftangriff auf Freiburg im November 1944, bei dem die roten Dachziegel unseres Hauses in der Mozartstraße weggeblasen wurden, sodass Regen in unsere Wohnung eindrang und einige unserer Sachen beschädigte.“

Frank Antonsen

Schenker der „Dasselischen und Einbeckischen Chronik“

Das Exemplar hat die Bombardierung Freiburgs überstanden und ist dadurch nicht nur ein Zeugnis der Familiengeschichte von Minnigerode, sondern auch der Freiburger Stadtgeschichte. Mit der großzügigen Schenkung wird dieses Kulturgut nun für die Öffentlichkeit und kommende Generationen bewahrt.

Altes, dickes Buch mit braunem, stark abgenutztem Ledereinband steht aufrecht auf einem weißen Tisch. Auf dem Buchrücken ist in goldener Schrift der Titel „Die Dantelsche Cronica“ zu lesen. Das Buch zeigt deutliche Gebrauchsspuren und trägt oben ein handbeschriftetes Etikett mit der Nummer „239“.
Buchrücken der „Dasselischen und Einbeckischen Chronik“. Foto: Jörg Blum / Medienzentrum der Universitätsbibliothek Freiburg
Nahaufnahme einer aufgeschlagenen Buchseite in Frakturschrift. Oben steht in großer Schrift: „Das drey und zwanzigste Capittel – Von den Riemen oder Minningerodern“. Der Text ist in altem Deutsch geschrieben. Auf der linken Seite ist ein Wappen mit einem Vogel als Helmzier zu sehen. Die Seiten sind vergilbt und zeigen das Alter des Buches.
Nahaufnahme einer Innenseite der „Dasselischen und Einbeckischen Chronik“. Foto: Jörg Blum / Medienzentrum der Universitätsbibliothek Freiburg

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