Siegelement der Uni Freiburg in Form eines Schildes

WahlSwiper startet zur Landtagswahl in Baden-Württemberg

Freiburg, 05.02.2026

Die Wahlentscheidungshilfe umfasst 37 landespolitische Fragen etwa zu Bildung, innerer Sicherheit, Migration, Energie, Finanzen, Verkehr und Demokratie. Prof. Dr. Uwe Wagschal vom Seminar für Wissenschaftliche Politik der Universität Freiburg leitet das App-Projekt wissenschaftlich.

Ein Smartphon gehalten von einer Hand. Auf dem Display läuft die App Wahlswiper.
Der WahlSwiper umfasst 37 Fragen zu aktuellen politischen Themen. Bild: Max Orlich / Universität Freiburg

Zur Landtagswahl am 8. März 2026 in Baden-Württemberg bietet der WahlSwiper erneut eine interaktive und wissenschaftlich fundierte Wahlentscheidungshilfe für Wähler*innen. Die kostenlose App, die vom gemeinnützigen Verein VoteSwiper bereitgestellt wird, führt Nutzer*innen durch relevante politische Fragestellungen und zeigt auf Basis ihrer Antworten, welche Parteien am besten zu ihren Ansichten passen. Wissenschaftlich betreut wird das Projekt von einem Team aus Politikwissenschaftler*innen der Universität Freiburg um Prof. Dr. Uwe Wagschal vom Seminar für Wissenschaftliche Politik. Insgesamt haben 18 der 21 zugelassenen Parteien zur Landtagswahl die Fragen des WahlSwiper-Teams beantwortet.

Datenbasierte Orientierungshilfe bei Wahlentscheidung

Wagschal betont die Bedeutung der App: „In einem zunehmend zersplitterten Parteiensystem und unter den Bedingungen des neuen Wahlrechts bietet das Tool eine datenbasierte Orientierungshilfe für die anstehende Wahl.“ Der WahlSwiper übersetzt komplexe Wahlprogramme in ein leicht bedienbares, interaktives Frageformat. Nutzer*innen beantworten 37 landespolitische Fragen mit einer einfachen Wischbewegung (Swipe nach rechts für Zustimmung, nach links für Ablehnung). Ihre Antworten werden mit den offiziellen Parteipositionen zu diesen Fragen, die vorab von allen Parteien erfragt wurden, abgeglichen und die Übereinstimmungen in Prozent dargestellt. Die Fragen decken zentrale Themenfelder der Landespolitik ab, darunter Bildung, innere Sicherheit, Migration, Energie, Finanzen, Verkehr und Demokratie. So geht es beispielsweise um die Ausweitung der Videoüberwachung im öffentlichen Raum, die Nutzung der Überwachungssoftware Palantir durch das Land, die Gründung einer zehnten Landesuniversität oder die Senkung der Grunderwerbsteuer.

„Der WahlSwiper senkt die Hürde zur politischen Information. Politik soll verständlich, zugänglich und datenbasiert erlebbar sein“, ergänzt Matthias Bannert, Projektleiter und Vorstand des Vereins VoteSwiper.

Porträt Uwe Wagschal

„In einem zunehmend zersplitterten Parteiensystem und unter den Bedingungen des neuen Wahlrechts bietet das Tool eine datenbasierte Orientierungshilfe für die anstehende Wahl.“

Prof. Dr. Uwe Wagschal

Seminar für Wissenschaftliche Politik, Universität Freiburg

Politische Unterschiede differenzieren

Die Auswertung der 37 Fragen zeigt programmatische Unterschiede zwischen den Parteien, aber auch Gemeinsamkeiten. Die größte Distanz besteht zwischen Die Linke und der CDU mit 16 Prozent Übereinstimmung. Ebenfalls gegensätzlich positionieren sich Die Linke und die AfD mit 24 Prozent Übereinstimmung. Am höchsten ist die programmatische Nähe zwischen FDP und AfD, BSW und SPD, Bündnis 90/Die Grünen und SPD sowie Die Linke und BSW mit jeweils 73 Prozent Übereinstimmung. Auch FDP und CDU liegen mit 70 Prozent Übereinstimmung inhaltlich eng beieinander. Die Übereinstimmung zwischen CDU und AfD beträgt 65 Prozent. Die bisherigen Regierungsparteien Grüne und CDU weisen 54 Prozent Übereinstimmung auf. 

Ein Balkendiagramm.

Weitere Informationen und Download

Der WahlSwiper wurde erstmals zur Bundestagswahl 2017 veröffentlicht und mehrfach ausgezeichnet. Neben der Unterstützung der Wähler*innen liefert das Projekt dem Team um Wagschal zugleich wertvolle empirische Erkenntnisse über Struktur und Dynamik des baden-württembergischen Parteiensystems.

Der WahlSwiper für Baden-Württemberg ist ab sofort kostenfrei online verfügbar unter www.voteswiper.org.

Kontakt

Hochschul- und Wissenschaftskommunikation

Universität Freiburg
Tel.: +49 761 203 4302
E-Mail: kommunikation@zv.uni-freiburg.de