CfP: Leihen. Kaufen. Spielen.

Zirkulation und Gebrauch von Musikalien im deutschsprachigen Raum
des 18. und 19. Jahrhunderts

Blickt man auf die Verlagskataloge und Musikalienrezensionen des 18. und 19. Jahrhunderts, so eröffnet sich eine Welt der musikalischen Vielfalt, von der bislang nur ein Bruchteil wissenschaftlich untersucht ist. Wie der heute im Zentrum für Populäre Kultur und Musik (Freiburg im Breisgau) verwahrte historische Bestand von rund 11.000 Noten des Musikalienleihinstituts Schaumburg aus Stade nahelegt, wurde ein weitaus breiteres Repertoire jenseits der heute als kanonisch geltenden Komponisten rezipiert. Die Einblicke in die Produktions-, Distributions- und Gebrauchsgeschichte, die dieser Bestand ermöglicht, werfen umso eindringlicher Fragen nach der Art und Weise auf, wie im deutschsprachigen Raum Notenmaterial ausgewählt, gesammelt, entlehnt, abgeschrieben, bearbeitet und gespielt wurden. Denn Musikalien waren nicht nur Träger musikalischer Werke, sondern gleichermaßen Handelsgut, Bildungsmedium und Gebrauchsobjekt; sie sind die Schnittstelle zwischen Produktion, Distribution und alltäglicher musikalischer Praxis.

Vor diesem Hintergrund stellt die Tagung Leihen. Kaufen. Spielen Musikalien als materielle Objekte, Waren und Medien sozialer Praxis in den Mittelpunkt. Sie nimmt die unterschiedlichen nationalen und transnationalen Zirkulations- und Aneignungsprozesse von Musikalien im deutschsprachigen Raum des 18. und 19. Jahrhunderts in den Blick. Ausgehend von der materiellen Kultur der Musikalien fragt sie nach den Bedingungen von Verbreitung und Nutzung sowie nach den Wechselwirkungen zwischen Musikmarkt, musikalischer Praxis und gesellschaftlichem Wandel: Wie gestaltet sich die Distribution von Musikalien im Spannungsfeld von musikalischem Schaffen, Verlagshandel und musikalischen Akteur:innen in und jenseits der Metro­polen? Welche Rolle spielte das Verleihen von Noten für private Musizierende, professionelle Musiker:innen, aber auch professionelle Orchester? Wie reflektiert und steuert die Musikkritik den Vertrieb von Musikalien, insbesondere von Bearbeitungen? Welche Bedeutung kam den lokalen und internationalen Künstler:innen bei der Distribution von Musikalien zu?

Mögliche Themenfelder sind somit:

Bitte senden Sie Abstracts von maximal 300 Wörtern (für Vorträge von 30 Minuten) sowie eine kurze biographische Notiz bis zum 15.10.2026 parallel an die unten angegebenen E-Mail-Adressen.

Wir freuen uns über Beiträge aus der historischen Musikwissenschaft, der Musiktheorie, der Editions- und Buchgeschichte sowie aus angrenzenden kultur-, sozial- und medienhistorischen Disziplinen. Nachwuchswissenschaftler:innen werden in besonderer Weise gebeten, Forschungsbeiträge einzureichen.

Die Tagung wird von der Stella Vorarlberg Privathochschule für Musik in Feldkirch (Prof. Dr. Andrea Horz) in Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Populäre Kultur und Musik der Universität Freiburg (Prof. Dr. Dr. Michael Fischer) veranstaltet.

Die Veranstalter übernehmen die Hotelkosten in Feldkirch. Nachwuchswissenschaftler:innen oder Wissenschaftler:innen ohne feste Affiliation können zudem formlos einen Reisekostenzuschuss beantragen.

Veranstaltungsort
Stella Vorarlberg
Privathochschule für Musik
Reichenfeldgasse 9
A-6800 Feldkirch

Veranstaltungsdatum

18. bis 20. März 2027

Ansprechpartner:innen
Prof. Dr. Andrea Horz (andrea.horz@stella-musikhochschule.ac.at)
Prof. Dr. Dr. Michael Fischer (michael.fischer@zpkm.uni-freiburg.de)

Kleinbuchstaben z p k m mit vertikalen Trennstrichen