{"id":700,"date":"2025-02-21T09:34:27","date_gmt":"2025-02-21T08:34:27","guid":{"rendered":"https:\/\/uni-freiburg.de\/zpkm\/?p=700"},"modified":"2025-12-03T10:40:04","modified_gmt":"2025-12-03T09:40:04","slug":"phonographische-musikpraxis","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/uni-freiburg.de\/zpkm\/phonographische-musikpraxis\/","title":{"rendered":"DFG-Projekt &#8222;Phonographische Musikpraxis und sozialistische Zentralautorit\u00e4ten&#8220;"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Phonographische Musikpraxis und sozialistische Zentralautorit\u00e4ten: Produktionspolitiken des DDR-Plattenlabels Amiga 1971\u20131990<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Das Projekt widmet sich den Produktionspolitiken des Plattenlabels Amiga, welches als eines von sechs Abteilungen des einzigen Tontr\u00e4gerherstellers der DDR, des VEB Deutsche Schallplatten, f\u00fcr das Produzieren, Kuratieren und Ver\u00f6ffentlichen popul\u00e4rer Musik zust\u00e4ndig war. Die Amiga war jene Instanz, die das Angebot materiell verf\u00fcgbar machte, wobei sich die Zielperspektiven und Produktionsumgebungen des Labels selbst erheblich auf popul\u00e4re Musikrichtungen wie Rock, Pop, Schlager und Jazz und damit auch auf die Repr\u00e4sentation von DDR-K\u00fcnstler*innen auswirkten. Die Effekte der Wechselwirkungen zwischen den zentralstaatlichen Organisationsstrukturen, den dazu zum Teil quer liegenden informellen Netzwerken und den Orten und Instrumentarien der Produktion auf die Arbeitszusammenh\u00e4nge innerhalb der Amiga sind bislang nur in Ausschnitten untersucht worden und bilden den Ausgangspunkt des vorliegenden Projektes.<\/p>\n\n\n\n<p>Ziel ist es, die Produktionspolitiken des Plattenlabels Amiga sowohl auf Basis historischer Quellen als auch interviewgest\u00fctzt zu rekonstruieren und an ihrem Beispiel sozio-technische Konstellationen zu kartieren, in denen phonographische Musikangebote entstehen. Untersucht wird, wie in der DDR mittels musikverlegerischer Aktivit\u00e4ten versucht wurde, Einfluss auf die Ausformung des popul\u00e4ren Musikfeldes zu gewinnen. Verkn\u00fcpft ist dies mit der Grundannahme, dass Medieninstitutionen und Medientechnologien allgemein in die Prozesse involviert sind, in denen Musik eine materielle Erscheinungsform gegeben wird. Die vielf\u00e4ltigen Normierungen, die sich aus organisationalen Strukturen und der Etablierung apparativer Anordnungen (v. a. in Tonstudios) herleiten, setzen der musikalisch-klanglichen Realisierung buchst\u00e4blich einen Rahmen \u2013 was die Hervorbringung von \u00e4sthetisch Neuartigem freilich nicht ausschlie\u00dft.<\/p>\n\n\n\n<p>Zum Zwecke einer systematischen Aufschl\u00fcsselung werden vier Untersuchungsfelder unterschieden: (1) zentralistische Entscheidungsbereiche, (2) Gesch\u00e4ftsstruktur und Administration, (3) Repertoirebildung und (4) Tonstudioarbeit. Die vier Untersuchungsfelder erm\u00f6glichen es, die Produktionspolitiken der Amiga in der Zusammenschau von Makro-, Meso- und Mikroebene zu analysieren: In Bezug auf die zentralistischen Entscheidungsbereiche wird mittels der Analyse historisch-archivalischer Quellen darauf abgezielt, den Denk- und Handlungsrahmen zu rekonstruieren, der durch kulturpolitische und planwirtschaftliche Weisungen f\u00fcr die Amiga aufgespannt wurde. Die mesoanalytische Blickachse in Anschlag bringend, werden die institutionellen Logiken des VEB Deutsche Schallplatten und die organisationalen Strukturen von Amiga hinsichtlich ihrer Effekte auf die phonographische Musikpraxis fokussiert. Dabei wird entlang der Repertoirebildung nachzuvollziehen sein, wie Amiga mit den Gegebenheiten operierte, die sich aus der kulturellen Dynamik popul\u00e4rer Genres ergaben und die das Label im Spannungsfeld von politischen Direktiven, materiellen Ressourcen und Bed\u00fcrfnissen des Publikums beherrschbar machen musste. Die Arbeit im Tonstudio schlie\u00dflich wird als sozio-technisches Gef\u00fcge analysiert, welches durch r\u00e4umlich-materielle Infrastrukturen, persistente und sich neu zusammensetzende Handlungsarrangements und Wissensbest\u00e4nde sowie Selbst- und Weltverst\u00e4ndnisse der beteiligten Akteure hervorgebracht wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Projekt versteht sich insgesamt als Beitrag zur Rekonstruktion und Interpretation musik- und medienhistorischer Verl\u00e4ufe und Konstellationen, die eine Differenz gegen\u00fcber den historiografisch und empirisch gut dokumentierten marktwirtschaftlichen Medienindustriekomplexen markieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Projektlaufzeit: 01.08.2024 bis 31.07.2027<\/p>\n\n\n\n<p>Projektleiter: <a href=\"https:\/\/uni-freiburg.de\/zpkm\/wir-ueber-uns\/christofer-jost\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">PD Dr. Christofer Jost<\/a>, Zentrum f\u00fcr Popul\u00e4re Kultur und Musik, Albert-Ludwigs-Universit\u00e4t Freiburg<\/p>\n\n\n\n<p>Projektmitarbeiterin: <a href=\"https:\/\/uni-freiburg.de\/zpkm\/wir-ueber-uns\/antonia-kunze\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Antonia Kunze, M.A.<\/a>, Zentrum f\u00fcr Popul\u00e4re Kultur und Musik, Albert-Ludwigs-Universit\u00e4t Freiburg<\/p>\n\n\n\n<p>Studentische Hilfskraft: Maira Detterbeck<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:100px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Phonographische Musikpraxis und sozialistische Zentralautorit\u00e4ten: Produktionspolitiken des DDR-Plattenlabels Amiga 1971\u20131990 Das Projekt widmet sich den Produktionspolitiken des Plattenlabels Amiga, welches als eines von sechs Abteilungen des einzigen Tontr\u00e4gerherstellers der DDR, des VEB Deutsche Schallplatten, f\u00fcr das Produzieren, Kuratieren und Ver\u00f6ffentlichen popul\u00e4rer Musik zust\u00e4ndig war. 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