Prof. Dr. Stefan Pfänder


Kurzbiographie

Prof. Dr. Stefan Pfänder ist seit 2005 Inhaber des Lehrstuhls für Romanische und Allgemeine Sprachwissenschaft in Freiburg im Breisgau. Zusammen mit seinem Team arbeitet er derzeit vor allem in der Interaktionalen und der Kognitiven Linguistik, in der Korpus- und Kontaktlinguistik sowie in der Erzählforschung. Der Erzählforschung hat er sich von zwei Seiten genähert, zum einen von der Formulierungsarbeit der Sprecher:innen in der verkörperten Interaktion, zum anderen von der Erinnerungsarbeit der Erzähler:innen. Gegenwärtig befasst sich seine Forschung mit einer Untersuchung der Pragmatik des Erzählens in multimodaler Interaktion und strebt ein besseres Verständnis dafür an, wie sprachliche und körperliche Ressourcen beim Erzählen im Alltag und in klinischen Settings verwendet werden.
Er leitet Drittmittelprojekte sowohl in der Einzel- als auch in der Verbundforschung, zuletzt u.a. zum Wiedererzählen (Fritz-ThyssenStiftung für Wissenschaftsförderung), zum Faktualen Erzählen (DFG) und zum Erinnern (DFG-Projekte „Emergentes Erinnern I“ und „Emergentes Erinnern II“).
Bibliographie
Breyer, Thiemo; Buchholz, Michael B. & Pfänder Stefan et al. (2017). Resonanz – Rhythmus – Synchronisierung. Interaktionen in Alltag, Therapie und Kunst. Transcript Verlag.
Buchholz, Michael B. ; Ehmer, Oliver & Pfänder, Stefan et al. (2020). Speaking that silences. A single case multi-method analysis of a couple’s interview. In: Aleksandar Dimitrijević & Michael B. Buchholz (Hg.). Silence and Silencing in Psychoanalysis. Routledge, 333-357.
Gülich, Elisabeth & Pfänder, Stefan (2022). Erinnerungsmarkierungen in Zeitzeugenerzählungen. Episodische Rekonstruktion und epistemische Authentifizierung in Gesprächen mit Überlebenden der NS-Zwangsarbeitslager. Romanistisches Jahrbuch, 73(1), 108-147.
Klatt, Marie & Gülich, Elisabeth & Pfänder, Stefan (in Vorbereitung). „Des weiß ich nicht mehr genau, die normalen“: Erinnerungsaushandlung in einer Missverständnissequenz in einem Interview mit einer KZ-Überlebende.
Klatt, Marie; Gülich, Elisabeth & Pfänder, Stefan (in Druck). « Je ne me rappelle plus très bien, mais… ». Formes de communication émergentes entre souvenir et non-souvenir dans des entretiens avec des survivant·es des camps de travail nazis. Langage et Société.
Klinkert, Thomas & Pfänder, Stefan (2021). Fragmentierung und Sinnstiftung in Erinnerungserzählungen. Spannungsfelder und Übergänge zwischen Paradigmatisierung und Syntagmatisierung. Romanistische Zeitschrift für Literaturgeschichte, 45, 15-36.
Mandel, Daniel; Gülich, Elisabeth & Pfänder, Stefan (2025). Wie leibliche Ausdrucksressourcen zur mündlichen Erzählung von symbolischer und struktureller Gewalt im Nationalsozialismus beitragen können. Zum sprachlichen und leiblichen Ausdruck von Extremerfahrungen in nationalsozialistischen Konzentrations- und Arbeitslagern in videographierten Oral- History-Interviews. DIEGESIS 14.1 (Narrating Violence).
Pfänder, Stefan & Couper-Kuhlen, Elisabeth (2019). Turn-sharing revisited: an exploration of simultaneous speech in interactions between couples. Journal of pragmatics, 147, 22-48.
Scheidt, Carl-Eduard ; Pfänder, Stefan & Ballati, Arianna et al. (2021). Language and movement synchronization in dyadic psychotherapeutic interaction – a qualitative review and a proposal for a classification. Frontiers in psychology, 12, 696448.