Selected Publications
MONOGRAPHIEN
– Das Schweizer Bürgerrecht. Nationalität und Ordnung des Sozialen in der Schweiz von 1848 bis zur Gegenwart, gemeinsam mit Brigitte Studer und Gérald Arlettaz, unter Mitarbeit von Anina Gidkov, Erika Luce und Nicole Schwalbach, Zürich, NZZ Libro, 2008.
– Staatsbürgerschaft und Nation. Ausschließung und Integration in der Schweiz 1848–1933, Diss., Kritische Studien zur Geschichtswissenschaft 174, Göttingen, Vandenhoeck & Ruprecht, 2007.
– Viele Wege – Eine Welt. Erster Weltkrieg bis Globalisierung, Menschen in Zeiten und Raum 9. Lehrmittel für Geschichte und Geographie für das 9. Schuljahr, gemeinsam mit Alexandra Binnenkade, Felix Boller und Peter Gautschi, hg. vom Lehrmittelverlag des Kantons Aargau und der Fachhochschule Aargau, Buchs 2005. (Ausgezeichnet mit dem Worlddidac Award 2008)
AUFSÄTZE (Auswahl)
– «Assimilation» als Grundprinzip staatsbürgerlicher Integration in der Schweiz – Deutungen, Konjunkturen und Wirkungsmacht im 20. Jahrhundert, in: Moderne. Kulturwissenschaftliches Jahrbuch, Jg. 4, 2009 [im Druck].
– An Unholy Alliance. Swiss Citizenship between Local Legal Tradition, Federal Laissez-Faire, and Ethno-National Rejection of Foreigners 1848–1933, in: European Review of History [erscheint 2009].
– Wer gehört dazu? Bürgerrechtsakten in der Schweiz als Instrumente von Ein- und Ausschluss, gemeinsam mit Anina Gidkov, Erika Luce und Nicole Schwalbach, in: Kaufmann, Claudia, Walter Leimgruber (Hg.), Was Akten bewirken können. Integrations- und Ausschlussprozesse eines Verwaltungsvorgangs, Zürich 2008, S. 104–115.
– Das Basler Kantons- und Gemeindebürgerrecht 1848–2001, in: Brigitte Studer, Gérald Arlettaz und Regula Argast, Das Schweizer Bürgerrecht. Erwerb, Verlust, Entzug von 1848 bis zur Gegenwart, unter Mitarbeit von Anina Gidkov, Erika Luce und Nicole Schwalbach, Zürich, NZZ Libro, 2008, S. 187–228.
– Zwischen Tradition und Innovation. Das Schweizer Bürgerrecht im jungen Bundesstaat, 1848– 1898, in: Brigitte Studer, Gérald Arlettaz und Regula Argast, Das Schweizer Bürgerrecht. Erwerb, Verlust, Entzug von 1848 bis zur Gegenwart, unter Mitarbeit von Anina Gidkov, Erika Luce und Nicole Schwalbach, Zürich, NZZ Libro, 2008, S. 41–66.
– Bürgerrecht und Kriminalisierungsprozesse in der Schweiz 1914–1942, in: Opitz, Claudia, Studer, Brigitte, Tanner, Jakob (Hg.), Kriminalisieren, Entkriminalisieren, Normalisieren, Schweizerische Gesellschaft für Wirtschafts- und Sozialgeschichte, Bd. 21, Zürich 2006, S. 227–241.
– Bürger machen? Das Scheitern der erleichterten Einbürgerung von Ausländern in der Stadt Zürich 1897–1905, in: Niederhäuser, Peter, Ulrich, Anita (Hg.), Fremd in Zürich – fremdes Zürich? Migration, Kultur und Identität im 19. und 20. Jahrhundert, Zürich 2005, S. 177–196.
– Schweizer Staatsbürgerschaft und gouvernementale Herrschaft 1848–1920. Foucaults Konzept der liberalen Gouvernementalität in der Analyse der Staatsbürgerschaft, in: Schweizerische Zeitschrift für Geschichte, 4/2003, S. 396–408.
– Citoyenneté, nationalité et formation nationale en Suisse 1798–1925, gemeinsam mit Gérald Arlettaz und Silvia Arlettaz, in: Etudes et Sources 29 (2003), S. 129–160.
FRIAS Project
“Normalisierung durch Individualisierung: Zur Geschichte der Fortpflanzungsmedizin und genetischen Diagnostik in Deutschland, Frankreich und der Schweiz seit den 1950er-Jahren”
Die Entwicklung der Molekularbiologie und Biotechnologie hat in den vergangenen Jahrzehnten die Humanmedizin grundlegend verändert und die diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten in ungeahntem Ausmaß erweitert. Trotz der ethischen und rechtlichen Bedenken, die sich mit der Verfügbarkeit neuer Techniken eingestellt haben und in weiten Kreisen diskutiert werden, hat sich die gesellschaftliche und politische Akzeptanz sowie die individuelle Inanspruchnahme des reproduktionsmedizinischen Angebots seit den 1990er-Jahren in zahlreichen europäischen Ländern vergrößert. Diese Entwicklung ist nicht nur in Ländern mit einer tendenziell liberalen Gesetzgebung wie Frankreich oder England zu beobachten, sondern auch in den deutschsprachigen Ländern, die im internationalen Vergleich restriktive Gesetze besitzen. Im Zentrum des Projekts steht die Frage, wie sich die unterschiedlichen rechtlichen Regulierungen, die zunehmende Akzeptanz und die jüngste Tendenz zur Liberalisierung von Reproduktionsmedizin und genetischer Diagnostik bei gleichzeitiger Ausdehnung bioethischer Diskurse in Deutschland, Frankreich und der Schweiz historisch erklären lassen. Die rechtlichen Unterschiede und der in jüngerer Vergangenheit auszumachende Wandel des individuellen und kollektiven Umgangs mit der Reproduktionstechnologie können, so die Prämisse, nur verstanden werden, wenn auch die historische Tiefendimension sozialgeschichtlicher Faktoren sowie die Kontinuitäten und Verschiebungen kollektiver Wertvorstellungen in die Erklärung einbezogen werden. Die Studie erarbeitet die bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts und teilweise darüber hinaus zurückreichenden sozial- und diskurshistorischen Faktoren für diesen Wandel. Entsprechend ist das Projekt als vergleichende Sozial- und Diskursgeschichte angelegt, das im Rahmen der transnationalen Zirkulation reproduktionsmedizinischen Wissens und bioethischer Konzepte die länderspezifischen Unterschiede und Gemeinsamkeiten im Umgang mit den technischen Innovationen zur menschlichen Fortpflanzung analysiert.
