Zur Person
Julia Wilm absolvierte im Jahr 2019 das Staatsexamen der Fächer Latein und Geschichte. Von November 2020 bis März 2024 verfasste sie als Stipendiatin der Studienstiftung des deutschen Volkes ihre Dissertation zur Institutionalisierung der kirchlichen Patrimonialverwaltung vom späten 5. bis zur Mitte des 7. Jhs.
Seit Oktober 2023 arbeitet sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Römische Geschichte und Historische Anthropologie an der Universität Freiburg. Dort hat sie im Jahr 2024 ein Habilitationsprojekt aufgenommen, das den Tod als sozialen Wissensbestand in der griechisch-römischen Antike untersucht.
Forschung
Zur Untersuchung gesellschaftlicher Prozesse verwendet Julia Wilm interdisziplinäre Ansätze: Ihre beiden Schwerpunkte sind erstens die spätantike Entwicklung der Kirchenverwaltung (5.-7. Jh.). Diese untersucht sie in ihrer Dissertation auf dem Fundament der sozialkonstruktivistischen Institutionalisierungstheorie mittels einer Analyse der brieflichen Interaktionen der Päpste. Die Quellen systematisiert sie mithilfe von Wortfeldern.
Im Rahmen ihres Habilitationsprojektes analysiert sie zweitens die Dynamiken antiker Wissensbestände anhand des Zusammenspiels gesellschaftlichen Wandels und individuellen Verhaltens, konkret am Phänomen des Wissens um den Tod. Das Projekt stützt sich insbesondere auf epigraphische Analysen sowie die Erzählstoffforschung.
Publikationen
Lexikonartikel
- Wilm, J.: „Patrimony | Christianity“, in: Encyclopedia of the Bible and Its Reception 23, 2024, 621–622.
Aufsätze (angenommen)
- Wilm, J.: Patrimonium Sancti Petri? An Examination of Institutionalisation within the Administration of the Roman Church, in: Edwards, R./Gemeinhardt, P. /Schenk , D. (Hg.): Institutions and Institutionality in Late Antiquity, Millennium Studies, Berlin.
Lehre
In ihrer Lehre kombiniert Julia Wilm ihre Forschungsinteressen mit einschlägigen Themen der Alten Geschichte, die aktuelle Bezugspunkte für die Studierenden bieten. Dazu zählen beispielsweise die Dekonstruktion antiker Narrative zur sog. Völkerwanderung und „den Barbaren“ oder die Untersuchung griechischer Mythen und ihres heutigen Einflusses (Mythenrezeption). Die problemorientierte Arbeit mit verschiedenartigen Quellen und Forschungspublikationen sowie die Vielfältigkeit der eingesetzten Methoden sollen die fachliche, die methodische und die Selbstkompetenz der Studierenden fördern.