Doppelte Auszeichnung für Nikolaus Pfanner für Erkenntnisse zu Zellkraftwerken
Freiburg, 02.12.2025
Für seinen Beitrag zum Verständnis der Entstehung und des Aufbaus der zellulären Kraftwerke wurde Nikolaus Pfanner in die Accademia Nazionale dei Lincei, die nationale Akademie der Wissenschaften Italiens, aufgenommen. Zudem erhielt er die Walter Neupert-Medaille.

Der Mediziner und Biochemiker Prof. Dr. Nikolaus Pfanner von der Universität Freiburg hat fundamentale Beiträge zum Verständnis der Entstehung und des Aufbaus der zellulären Kraftwerke (Mitochondrien) geleistet. Dafür wurde er im November 2025 in Rom in die Accademia Nazionale dei Lincei aufgenommen. Die Accademia dei Lincei ist die nationale Akademie der Wissenschaften Italiens und mit dem Gründungsjahr 1603 die weltweite älteste Akademie der Wissenschaften. Im Rahmen eines Symposiums an der Ludwig-Maximilians-Universität München wurde Pfanner zudem mit der Walter Neupert-Medaille ausgezeichnet. Die nach dem Münchner Zellbiologen und Biochemiker Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Walter Neupert benannte Medaille wird an herausragende Wissenschaftler*innen aus den Bereichen Zellbiologie, Biochemie und Medizin verliehen. „Diese Auszeichnungen sind eine große Ehre und Anerkennung nicht nur für mich, sondern für mein gesamtes Team von hervorragenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die mit viel Begeisterung zur Forschung an den Zellkraftwerken beigetragen haben“, sagt Nikolaus Pfanner.
Vorreiter bei der Erforschung von Mitochondrien
Pfanner entschlüsselte mit seinem Forschungsteam weltweit als Erster die Zusammensetzung einer gesamten Zellorganelle und zeigte, dass Mitochondrien aus mehr als 1.000 verschiedenen Proteinen bestehen. Er untersuchte, wie diese Proteine zu ihrem Arbeitsplatz in den Mitochondrien gelangen. Dabei fand er Rezeptoren, Kanäle und Transportmotoren, die in molekularen Maschinen zusammenarbeiten und den Aufbau der Zellkraftwerke steuern. Da Fehlfunktionen der Mitochondrien zu schweren Störungen führen können, leisten Pfanners Arbeiten Beiträge zu einem besseren Verständnis von Krankheiten, insbesondere des Nervensystems, des Herzens und der Muskulatur, bei denen der Stoffwechsel der Zellkraftwerke eine wichtige Rolle spielt.
„Diese Auszeichnungen sind eine große Ehre und Anerkennung nicht nur für mich, sondern für mein gesamtes Team von hervorragenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die mit viel Begeisterung zur Forschung an den Zellkraftwerken beigetragen haben.“
Prof. Dr. Nikolaus Pfanner
Professor für Biochemie und Direktor am Institut für Biochemie und Molekularbiologie der Universität Freiburg
Nikolaus Pfanner
Nikolaus Pfanner hat in München Medizin studiert. Nach Forschungsaufenthalten an der Universität München und der Princeton University (USA) ist er seit 1992 Professor für Biochemie und Direktor am Institut für Biochemie und Molekularbiologie der Universität Freiburg. Er ist Gründungsmitglied des Exzellenzclusters CIBSS –Centre for Integrative Biological Signalling Studies und Mitglied der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina und der Academia Europaea. Für seine Forschungserkenntnisse wurde er vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Max-Planck-Forschungspreis, dem Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis, dem Landesforschungspreis Baden-Württemberg, dem Hector-Wissenschaftspreis, dem Stein and Moore Award, der Otto Warburg-Medaille, der Schleiden-Medaille und dem Bundesverdienstkreuz am Bande.
Accademia Nazionale dei Lincei
Die Akademie wurde 1603 gegründet und gilt damit als die älteste Akademie der Wissenschaften der Welt. Zu den Mitgliedern gehörten Galileo Galilei und Albert Einstein. Die Accademia Nazionale dei Lincei mit Sitz in Rom ist die Nationale Akademie der Wissenschaften Italiens.
Walter Neupert-Medaille
Die Walter Neupert-Medaille wird an herausragende Wissenschaftler*innen aus den Bereichen Zellbiologie, Biochemie und Medizin verliehen. Sie ist nach dem Münchner Zellbiologen und Biochemiker Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Walter Neupert (1939-2019) benannt, der als wissenschaftlicher Enkel von Otto Warburg fundamentale Beiträge zur Zellbiologie und den Grundlagen der Mitochondrien-Forschung gelegt hat.