Das Projekt „Circularity Engineering and Law – CircEL“ erforscht interdisziplinär technische und rechtliche Grundlagen für eine echte Kreislaufwirtschaft. Durch die besondere Zusammenarbeit von Ingenieur- und Rechtswissenschaften möchten wir zur Entwicklung technischer Lösungen und zur Transformation des Rechts in Deutschland und Europa aktiv beitragen.
Gemeinsam mit ausgewählten und anerkannten Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Industrie und Praxis werden technische und rechtliche Barrieren für die Kreislaufführung technischer Produkte identifiziert sowie abgebaut und neue Methoden zur nachhaltigen Werkstoff- und Prozessauswahl entwickelt.
CircEL ist auf eine Förderperiode von sechs Jahren angelegt und wird Professoren, Postdocs, Promovierende und Studierende der Rechtswissenschaftlichen Fakultät und der Technischen Fakultät an der Universität Freiburg (UFR) zusammenführen.
Die Carl-Zeiss-Stiftung fördert das Forschungsprojekt mit drei Millionen Euro für die kommenden sechs Jahre. Der Eigenanteil der Universität Freiburg liegt bei weiteren 700.000 Euro.


Unsere Auftaktveranstaltung
am 23.07.2026 im Haus zur Lieben Hand

„Schon jetzt ist CircEL etwas Besonderes gelungen: Wir haben der Kreislaufwirtschaft mit dieser Auftaktveranstaltung eine akademische Bühne bereitet und ihr gemeinsame Aufmerksamkeit von Menschen verschafft, zwischen deren jeweiligen Fachgebieten und Professionen es nur bedauerlich selten bislang einen direkten inhaltlichen Austausch gibt!“ So begrüßten Prof. Dr.-Ing. Frank Balle, Institut für Nachhaltige Technische Systeme (INATECH), und Prof. Dr. Jan Henrik Klement, Institut für Deutsches, Europäisches und Internationales Öffentliches Recht, die Teilnehmenden am 23.7. an der Uni Freiburg und gaben den Startschuss für einen intensiven Austausch zwischen Wissenschaft und Praxis. Gemeinsam leiten sie das zum 1. Juli 2026 gestartete Projekt „Circularity Engineering and Law“ (CircEL), in dem ein Team aus Ingenieur- und Rechtswissenschaften interdisziplinär technische und rechtliche Grundlagen für eine echte Kreislaufwirtschaft erforscht. Die Forschungsgruppe wird von der Carl-Zeiss-Stiftung in den kommenden sechs Jahren mit drei Millionen Euro gefördert und hat zum Ziel, über die Verschränkung beider Disziplinen einen transformativen Beitrag zur Umsetzung einer Circular Economy zu leisten.
Rund 70 Interessierte aus Wissenschaft, Industrie, Kanzleien und Behörden stellten sich im interaktiven Programm der Auftaktveranstaltung der Herausforderung, sich auf die Fachkultur der anderen Disziplin einzulassen. Die Teilnehmenden erlebten, wie produktiv es ist, sich mit anderen Denkansätzen oder Arbeitsstilen der fremden Fachdisziplin zu befassen und ein gemeinsames Verständnis zu entwickeln.
In seinem Grußwort unterstrich Dr. Felix Streiter, Geschäftsführer der Carl-Zeiss-Stiftung, die Einzigartigkeit der interdisziplinären Zusammenarbeit zwischen Ingenieur- und Rechtswissenschaften. Das Projekt und dessen Forschungsagenda zeige Mut zum Risiko, aus dem interdisziplinäre Innovation in einem Themenbereich mit sehr hoher Relevanz für die Wirtschaft entstehen könne.
Aus Perspektive der Universität stellte Rektorin Prof. Dr. Kerstin Krieglstein die strategische Bedeutung des Projekts heraus. Die Zusammenarbeit zwischen der jüngsten und einer der Gründungsfakultäten bringe nicht nur Disziplinen mit sehr unterschiedlichen Fächerkulturen und Erkenntnisinteressen zusammen und damit die interdisziplinäre Lösungskompetenz voran. Auch stärke der Ansatz, Beiträge zur Entwicklung einer echten Circular Economy zu leisten, den Forschungsschwerpunktbereich „Wege zur Nachhaltigkeit“. CircEL leiste nicht nur einen Beitrag zur Bewältigung gesellschaftlicher Herausforderungen, sondern habe auch das Potenzial, eine Plattform für die dauerhafte Zusammenarbeit der Fakultäten zu etablieren.
In den Fachvorträgen des interdisziplinären wissenschaftlichen CircEL-Teams bestehend aus Post-Docs und Doktoranden sowie in den folgenden Diskussionsformaten unter Einbeziehung des wissenschaftlichen Beirates mit ausgewiesenen Experten aus Unternehmen und juristischer Praxis wurden bereits vielfältige inhaltliche Impulse für transdisziplinäre Forschungsfragen und Anforderungen an eine zukunftsfähige Kreislaufwirtschaft sichtbar. So gilt es, die Anforderungen an die praktische Umsetzung aus unternehmerischer Perspektive mit den grundsätzlichen wissenschaftlichen Fragestellungen auszutarieren. Auf technischer Seite gaben die Vorträge bereits einen Ein- und Ausblick auf die im Vergleich zum herkömmlich linearen Wirtschaften grundlegend andere, mit dem Fokus auf werterhaltende Prozesse nachhaltig ausgerichtete Denkweise des Circularity Engineering. Die Überwindung rechtlich erzeugter Grenzen für die Verbreitung und Verwendung wiederaufbereiteter Produkte ist ein Ziel, zu dem die rechtswissenschaftlichen Forschungsvorhaben beitragen werden. In dem Zuge, das machten die Beiträge klar, werden grundsätzliche Spannungsverhältnisse zwischen normativen Zielsetzungen und Herangehensweisen des Produkt- und Abfallrechts behandelt werden müssen.