Die Prinzipien pflanzlichen Lebens
Freiburg, 07.08.2025
Das Konsortium DataPLANT unter Leitung der Universität Freiburg entwickelt seit 2020 eine Infrastruktur für die riesigen Datenmengen, mit denen moderne Pflanzenforschung arbeitet. Nun hat die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) die Förderung des Projekts bis 2028 verlängert.
Die moderne Pflanzenforschung widmet sich den molekularen Prinzipien des pflanzlichen Lebens, die zum Beispiel das Wachstum, den Ernteertrag und die Biomasseproduktion bestimmen. Damit trägt sie unter anderem zur Ernährungs- und Versorgungssicherheit der wachsenden Weltbevölkerung bei – auch vor dem Hintergrund des Klimawandels. Bei der Forschung mithilfe moderner Messmethoden entstehen große und komplexe Datenmengen. Um diese zu erfassen und bereitzustellen, entwickelt das Konsortium DataPLANT seit 2020 eine nationale Service- und Dateninfrastruktur.
Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat nun die Förderung des Projekts in einer zweiten Runde verlängert: Das Konsortium erhält bis 2028 zusätzlich 4,7 Millionen Euro. Der Verbund steht unter der Leitung der Universität Freiburg und ist eines von neun Konsortien der Nationalen Dateninfrastrukturinitiative (NFDI). Partnerinstitutionen sind das Leibniz-Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung (IPK) Gatersleben, das Forschungszentrum Jülich und die Technische Universität Kaiserslautern-Landau. Darüber hinaus vereint das Konsortium viele Arbeitsgruppen der deutschen Pflanzenforschung.
„In den vergangenen fünf Jahren konnten wir bereits eine produktive Version des PLANT DataHUBs als zentrale Managementplattform für Forschungsdaten nach dem ARC-Standard bereitstellen. Diese bietet die Einbindung von Workflowsystemen wie Galaxy und die Möglichkeit der direkten Datenpublikation. Weiterhin sind eine Reihe von Tools entstanden, die mit ARCs, den sogenannten Annotated Research Contexts, umgehen können und die Forschenden über den kompletten Datenlebenszyklus unterstützen.“, sagt Dr. Dirk von Suchodoletz vom Rechenzentrum der Universität Freiburg und Sprecher von DataPLANT.
Demokratisierung von Forschungsdaten
Um die Prinzipien und Funktionsweisen pflanzlichen Lebens besser zu verstehen, arbeiten Forschende aus unterschiedlichen Disziplinen zusammen und analysieren unter anderem die natürliche genetische Vielfalt und die Evolution der Pflanzen. Die erfassten Daten werden häufig computergestützt verarbeitet und interpretiert. Hierbei sind Wissenschaftler*innen auf ein effektives Forschungsdatenmanagement – also die Erhebung, den Austausch und die Verarbeitung von Forschungsdaten – angewiesen. Bisher fehlte eine entsprechende nationale Infrastruktur. Das Konsortium DataPLANT will diese Lücke schließen. Damit ermöglicht es den Austausch interdisziplinärer Sachkenntnis und die Verknüpfung unterschiedlicher analytischer Ergebnisse – und trägt so auch zur Demokratisierung von Forschungsdaten bei.

„Wir freuen uns über den Erfolg in der zweiten Förderrunde. Das gibt uns die Möglichkeit, uns auf eine breite Veröffentlichung von Forschungsdaten nach dem ARC RO-Crate Standard zu fokussieren und eine nachhaltige Verankerung in der Kern-Community und darüber hinaus zu erreichen“, sagt Prof. Dr. Ralf Reski vom Lehrstuhl Pflanzenbiotechnologie der Universität Freiburg und Mitglied im Senior Management Board von DataPLANT. Dabei wird es zu einem verstärkten Einsatz von sogenannten Data Stewarts kommen, Expert*innen, die in einzelnen Gruppen vor Ort helfen, die erzeugten Daten nach einheitlichen Kriterien zu erheben und zu dokumentieren. Diese Initiative soll die deutsche Pflanzenforschung wesentlich stärken und ihre Stellung im internationalen Wettbewerb weiter verbessern.