Exkursion Polizeimuseum Stuttgart
4. Juli 2025
Am 4. Juli 2025 besuchten wir im Rahmen des Seminars zu Uniform und Uniformität das Polizeimuseum in Stuttgart. Das Museum befindet sich auf dem Gelände der Polizei Stuttgart und wird von ehemaligen Polizist*innen kuratiert und betrieben. Es beinhaltet eine Ausstellung über die Geschichte und Aufgaben der Polizei Stuttgart, eine Auswahl an gelösten Kriminalfällen seit den 1950er Jahren und eine Sammlung von Polizeiuniformen. Ein gesonderter Raum beschäftigt sich mit der Stuttgarter Polizei während der Zeit des Nationalsozialismus, zudem gibt es einen Tresor, in dem eine Sammlung an (historischen) Dienstwaffen ausgestellt ist.


Gleich am Eingang erwartete uns unser Guide, der früher selbst als Polizist gearbeitet hatte. Seine Führung durch das Museum war von persönlichen Erfahrungen und Anekdoten geprägt. Er erläuterte zunächst die Anfänge und frühen Aufgaben der Polizei Stuttgart, danach ging er ausführlich auf die ausgestellten exemplarischen Kriminalfälle ein. Nach einem kurzen Einblick in die Geschichte der Polizei während der Zeit des Nationalsozialismus kamen wir in den Teil des Museums, der in Anbetracht unseres Seminarthemas am interessantesten war: die Uniformsammlung. Ausgestellt war hier eine Auswahl an Uniformjacken, -hosen, -hemden, -kappen und -helmen seit dem frühen 19. Jahrhundert bis heute. Wir erhielten Einblicke in verschiedene Aspekte der Thematik: zum einen, welche Arten von Uniformen es überhaupt gibt und auch was bestimmte Abzeichen und Farben bedeuten. Außerdem wie sich die Uniform der Polizei über die Jahrzehnte in Baden-Württemberg und der Bundesrepublik entwickelt hat und nicht zuletzt mit der Uniform verbundene Praktiken, beispielsweise in Bezug auf die Anschaffung und Aneignung sowie mit ihr verbundene Regularien. So erfuhren wir etwa, dass es in der Bundesrepublik seit 1979 eine einheitliche Uniform für die Bundespolizei gibt und dass die neue blaue Polizeiuniform in Baden-Württemberg 2010 eingeführt wurde.
Viel interessanter als diese ‚trockenen Fakten‘ fand ich allerdings, unseren Guide zu seinen persönlichen Erfahrungen und seinem Alltagswissen zum Umgang mit seiner Uniform in seiner aktiven Zeit als Polizist zu befragen. Hierzu konnte er einige spannende Einblicke geben. Einige Kuriositäten gab es auch zu sehen, etwa einen Rock, der zur Erstlingsausstattung (Grundausrüstung, die frisch eingestellte Polizist*innen zu Beginn ihres Dienstes erhalten) der ersten Streifenpolizistinnen (ab den 1990ern) gehörte, der im Arbeitsalltag allerdings (verständlicherweise) kaum getragen wurde. Im Anschluss an die Führung begaben wir uns noch für eine Reflexionsrunde in denPark. Bei Kuchen und Gummibärchen tauschten wir unsere Eindrücke aus. Insgesamt ein sehr gelungener Tag!


Text: Helene Guthausen
Bilder: Ann-Kristin Reinkenhoff