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Die Seminarvorstellungen für das Wintersemester 2025/26 folgen zeitnah.
Lehrstundenplan für das Wintersemester 2025/26 als PDF-Download
Lehrstundenplan für das Sommersemester 2026 PDF Download
Die Lehrveranstaltung bereitet auf die Masterarbeit vor: Wir erarbeiten gemeinsam, wie man eine erste Themenidee operationalisiert und wie man eine dazu passende analytische Fragestellung aussieht. Wie formuliert man kulturwissenschaftliche Thesen? Wie organisiert man einen Forschungsstand? Welche Möglichkeiten der Gliederung einer Arbeit gibt es? Was bedeutet ethnografisches Schreiben? Wie verzahne ich Theorie und Empirie? Schließlich diskutieren wir auch methodologische Fragen.
Darüber hinaus lesen und diskutieren wir aktuelle Texte aus dem Fach. Am Ende des Semester besteht auch die Möglichkeit, eine mündliche Prüfung zu simulieren.
Die Studienleistung besteht aus der Abgabe eines Forschungsexposés. 14-tägig, Dienstags 14-16Uhr, Prof. Dr. Markus Tauschek, Master
Das Seminar beschäftigt sich mit grundlegenden Prozessdynamiken sozialer und kultureller Formationen. Ausgangspunkt ist der derzeit prominente Begriff der ‚gesellschaftlichen Spaltung‘, der in öffentlichen Debatten häufig als Erklärung für politische Polarisierung, soziale Konflikte oder kulturelle Differenzen herangezogen wird. Das Seminar hinterfragt dieses Deutungsmuster kritisch: Lassen sich Spaltungen wirklich als (klare, fest umrissene) Trennlinien verstehen? Oder zeigen gesellschaftliche Wirklichkeiten nicht vielmehr überlappende Gruppenzugehörigkeiten, verschiebbare Positionierungen und kontinuierliche Dynamik? Im Seminar sollen die Begriffe der Divergenz und Konvergenz als theoretische Werkzeuge vorgeschlagen werden, mit welchen sich entfernende und annähernde soziale Bewegungen nicht als Spaltungen, sondern als relationale, dynamische und situative Prozesse gedeutet werden können.
Das Seminar verbindet Lektüre, mündliche Präsentationen, Diskussionen und gemeinsame empirische Deutungsverfahren. Wir setzen uns mit dem Begriff der ‚Spaltung‘ auseinander: Wie wird er in Politik, Medien und Wissenschaft verwendet? Welche Bilder und Metaphern strukturiert er? Welche Unterschiede werden dadurch betont – und welche Verbindungen womöglich verdeckt? Zugleich rücken die Begriffe der Divergenz und Konvergenz in den Fokus sowie empirische Beispiele aus verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen (Medien, Populärkultur, Alltag). Sie kulturanalytisch zu erörtern meint, die normativen, emotionalen, sozialen und symbolischen Dimensionen von solch sogenannten ‚Spaltungsproessen‘ offenzulegen. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Frage, wie man Übergänge, Überlappungen und Ambivalenzen methodisch und textlich erfassen kann, ohne sie vorschnell in dichotome Kategorien zu überführen. Das Seminar verfolgt damit nicht nur eine analytische, sondern auch eine reflexive Perspektive auf kulturelle Prozesse.
Achtung! Hoher Leseaufwand. Bereitschaft zu lesen und Freude am Lernen durch Lesen werden erwartet. Ansonsten SL entsprechend der PO 2024 (Studienleistung über Teilnahme, mündliche Präsentation, Diskussionen sowie schriftliche Arbeit/en). Mittwochs 10-12Uhr, PD Drin. Sarah May, Master.
Das Seminar aus dem Modul Kultur und Gesellschaft soll zunächst die Begriffe „Alltag“ und „Lebenswelt“ im kulturwissenschaftlich gebrauchten Sinne vertiefen sowie ihre Extension bestimmen und ausdifferenzieren. Im zweiten Teil des Seminars geht es um den alltagskulturellen Niederschlag einer gravierenden, sowohl politischen wie auch gesellschaftlichen, ökonomischen und konfessionellen Transformation, die in Deutschland nach dem II. Weltkrieg stattgefunden hat: Damit gemeint ist die Ankunft und Integration von ca. 12-14 Millionen Flüchtlingen und Vertriebenen aus Ostmitteleuropa und Südosteuropa mit den damit verbundenen Herausforderungen etwa im Hausbau und Wohnen, im Aufeinandertreffen unterschiedlicher Gewohnheiten der Nahrungszubereitung, in der Religionspraxis u.a.m. Sowohl an exemplarischen Forschungsarbeiten wie auch an bis in die Gegenwart empirisch wahrnehmbaren Zeugnissen der Lebenswelt soll dieser alltagskulturelle Niederschlag erkundet und diskutiert werden.
Die Seminarveranstaltung wird mit zwei 1-Tages-Exkursionen verbunden. Montags 16-18Uhr,
Prof. Dr. apl. Michael Prosser-Schell, Bachelor.
Lehrforschungsprojekt Fachschaftshaus
Im Zentrum des zweiten Teils des Projektseminars steht die Auswertung der im WS erhobenen Materialien und die Erarbeitung einer Ausstellung sowie begleitender Medien.
Studierende, die nicht am ersten Teil des Seminars teilgenommen haben, können nach Rücksprache mit Prof. Tauschek auch das Seminar des zweiten Projektteils belegen (Rücksprache per Mail an: tauschek@ekw.uni-freiburg.de).
Das Seminar ist projektförmig organisiert; wir werden in verschiedenen Arbeitsgruppen zusammenarbeiten und unsere wissenschaftliche Ergebnisse in die Ausstellung übersetzen. Dienstags 9-12Uhr, Prof. Dr. Markus Tauschek, Master & Bachelor.
Charakteristisch für (Flucht-)Migration ist nicht nur der Moment des Aufbruchs, sondern auch die Phase des Ankommens: Häufig wohnt ihr nicht der vielbeschworene „Zauber des Anfangs“ (Hermann Hesse) inne; vielmehr ist sie von einer Umgewöhnung und bisweilen konflikthaften Neuorientierung geprägt, die über den weiteren Verlauf der Migration mitentscheiden mag. Insofern bietet die Ankunft als zeitlich unbestimmter Lebensabschnitt ein deutliches Potenzial, um grundlegende Fragen der Selbst- sowie der Fremd-Verortung kulturanalytisch in den Blick zu nehmen.
Der Kurs setzt sich dazu unter dem Augenmerk auf Transformationsprozesse zunächst kritisch mit Diskursbegriffen wie u.a. „Gemeinschaft“ (Heimerdinger 2021; Plamper 2019), „Integration“ (Foroutan / Kalter 2021; El-Mafaalani 2023) und „Willkommenskultur“ (Huke 2021; Schäfer 2022) auseinander, um in einem zweiten Schritt paradigmatische Beispiele aus zwei markanten Bereichen der deutschen Migrationsgeschichte und -gegenwart zu beleuchten: Die Fälle der Heimatvertriebenen und die Ereignisse im Nachgang des „Langen Sommers der Migration“ (Hess et. Al 2016) rücken ins Zentrum, um sowohl über historisch-archivalische Zugänge aus den Materialien des IKDE als auch über ethnografisch-akteur:innenzentrierte und medienanalytische Methoden Einblick in Prozesse des Ankommens, ihre Konflikte und Konsequenzen zu erhalten. Indes geht es hier weniger um einen unmittelbaren Vergleich, als um das Identifizieren und Analysieren zentraler Muster, die das Ankommen präg(t)en. In dieser Perspektive auf die dahinterstehenden Prozesse und ihre Wahrnehmung rücken neben Fragen nach sozialer Teilhabe und Zugehörigkeit in einer von Vielfalt geprägten Gesellschaft auch solche nach Differenzen und Regimen der (Un-)Sichtbarkeit in den Vordergrund. Mittwoch 16-18Uhr, Jana Stöxen M.A., Bachelor.
Wer hat Macht? Berufspolitiker*innen? Eltern? Professor*innen? ‚Die Medien‘? ‚Die Reichen‘? ‚Das Volk‘? Wir alle? Was ist und bedeutet Macht aus kulturwissenschaftlicher Perspektive? Das Seminar nähert sich diesem für die Kulturanalyse zentralen Begriff, der zugleich bislang im Fach nur wenig theoretisiert wurde, in Beziehung zu Unternehmungen eines empirisch-theoretischen Verstehens von Entscheidungspraktiken und -horizonten.
Macht und Entscheidung vermutet man in hierarchischen Systemen und Beziehungen wie Politik, Polizei, Schule oder Kirche. Sie prägen aber auch weniger offensichtlich machtdurchzogene Geflechte alltäglicher Routinen, sozialer Interaktionen und institutioneller Abläufe, die von alltäglichen Entscheidungspraktiken des Konsums, der Medienwahl und (Frei)Zeitgestaltung bis hin zu moralisch-normativen Ordnungen in z.B. Mensch-Umwelt- und Mensch-Tier-Beziehungen reichen. Dabei wird deutlich: Macht und Entscheidung sind eingebettet in kulturelle Deutungsmuster, soziale Beziehungen, Normen, Erwartungen und materielle Bedingungen. Auf sie fokussiert das Seminar, dessen Ziel es ist, zu verstehen, wie Entscheidungen in sozialen, kulturellen und institutionellen Kontexten entstehen und welche Formen von Macht darin wirksam werden.
Lernziele: Die Teilnehmer*innen können nach Abschluss des Seminars zentrale machttheoretische Konzepte benennen und kritisch anwenden, Macht- und Entscheidungsprozesse in kulturellen Zusammenhängen erkennen, sie empirie- und theoriebasiert deuten sowie argumentativ aufbereiten.
Achtung! Hoher Leseaufwand. Bereitschaft zu lesen und Freude am Lernen durch Lesen werden erwartet. Ansonsten SL/PL entsprechend der PO 2024 (HF/NF): Studienleistung mit mündlichen Präsentationen und schriftlichen Aufgaben während des Semesters; Prüfungsleistung je nach PO über Hausarbeit oder mündliche Prüfung. Montags 12-14Uhr, PD Drin. Sarah May, Bachelor.
Ethnopolitik, Ethnonationalismus, Ethnomarketing, Ethnofood, – diese Schlagworte verweisen darauf, dass die Bezugnahme auf Herkunft und darauf basierender Identität in unterschiedlichen Bereichen des gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Lebens eine wichtige Rolle spielt. Während v.a. in den 1990er-Jahren vor dem Hintergrund einer Globalisierungseuphorie teilweise ein Bedeutungsverlust von ethnischen Phänomenen prognostiziert wurde, lässt unsere Gegenwart Gegenteiliges vermuten. So selbstverständlich dabei ethnische Kategorien in alltäglicher Praxis, medialen Diskursen, politischen Entscheidungen oder ökonomischer Inwertsetzung aufgerufen werden, so wenig reflektiert ist dabei häufig das Konzept der Ethnizität.
Im Mittelpunkt des Seminars steht die Beschäftigung mit theoretischen Texten und Positionen zu „Ethnizität“. Neben Literatur aus dem Fachzusammenhang der Empirischen Kulturwissenschaft kommen u.a. auch soziologische Arbeiten in den Blick. Wir beschäftigen uns dabei mit historischen bzw. ‚klassischen‘ Texten genauso wie mit neueren Publikationen. Auf diese Weise vertiefen wir das im Seminar erworbene Theoriewissen auch wissenschafts- bzw. fachgeschichtlich. Entsprechend ist die Bereitschaft zur Auseinandersetzung mit zum Teil komplexen theoretischen Texten Voraussetzung einer ertragreichen Seminarteilnahme.
Weiterer Schwerpunkt des Seminars ist die Rückbindung theoretischer Perspektiven an konkrete Fallbeispiele. Wie können diese theoriegeleitet empirisch-kulturwissenschaftlich untersucht werden? Im Seminar erproben wir die forschungspraktische Anwendung von Theorien anhand von Archivmaterialien aus dem IKDE sowie aktuellen Beispielen mit Bezug zum östlichen Europa.
In den Blick kommen dabei u.a. historische Phänomene des Nation Building (z.B. tschechische Nationalbewegung) und der Konstruktion von Minderheiten (z.B. ‚Sudetendeutsche‘), die Reflexion der Fachgeschichte der deutschsprachigen Volkskunde im/zum östlichen Europa als ‚Ethnowissenschaft‘ sowie aktuelle Formen der Instrumentalisierung von ethnischer Zugehörigkeit in politischen Feldern (z.B. Migrationsdebatten) und Kommodifizierung von Ethnizität (z.B. im Marketing). Die Teilnehmenden des Seminars können auch gerne selbstgewählte Fallbeispiele mit Bezug zum östlichen Europa in das Seminar einbringen. Montags 12-14Uhr, Dr. Tilman Stefan Kasten, Bachelor.
Wie kann, wie soll Wirtschaftswachstum mit ökologischen Grenzen vereinbart werden? Wie können Biodiversität geschützt, Ressourcennutzung reduziert und Klimaresilienz aufgebaut werden? Welche Mensch-Umwelt- und welche Mensch-Mensch-Beziehungen kommen in Diskursen und Praktiken ‚sozial-ökologischer Transformationen‘ zum Tragen? Wer arbeitet wie auf welchen Wandel hin? Wer profitiert davon, wer wird benachteiligt? Was kann ‚gerechter Wandel‘ bedeuten? – Das Herstellen ‚einer sozial-ökologischen Transformation‘ wird als eine der zentralen Aufgaben gegenwärtiger Gesellschaften benannt. Was bedeutet dies für die Kulturwissenschaft? Welche Beiträge – theorieorientiert wie lebensweltlich – kann sie hier einbringen?
Das Seminar adressiert ökonomische und politische Strategien, Alltagspraktiken sowie damit zusammenhängend affektive, symbolische und moralische Dimensionen, um Imaginationen, Praktiken und Prozessen sozial-ökologischer Transformationen in ihren kulturellen Dimensionen zu verstehen. Ausgehend von der Feststellung, dass solch Transformationen nicht nur und womöglich weit weniger durch technologische Innovationen oder politische Programme entwickelt wird, denn durch soziale Beziehungen, gesellschaftliche Diskurse und kulturelle Transformation, fokussiert das Seminar darauf, wie Menschen in unterschiedlichen sozialen Kontexten Wandel denken, erleben, aushandeln, herbeiführen und aktiv gestalten.
Das Seminar verbindet Lektüre, mündliche Präsentationen, Diskussionen und gemeinsame empirische Deutungsverfahren. Ziel ist es, dass die Teilnehmer*innen nach Abschluss des Seminars zentrale theoretische Ansätze zur sozial-ökologischen Transformation kennen und kritisch anwenden können, kulturelle Dimensionen ökologischer/ökonomischer Debatten erkennen und reflektieren können, komplexe Transformationsprozesse aus kulturwissenschaftlicher Perspektive analysieren und Ergebnisse eigenständig aufbereiten und präsentieren können.
Achtung! Hoher Leseaufwand. Bereitschaft zu lesen und Freude am Lernen durch Lesen werden erwartet. Ansonsten SL und PL entsprechend der PO 2024 (Studienleistung über Teilnahme, mündliche Präsentation und Diskussionen; Prüfungsleistung nach Hausarbeit). Donnerstags 10-12Uhr, PD Drin. Sarah May, Master.
Wer wird wann wie gelesen und zitiert? Warum finden sich in Seminarleselisten, Haus- und Abschlussarbeiten immer wieder und vor allem Bourdieu und Foucault, Bausinger und Kaschuba? Welches Wissen würde generiert und reproduziert werden, wenn wir wieder und wieder gezielt Autorinnen* der Volkskunde/Empirischen Kulturwissenschaft in den Fokus rücken?
Das Seminar widmet sich den Frauen* der Volkskunde/Empirischen Kulturwissenschaft, ihren Forschungsfeldern, -fragen und Publikationen. Wir können Texte lesen von Ahner, Bendix, Burckhardt-Seebass, Färber, Fenske, Göttsch-Elten, Götz, Greverus, Hämmerling, Hegner, Hess, Huszka, König, Krug-Richter, Kuhn, Künzler, Meyer, Rolshoven, Scheer, Schuchardt, Schwell, Weber-Kellermann, Welz, Wittmann, Zinn-Thomas und vielen anderen mehr. – Sie haben die Wahl! Zentral steht: Wir gehen gemeinsam der Frage nach, wie weibliche Forschungsperspektiven das Fach geprägt, erweitert oder irritiert haben – von ‚frühen‘ wissenschaftlichen Beiträgen bis zu aktuellen Themen und Methoden.
Im Mittelpunkt stehen ausgewählte Texte, die wir gemeinsam historisch, methodisch und diskurskritisch analysieren. Das Seminar bietet sowohl eine Einführung in biografische und wissenschaftsgeschichtliche Zusammenhänge als auch die Möglichkeit, ‚klassische‘ und weniger bekannte Arbeiten neu zu entdecken. Ziel ist es, die Vielfalt volkskundlicher resp. empirisch-kulturwissenschaftlicher Wissensproduktion sichtbar zu machen und zentrale Debatten aus einer gender- und wissensgeschichtlichen Perspektive zu reflektieren.
Achtung! Hoher Leseaufwand. Bereitschaft zu lesen und Freude am Lernen durch Lesen werden erwartet. Ansonsten SL/PL entsprechend der diversen Prüfungsordnungen (HF/NF, PO 2024 & 2016): Studienleistung mit mündlichen Präsentationen und schriftlichen Aufgaben während des Semesters; Prüfungsleistung je nach PO über Hausarbeit oder mündliche Prüfung. Freitags 10-12Uhr, PD Drin. Sarah May, Bachelor.
Kommode, Stange, Haken, Garderobe, Schublade, Regal, Korb, Truhe, Kiste, Sack,… den Aufbewahrungsmöglichkeiten unserer Textilien sind quasi keine Grenzen gesetzt und doch reden wir immer wieder vom “Kleiderschrank”. Doch auch diese könnten in ihrem Aufbau, Standort, Inhalt, ihren Geschichten kaum unterschiedlicher sein. Popkulturell changiert unser Blick zwischen der Capsule Wardrobe – dem Leben mit ca. 50 Textilien – oder dem Ankleidezimmer á la Carrie Bradshaw aus Sex and The City, die selbst ihren Backofen als Stauraum nutzt. Der Kleiderschrank als Mittel zum Zweck, als Liebhaber*innenobjekt oder Aushandlungsort von Konsum, Körpern und Biografie: Fakt ist, es ist sehr viel mehr als nur ein Möbelstück oder eben viele Möbelstücke. Diese vielfältigen Betrachtungsweisen bündeln sich in ihrer inhaltlichen wie methodischen Varianz im Forschungsfeld der Wardrobe Studies. Ausgehend von unseren eigenen Kleiderschränken tauchen wir daher (auto-)ethnographisch in die Welt von textiler materieller Kultur ein, und betrachten Konsum- und Ordnungspraktiken, Trage-, Instandhaltungs- und Waschverhalten sowie die Entsorgung unserer nächsten Alltagsbegleiter.
Die im Seminar zu erbringende Prüfungs- bzw. Studienleistung ist ein Lernportfolio, das über das Semester hinweg angefertigt werden soll. Stellen Sie sich demnach auf zu erledigende Arbeiten während des laufenden Semesters ein. Zudem wird der eigene Kleiderschrank zum Ausgangspunkt unseres Arbeitens und Lernens gemacht, der Wunsch, sich mit dem eigenen Besitz und Konsum auseinanderzusetzen, sollte als Grundvoraussetzung für die Belegung angesehen werden. Im Zuge des Seminars sollen zwei freigewählte Vorträge im Kolloquium besucht werden. Das Kolloquium findet an den folgenden Terminen von 18 bis 20 Uhr am Institut statt: 7.5., 21.5., 11.6., 25.6., 2.7. und 16.7. Planen Sie dies bitte bei der Wahl des Seminars mit ein. Das Kolloquiumsprogramm wird Mitte April bekanntgegeben. Mittwochs 10-12Uhr, Ann-Kristin Reinkenhoff M.A., Bachelor.
Eine “Ignoranz der Wissenschaft gegenüber der Mode” attestiert u.a. die Modesoziologin Melanie Haller (2020: 384) der wissenschaftlichen Betrachtung von Kleidung, Mode und Textil. Kulturwissenschaftlerin Kerstin Kraft und Modehistorikerin Birgit Haase pflichten bei und schreiben von “eine[r] in Vergangenheit wie Gegenwart vielfach konstatierte[n] Marginalisierung der Gegenstandsbereiche aus (kultur-)wissenschaftlicher Sicht” (2025: 1).
Die inhärente Inter- wie Transdisziplinarität und fehlende Fachanbindung mögen dies erklären, führen gleichzeitig aber auch zu schier unbegrenzten thematischen Möglichkeiten.
Eine Kategorie, die sich dabei in ihrer Betrachtung so sehr aufdrängt, wie kaum eine andere, ist Gender. Kleidung, Moden und Textilien sind auf unterschiedlichen Ebenen stark mit Gender verknüpft und bedürfen mehr (wissenschaftlicher) und oftmals intersektionaler Aufmerksamkeit.
Die inhaltliche Vielfalt und die Auswirkungen auf alltägliche Interaktionen könnten dabei kaum größer sein. Dementsprechend gilt es im kommenden Institutskolloquium, diese interdisziplinäre Diversität der Mode-, Kleidungs- und Textilwissenschaft aufzuzeigen und sichtbar zu machen. Mit eingeladenen Gastwissenschaftlerinnen* aus EKW, Soziologie, MKW, Geschichtswissenschaft und Kunstgeschichte betrachten wir gegenderte Textilien sowie gendernde Moden aus kulturhistorischen und empirischen Perspektiven und tauchen ein in eine Vielzahl an Methoden und Forschungen.
Zudem wird es voraussichtlich zwei Sondertermine geben, die ebenfalls zum Institutskolloquium zählen, aber nicht thematisch angebunden sind. Das Kolloquium findet unregelmäßig am Donnerstag von 18-20Uhr statt, Ann-Kristin Reinkenhoff M.A., Bachelor & Master.
Haase, Birgit & Kraft, Kerstin (2025): Mode – Kleidung – Textil : kulturwissenschaftliche Grundlegung und Methode. In Zusammenarbeit mit Melanie Haller, Julia Bertschik & Viola Hoffmann. Berlin.
Haller, Melanie (2020): Am seidenen Faden – Liminalität im Kontext von Vergänglichkeit in Moden, Kleidung und Textil. In: Haller, Melanie/Helmers, Traute/Mallon, Stefanie (Hg.): Der Tod und das Ding. Textile Materialitäten im Kontext von Vergänglichkeit. Münster/New York, 379–400.
Ob für Bürgerrechte oder die Umwelt – populäre Songs können eine große Kraft entfalten und zum Ausdruck gesellschaftlicher Strömungen werden. Das Seminar untersucht die Geschichten von Pop- und Folksongs, die in der Gegenkultur der 1960er-Jahre, in den Protestbewegungen der Neuen Sozialen Bewegungen, in der Punk-/ Hausbesetzungsszene oder anderen gesellschaftlich-politischen Kontexten populär wurden. Die Lieder werden im Hinblick auf unterschiedliche Schwerpunkte (Medialität, musikalisch-/intertextuelle Bezüge oder historische Singanlässe/Kontexte usw.) untersucht. Ausgewählte Lieder sollen einen Bezug zur Region Freiburg haben, s dass auch historisch-archivalische und empirisch-qualitative Arbeitsweisen (Archivquellen, themenzentrierte Interviews) vertieft werden können. Das Seminar findet in Kooperation mit dem Freiburger Archiv Soziale Bewegungen statt. Mittwochs 10-12Uhr im ZPKM, Dr. Johannes Müske & Prof. Dr. Dr. Michael Fischer, Bachelor.
Im Juni 2024 veröffentlichte die britische Popmusikerin Charli xcx ihr sechstes Studioalbum. Ein Album, mit dem sie ‚die Welt schockierte‘ – so hieß es zumindest in einer Konferenzankündigung der University of California, Berkeley. Neben dem neongrünen Albumcover, das mit seiner schnörkellosen Schrift an die frühen Tage des Internets erinnert, war es vor allem der Titel des Albums, der für Aufsehen sorgte: „Brat“ (dt. „Göre“). Das Album war nicht nur ein großer, kommerzieller Erfolg, sondern Charli xcx profilierte damit eine kulturelle Figur, die dafür steht, sich von gesellschaftlichen Konventionen und Idealen wie Perfektionismus zu lösen. Eine „Brat“ hat keine Angst davor, mit ihrem Aussehen oder ihrem Verhalten anzuecken, sondern sie feiert die Unvollkommenheit bzw. Messiness des Lebens (gerne auch mit Alkohol und Zigaretten).
Ein Beleg für die affektive Kraft dieser kulturellen Figur ist der „Brat Summer“, ein Lifestyletrend, der sich um das Album und seine umfassende Marketingstrategie ausbildete. Die Journalistin Hannah Planey resümierte diesbezüglich: “[H]aving a Brat Summer is more than just relating to the lyrics in the songs; It’s a state of mind — as cliche as it sounds” (Planey 2024). Die Tragweite des Trends bzw. der kulturellen Figur illustriert nicht zuletzt seine Rezeption im politischen Diskurs: Im Zuge der Bekanntgabe von Kamala Harris als US-Präsidentschaftskandidaten der Democratic Party im Sommer 2024 bezeichnete Charli xcx sie in einem Tweet als „Brat“, woraufhin das Team von Harris ein Rebranding ihres Wahlkampfes im Stile des Albumcovers vornahm.
Das Seminar nimmt diese Gemengelage zum Ausgangspunkt, um sich am Beispiel von „Brat“ mit den musikalisch-medialen, ästhetisch-inhaltlichen, wirtschaftlichen und gesellschaftspolitischen Dimensionen populärer Musik auseinanderzusetzen. Dafür wird eine explizit kulturwissenschaftliche Perspektive eingenommen, die durch Diskussionen der Popular Music Studies inspiriert ist. Die Studierenden befassen sich mit ausgewählten Facetten der Erforschung populärer Musik, was der Vertiefung ihrer theoretisch-analytischen Kenntnisse dient.
DAS SEMINAR FINDET IN DEN RÄUMEN DES ZPKM (ROSASTR. 17) STATT!! Dienstags 12-14Uhr, Laura Steinhausen M.A., Bachelor.
Donnerstags 14-16Uhr, Profin. Drin. Anna Lipphardt, Master & Bachelor.
Das Seminar vertieft praktische Fähigkeiten der inhaltlichen Analysearbeit und verbindet diese mit Übungen ethnographischen Schreibens. Ausgehend von Selbstreflektionen zu Arbeits- und Schreibstilen werden Techniken zur Arbeitsplanung und -strukturierung vorgestellt, die in konkreten Schreibübungen erprobt und eingeübt werden. An ausgewählten Fallbeispielen wird der Weg von der inhaltlichen Interpretation empirischer Daten zur Umsetzung in einen wissenschaftlichen Text rekapituliert und verfeinert. Durchführung 14-tägig/zweistündig, Mittwoch: 12–14:00 Uhr, Prof. Dr. Timo Heimerdinger.
Gegenstand des Lektürekurses sind Schlüsseltexte der Empirischen Kulturwissenschaft, die zentrale Zugänge, Epistemologien und methodische-interpretative Konzepte rekapitulieren und vertiefen. Der Kurs dient der Ergänzung der zweistündigen Veranstaltung “Empirische Zugänge und theoretische Positionen der Kulturanalyse” in demselben Modul und schafft im Zusammenspiel eine gemeinsame fachliche und begriffliche Basis des Studienjahrgangs. Der Kurs findet phasenweise im Selbststudium statt, die Ergebnissicherung erfolgt jedoch in gemeinsamen Veranstaltungen in Form von Präsentationen und Gruppendiskussionen. Die Dokumentation des Lernprozesses erfolgt durch die Abfassung von Exzerpten und Bilanzierungen. Durchführung 14-tägig/zweistündig, Mittwoch: 12–14:00 Uhr, Prof. Dr. Timo Heimerdinger.
Freitag: 10–12:00 Uhr, Prof. Dr. Dr. Michael Fischer, Dr. Johannes Müske.
Janet Jackson’s sogenannter ‚Nippelgate‘ beim Superbowl 2004 sorgte für Millionenschwere Klagen wegen „unsittlicher Entblößung“ und seither wird die Live-Aufzeichnung des Superbowls nur noch mit 5 Sekunden Verzögerung ausgestrahlt. Nach Angela Merkels Auftritt bei der Eröffnung der Osloer Oper 2008 in einem dunklen Kleid mit Stola sprach am nächsten Tag die halbe Republik nicht über die Architektur, sondern: „Wie viel Dekolleté darf eine Kanzlerin zeigen?“ (Die Welt 2008). Instagram zensiert Nippel auf Gemälden der ‚Alten Meister‘ genauso, wie von Rihanna auf dem Cover der brasilianischen Vogue, jedoch nur, wenn es sich um Nippel von FLINTAs handelt. Was macht Brüste und vor allem die, die nicht zu Männern gehören, zu einem solchen Politikum und in vielerlei Hinsicht nach wie vor zu einem Tabu? Warum wird mit dem männlichen „Obenrum“ anders umgegangen? Im Seminar soll anhand des exemplarischen Forschungsfeldes Brust und Brüste dieser Frage auf den Grund gegangen werden. Mit kulturhistorischen Betrachtungen des Dekolletés über Korsett und BH hinzu Binder und #freethenipple betrachten wir die Busen dieser Welt aus vielfältigen Perspektiven. Mit Hilfe unterschiedlicher Theorien u.a. hinsichtlich Körper, Geschlecht, Queerness, Sexualisierung und ‚Schönheit‘ vertiefen wir das viel diskutierte ‚Obenrum‘. Dienstag: 12–14:00 Uhr, Ann-Kristin Reinkenhoff M.A.
Was zeichnet kulturwissenschaftliche Forschung in besonderer Weise aus? Wo legen Grenzen unserer Zugänge? Wie sehen gute Ethnografien aus? Wie kann kulturtheoretisch fundiertes Argumentieren gelingen? Die Lehrveranstaltung ist einerseits als Bestandsaufnahme konzipiert, die das erworbene Wissen aus dem Bachelor noch einmal bündelt und zusammenführt. Andererseits geht es aber auch darum, kulturwissenschaftliche Zugänge, Methoden und Argumentationsweisen noch einmal spezifischer zu vertiefen. Wir lesen gemeinsam neueste Texte, befassen uns exemplarisch mit Themenfeldern und erarbeiten so einem gemeinsamen Wissenshorizont. Dazu gehört auch, dass wir uns – durchaus auch kritisch-reflexiv – mit neuesten „Trends“ in der Forschung auseinandersetzen und auch gemeinsam erarbeiten, inwiefern interdisziplinäres Denken immer auch Bestandteil kulturwissenschaftlichen Arbeitens ist. Mittwoch 10–12:00 Uhr, Prof. Dr. Markus Tauschek.
Zuhause – unterwegs/Ici et allieurs ist das Thema einer trinationalen Ausstellungsreihe, die 2026/27 an 26 Museen im Dreiländereck stattfinden wird. Das Dreiländermuseum Lörrach, das diese Ausstellungsreihe koordiniert, zeigt eine Ausstellung zum Thema Migration im Dreiländereck und nimmt dies darüber hinaus zum Anlass, Migration als Querschnittthema in seiner Dauerausstellung zu verankern. Ansatz ist hierbei, die Geschichte und Gegenwart der Migration im Dreiländereck, wo die Schweiz, Frankreich und Deutschland aufeinandertreffen, aus vergleichender Perspektive zu erzählen wie auch aus Perspektive der grenzüberschreitenden Verflechtungen und Beziehungsverhältnisse. Ein zentrales Anliegen des Museums ist zudem die Anpassung der Sammlungsstrategie, um Objekte und Erzählungen zu Migration systematisch zu integrieren und durch partizipative und kollaborative Ansätze Migrant:innen einzubeziehen. Donnerstag 14–17:00 Uhr, Prof.in Dr.in Anna Lipphardt.
Idyllisch mit Blick auf den Schwarzwald liegt das ehemalige Fachschaftshaus der Universität. Generationen von Studierenden haben dort Einführungswochen verbracht, zusammen gearbeitet und gefeiert. Seit der Corona-Pandemie liegt das Haus in einem Dornröschenschlaf. Das soll sich nun ändern. Ein interdisziplinäres Team erarbeitet im Rahmen eines von der Stiftung Innovation in der Hochschullehre gefördeten Projekts ein Konzept dafür, wie das Haus zu einem zeitgemäßen Ort des Lehrens und Lernens werden kann – und die Empirische Kulturwissenschaft ist mit dabei.
Im Studienprojekt begleiten wir diesen Prozess kulturwissenschaftlich. Wir rekonstruieren erstens die Geschichte des Hauses, das 1934 erbaut wurde, und untersuchen, wie sich die Nutzung veränderte. Dazu sind auch Interviews mit ehemaligen Studierenden vorgesehen, die Zeit im ehemaligen Fachschaftshaus verbracht haben. Zweitens befassen wir uns mit der Frage, was sich Studierende und verantwortliche Akteur*innen an der Uni von diesem Haus heute wünschen: Wie könnte/sollte es aussehen? Da eine Idee darin besteht, das Haus zu einem Ort des interdisziplinären Lernens zu machen, befassen wir uns auch selbst mit der Frage, wie das konkret aussehen könnte: Gibt es zum Beispiel an anderen Hochschulen schon vergleichbare Orte, aus denen man etwas lernen könnte? Im Sinne einer antizipativen Anthropologie schauen wir im Projekt auch in die Zukunft: Wie könnte ein guter Ort des gemeinsamen Lernens eigentlich auf der Basis kulturwissenschaftlichen Wissens aussehen? Dafür lernen wir auch Grundlagen von Design Thinking kennen und arbeiten mit Studierenden anderer Disziplinen zusammen.
Ergebnis des Projekts wird eine kreative Ausstellung mit einer eigenen digitalen Version sein, die im Sommersemester 2026 realisiert werden soll. Wir konzipieren eine Social-Media-Strategie, die die Fortschritte des Projekts dokumentiert; und wir erarbeiten, welchen Beitrag die Empirische Kulturwissenschaft für die Umgestaltung des Hauses liefern kann. Freitag 10–13:00 Uhr, Prof. Dr. Markus Tauschek.
Dienstag 18–20:00 Uhr.
Dienstag 16–18:00 Uhr, Prof.in Dr.in Anna Lipphardt
Raum ist aus kulturanalytischer Sicht nicht einfach gegeben, sondern wird entlang von Deutungen und Praktiken der Akteur:innen hergestellt. Gleichzeitig gibt er dem Handeln aber auch eine Ordnung. Das Straßenbahnticket wird entlang von einzelnen Zonen gekauft, Stromtrassen schreiben sich in das Landschaftsbild ein und versorgen Haushalte mit Energie, Mülltonnen prägen in zeitlichen Rhythmen das Stadtbild und werden routinisiert vom städtischen Abfalldienst eingesammelt. Räumliche Kategorien und Infrastrukturen gehen in diesen Beispielen Hand in Hand.
Das Seminar hat zum Ziel theoretische Zugänge zur analytischen Kategorie Raum zu schaffen. Intensive Lektüre relevanter Grundlagentexte ist hierbei zentral. Die gewonnenen Perspektiven sollen anschließend auf konkrete Beispiele angewandt werden, die sich insbesondere unterschiedlichen Infrastrukturen und Infrastrukturierungsprozessen in und um Freiburg widmen. Energieversorgung, Mobilität, Abfallmanagement spielen dabei eine Rolle und sollen dahingehend befragt werden, wie sie Raum schaffen, diesen prägen und darüber Ordnungen produzieren. Mittwoch 16–18:00 Uhr, Lea Breitsprecher M.A.
Willkommen zu einem Seminar, das die Grenzen des traditionellen Museums sprengt! In diesem Kurs begeben wir uns auf eine spannende Erkundung ins Freiburger Umland, um aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen (z. B. kulturelle Vielfalt, Klimawandel, regionale Planung) aus neuen Perspektiven zu beleuchten. Mit einer modularen und mobilen Museumsausstattung und in Zusammenarbeit mit lokalen Akteur*innen erarbeiten wir innovative Zugänge zu Transformationserfahrungen und stellen diese dialogisch aus.
Von der ersten Idee bis zur finalen Realisierung – in diesem Seminar erleben Sie alle Schritte der Museumsarbeit mit. Sie lernen, wie man eine Pop-Up-Ausstellung konzipiert, kuratiert und umsetzt. Dabei erwerben Sie wertvolle Kompetenzen in Szenographie, Partizipationsstrategien, Objekthandling und Wissenschaftskommunikation.
Neben den fachlichen Fähigkeiten sammeln Sie wertvolle Erfahrungen in Projektmanagement, Teamarbeit und der Kommunikation mit verschiedenen Interessensgruppen. Diese Skills sind nicht nur für Museen und Archive, sondern auch für viele andere Bereiche und zukünftige Tätigkeiten besonders wertvoll. i.d.R. Montag 16–19:00 Uhr, Dr.in Inga Wilke & Dr. Matthias Möller
„Aus zweiter Hand“ ist mehr als ein ökonomisches oder ökologisches Phänomen – es ist Ausdruck kultureller Werte, sozialer Praktiken und ästhetischer Strategien. Ob Gebrauchtwarenhandel, Verschenken, Weitergabe oder Tausch, ob auf Flohmärkten, im privaten Rahmen oder Digital vermittelt: die sekundäre Nachnutzung von Waren und Objekten umfasst mit Kleidung, Büchern, Möbel, Nahrung, Medien oder technischem Gerät sämtliche Bereiche der Alltagskultur und ist damit einerseits Teil komplexer Alltagsökonomien und zugleich Indikator für gesellschaftlichen und kulturellen Wandel.
Dieses Seminar nimmt die Second Hand-Kultur in ihren unterschiedlichen Ausprägungen ethnografisch und theoretisch in den Blick. Wir beschäftigen uns mit Fragen wie:
- Was macht Dinge „gebraucht“ – und was macht sie (wieder) begehrenswert?
- Wie verändern sich Bedeutungen und Identitäten von Dingen im Kreislauf des Weitergebens?
- Welche Rolle spielen Märkte, Tauschplattformen und Reparaturcafés als kulturelle Orte?
- Wie wird Second Hand medial und gesellschaftlich repräsentiert (z. B. als nachhaltig, retro, prekäres Konsumverhalten)?
Anhand ethnografischer Fallstudien, Theorien materieller Kultur und konsumkultureller Ansätze analysieren wir, wie Menschen mit Dingen umgehen, Bedeutungen konstituieren und soziale Beziehungen über Objekte herstellen. Eine eigene kleine Feldforschung (z. B. Beobachtungen in Second Hand-Läden, Interviews mit Nutzer*innen, Onlineplattformen) ist Teil des Seminars. Dienstag 16–18:00 Uhr, Prof. Dr. Timo Heimerdinger.
1773 prägte Johann Gottfried Herder den Begriff des Volkslieds. Dieser verwies damals auf eine Form der Dichtung, die volksnah imaginiert wurde und sich absetzte gegenüber der Poesie von Barock und Rokoko. Heute wird der Begriff nicht zuletzt aufgrund seiner Bezugnahme auf das Volk als nicht mehr zeitgemäß angesehen und eher von populärem Liedgut gesprochen.
Anfang des 20. Jahrhunderts entstanden zahlreiche Volksliedsammlungen u.a. in Freiburg und Stuttgart, die systematisch erforscht und erweitert wurden. Historische Archivalien und Sammlungsbestände gewähren Einblicke in Denk- Vorstellungs- und Lebenswelten der Vergangenheit. Sie erweitern und ergänzen unseren Blick auf alltagskulturelle Gegenwartsphänomene. Theoretisch und methodisch sind sie als historische Ethnographie in die qualitative Forschung des Fachs eingebunden.
Am Beispiel der Liedsammlungen des ZPKM und der Landesstelle für Alltagskultur in Stuttgart bietet das Seminar eine Einführung in das kulturwissenschaftliche Arbeiten in Archiven, Sammlungen und anhand archivalischer Quellen. Dabei erarbeiten sich die Studierenden einen Überblick über methodische Zugänge und qualitative hermeneutisch-interpretative Verfahren. Archivbesuch und Quellenauswertungen bieten erste Erfahrungen mit den entsprechenden Arbeitstechniken. Ziel ist eine gemeinsam erstellte Präsentation zum Thema Volkslieder. Mittwoch 16–18:00 Uhr, Dr. Johannes Müske & Prof.in Dr.in Sabine Zinn-Thomas.
Der Begriff des Kulturkampfs taucht in letzter Zeit wieder vermehrt in politischen Debatten und auch in alltagskulturellen Kontexten auf. Der Begriff ist ein Beleg für die zunehmende Politisierung des Kulturbegriffs. Wie aber wird „Kultur“ derzeit politisiert? Wie wird sie einerseits zu einer kultur- und identitätspolitischen Ressource? Wie wird sie andererseits aber auch problematisiert? Im Seminar befassen wir uns mit den unterschiedlichen Formen der Politisierung von Kultur, ob in Debatten um das Konzept einer „cultural appropriation“ oder im Kontext der Inwertsetzung von Kultur als kulturelles Erbe, ob im Kontext der Diskussionen beispielsweise um gendergerechte Sprache oder im Rahmen der Debatten um den Umgang mit dem Kolonialismus. Ziel ist es zunächst, ein kulturwissenschaftliches Verständnis der komplexen Prozesse der Politisierung von Kultur in unterschiedlichen Feldern zu erarbeiten, um darauf aufbauend auch zu diskutieren, wie Kulturwissenschaftler*innen sich hier auch gezielt positionieren sollten. Da sich die Politisierung von Kultur zwar in nationalstaatlichen Rahmen konstituiert, wir es aber insgesamt auch mit globalen und international verflochtenen Diskursen zu tun haben, wird die Bereitschaft erwartet, auch vergleichende Perspektiven einzubringen. Montag 10–12:00 Uhr, Prof. Dr. Markus Tauschek.
Beim Problem der Stellung der Kultur „Nationaler Minderheiten“ innerhalb der Staaten Europas war in jüngster Zeit zunehmend Schärfe zu erkennen – man denke etwa an die Kultur der Sami in Nordskandinavien, insbesondere auch an die katalanische Kultur in Spanien oder die albanische Kultur in Serbien. In diesem Seminar soll es einesteils um die Ausprägungen und sehr viel weniger widerstreitenden Aktivitäten der Kultur der „Nationalen und Ethnischen Minderheiten“ in Deutschland gehen (Sorben, Dänen, Friesen als „Nationale“ sowie Sinti und Roma als „Ethnische Minderheit“). Der Schwerpunkt der Lehrveranstaltung liegt jedoch auf der Kultur der „Ungarndeutschen“ bzw. der ungarischen „Schwaben“. An kaum einem anderen Beispiel lässt sich die kulturelle Dynamik im europäischen Kontext so instruktiv und intensiv untersuchen – begonnen mit der Epoche des k.u.k.-Habsburgerstaates 1867-1918 (mit ihren Auswirkungen bis in die Gegenwart) über die Zwischenkriegszeit und den Zweiten Weltkrieg, sodann mit der Blockbildung (Ostblock/ Westblock) 1949-1989 bis hin zu einer Neubelebung im Zuge der Osterweiterung der EU seit dem Jahr 2004. Montag 16–18:00 Uhr, Prof. Dr. apl. Michael Prosser-Schell
‚Heimatvertriebene‘, ‚Bootsflüchtlinge‘, ‚Kopftuchmädchen‘, ‚kleine Paschas‘. Die kulturellen Figuren im Migrationskontext sind vielfältig, manchmal schillernd, häufig aber auch stigmatisierend. Als „Hybride aus Fiktion und Realität“ (Wietschorke & Ege 2023, S. 12.) trugen und tragen sie zum „gesellschaftliche[n] Sprechen und Schreiben über Migration“ (Oltmer 2024) bei. Gleichwohl sind sie in politischen und medialen Diskursen dominant, bleiben aber dort analytisch in vielen Fällen blass und bieten so ein Einfallstor für populistische Narrative.
Der kulturwissenschaftlichen Bearbeitung dieses Phänomens zwischen Zuschreibungen und subjektiven Aneignungen ist daher dieses Seminar gewidmet: Das Seminar nimmt insbesondere Fallbeispiele in den Blick, die einen Bezug zum östlichen Europa aufweisen – angefangen mit der Geschichte der sog. ‚Heimatvertriebenen‘ über die ‚Spätaussiedler‘ bis hin zur ‚Strebermigrantin‘ (vgl. Smechowski 2017) – ist aber nicht darauf limitiert. Wir fragen danach, wer in der deutschen Migrationsgesellschaft in Vergangenheit und Gegenwart als Topos prominent auftaucht – und wer nicht, wie individuelle Eigenschaften und kollektive Muster zu Bildern verwoben werden, und wie dies von den Akteur:innen selbst sowie ihrer jeweiligen Umgebung rezipiert wird. Wo entstehen dabei Diskrepanzen zwischen (Fremd-)Darstellung und Erfahrung und wie können diese im Rahmen einer Empirischen Kulturwissenschaft erforscht werden, die den Blick etwa auf Erzählmuster, Performanzen und subjektive Sinnzuschreibungen lenkt? Im Seminar erproben wir unterschiedliche Strategien, um kulturelle Figuren der Migration über die reine Begriffsgeschichte hinaus ‚lesbar‘ (vgl. Habit et al. 2023, S. 10.) zu machen und den Kollektivbegriffen so um eine reflexive Perspektive zu ergänzen.
Ethnografische Zugänge sind dabei ebenso erwünscht wie historisch-archivalische (etwa auf Basis der auf das östliche Europa bezogenen Archivbestände des IKDE) und medienanalytische Herangehensweisen. Mittwoch 16–18:00 Uhr, Jana Stöxen M.A.
Die Einführungsvorlesung vermittelt grundlegendes Wissen zu den Perspektiven kulturwissenschaftlichen Forschens, Denkens und Argumentierens. Sie liefert einen ersten Überblick über zentrale Arbeitsgebiete und Fragestellungen der Empirischen Kulturwissenschaft, die an anderen Universitäten auch unter den Namen Europäische Ethnologie oder Kulturanthropologie firmiert. Neben einem knappen Einblick in die Fachgeschichte der Empirischen Kulturwissenschaft, die sich aus dem Fach Volkskunde entwickelt hat, werden zentrale Konzepte und Begriffe wie Alltag, Kultur, Differenz, Ethnizität etc. sowie die vielfältigen Zugänge zu „Kultur“ diskutiert. Dienstag 16–18:00 Uhr, Prof. Dr. Markus Tauschek
Ablaufplan online.
Dies stellt eine Auswahl vergangener Projektseminare im Bachelor dar:



Hier finden Sie Informationen zum aktuellsten Masterprojekt „Kulturerbe in Szene gesetzt“
Dies sind die Projektseminare im Master der letzten 6 Jahre:









Das Archiv vergangener Lehrveranstaltungen folgt in Kürze.
