Funken aus Freiburg
Freiburg, 12.11.2025
Ideen, Impulse, Fragen und Funken, die Leuchtkraft entfalten und Erkenntnis stiften: Mit ihrem Antrag in der Förderlinie Exzellenzuniversitäten „The Future Research University: Sparking Change That Matters“ formuliert die Universität Freiburg ihren Anspruch, Wandel in Gesellschaft, Wirtschaft und Politik mitzugestalten – mit interdisziplinärer Forschung, die Orientierung gibt, mit Lehre, die kritisches Denken stärkt, und mit Transfer, der Wissen weit über den Campus hinaus trägt. Als Ergebnis eines universitätsweiten Prozesses vereint der Antrag vielfältige Stärken und Perspektiven. Auf dem Weg zum Exzellenzstatus folgt Anfang Juni 2026 ein Ortsbesuch, bei dem die Universität ein internationales Gremium von Expert*innen von ihrem Zukunftsentwurf überzeugen will.

Titelblatt des Exzellenzantrages. Bild: Universität Freiburg
Im Exzellenzwettbewerb des Bundes und der Länder hat die Universität Freiburg am 12. November 2025 ihren Antrag eingereicht. In dessen Mittelpunkt steht der Anspruch, das Selbstverständnis der Universität im 21. Jahrhundert neu zu denken und wissenschaftliches Erkenntnisinteresse eng mit gesellschaftlicher Verantwortung zu verschränken. In einer von Umbrüchen und Unsicherheiten geprägten Zeit versteht es die Universität Freiburg als eine ihrer zentralen Aufgaben, zu gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und kulturellen Entwicklungen lösungsorientiert beizutragen – im Umgang mit dem Klimawandel, durch die Entwicklung medizinischer Therapien oder in der Gestaltung kultureller und digitaler Transformationen.
Der Antrag macht deutlich, wie die Universität Freiburg diese Zielsetzung einlöst: mit interdisziplinärer Forschung, die Orientierung stiftet; mit Lehre, die kritisches Denken und Selbstreflexion anregt; und mit Transfer, der die gesellschaftliche Wirkung von Wissen weit über den Campus hinausträgt. Gezielte Maßnahmen, so genannte Sparks, stoßen Wandel in allen Bereichen der Universität an und stärken sie in ihrer ganzen Breite; in ihren Strukturen ebenso wie in einer Kultur, die Vertrauen und Zugehörigkeit fördert, aus der Identifikation und gemeinsames Engagement für die Universität wachsen.
Aus Bewährtem Erfahrung schöpfen, mit Weitblick Neues schaffen
Als Ergebnis eines universitätsweiten Prozesses vereine der Antrag vielfältige Expertisen und Perspektiven, sagt Rektorin Prof. Dr. Kerstin Krieglstein. „Mein herzlicher Dank gilt allen, die an der Entwicklung dieses Antrags mitgewirkt haben. Ihre Ideen und ihr Engagement, ihre Offenheit und ihr Mut zur Veränderung zeigen, wie lebendig und tragfähig unsere Vision ist.“
Prof. Dr. Kerstin Krieglstein zur Ausgangslage der Universität Freiburg im Wettbewerb um den Titel Exzellenzuniversität. (0:23)
Die Exzellenzstrategie sei ein wesentliches Instrument, um die Universität Freiburg als forschungsstarke, vernetzte und verantwortungsbewusste Institution weiterzuentwickeln und Erkenntnisfortschritt auf höchstem Niveau zu sichern, erläutert Krieglstein: „Dazu gehört, herausragende Forschende zu gewinnen und sie in ihrer Entwicklung zu unterstützen, insbesondere in frühen und mittleren Karrierephasen. Ebenso entscheidend sind internationale Partnerschaften und Netzwerke, die inter- und transdisziplinäre Kooperationen fördern und Innovationsräume eröffnen.“
Zukunftsagenda „UFR 2040“
Der Antrag ist in die Zukunftsagenda „UFR 2040“ eingebettet. Als strategischer Kompass bündelt sie die langfristige Weiterentwicklung der Universität in Forschung, Lehre, Transfer, Universitätskultur und Governance. Ein Erfolg im Exzellenzwettbewerb würde diese Vorhaben deutlich beschleunigen, jedoch sei der Kurs für die weitere Ausrichtung der Universität längst gesetzt, hebt Krieglstein hervor: „Er gründet auf den Stärken unserer Universität und ist von der Überzeugung getragen, dass wir die Zukunft durch unseren Beitrag zu demokratischer Kultur, Wohlstand und Lebensqualität nachhaltig mitprägen.“
Prof. Dr. Kerstin Krieglstein zu den Erfolgsaussichten der Universität Freiburg im Wettbewerb um den Titel Exzellenzuniversität. (1:09)
Der Universitätsrat unterstützt diesen Weg mit Überzeugung, betont sein Vorsitzender Prof. Dr. Holger Reinecke: „Die Universität Freiburg zeigt, wie wissenschaftliche Exzellenz gesellschaftliche Relevanz entfalten kann. Dabei übernimmt sie Verantwortung für die eigene Weiterentwicklung und überträgt dies in Nutzen für die Gesellschaft. Ihre Verbundforschung verknüpft Perspektiven und Erkenntnisse und trägt dazu bei, dass komplexe politische und gesellschaftliche Entscheidungen auf einem verlässlichen Fundament beruhen. Damit leistet die Universität einen wichtigen Beitrag dazu, Vertrauen in die Kraft von evidenzbasiertem Handeln zu stärken.“
Neben den bereits geförderten Exzellenzuniversitäten in Baden-Württembergs ist die Universität Freiburg als einzige berechtigt, einen neuen Antrag für den Exzellenztitel zu stellen und erhält dabei Rückenwind des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg. „Forschungs- und innovationsstarke Universitäten sind von zentraler Bedeutung für unsere Gesellschaft“, sagt Ministerin Petra Olschowski. „Sie tragen entscheidend dazu bei, Antworten auf die großen Fragen von heute und morgen zu finden. Die Universität Freiburg ist dafür ein herausragendes Beispiel – ein Leuchtturm unserer starken baden-württembergischen Wissenschaftslandschaft.“
Begutachtung vor Ort
Nach der Einreichung des Antrags folgt nun die nächste Phase im Verfahren: Der Wissenschaftsrat und die Deutsche Forschungsgemeinschaft sehen eine Begutachtung vor, bei der Anfang Juni 2026 ein internationales Gremium von Gutachtenden zu einem Ortsbesuch nach Freiburg kommen wird., Die Universitätsleitung wird gemeinsam mit Vertreter*innen aus allen Bereichen der Universität sowie mit Partner*innen aus Stadt und Region, Europa und aus dem internationalen Netzwerk der Universität die Zukunftsagenda und die im Antrag entwickelten Ideen vorstellen.
Prof. Dr. Kerstin Krieglstein zu den weiteren Schritten auf dem Weg zur Exzellenzuniversität. (1:48)
Wissenschaftlich exzellent und gesellschaftlich relevant
Die Exzellenzstrategie des Bundes und der Länder stärkt Spitzenforschung an deutschen Universitäten in zwei Förderlinien. Mit den „Exzellenzclustern“ wird Verbundforschung auf höchstem Niveau gefördert. In dieser Linie ist die Universität Freiburg mit CIBSS – Centre for Integrative Biological Signalling Studies sowie Future Forests erfolgreich. Bei CIBSS, der 2026 in seine zweite Förderphase startet, steht die zelluläre Kommunikation mit Innovationen für Therapien, nachhaltige Landwirtschaft sowie KI-Anwendungen im Mittelpunkt. Ab 2026 nimmt zudem der Exzellenzcluster Future Forests seine Arbeit auf. Im Verbund erforschen die Expert*innen Waldökosysteme im Klimawandel und entwickeln neue Strategien für Resilienz und Klimaneutralität. Beide Exzellenzcluster stehen für den Forschungsansatz, der die Universität prägt: komplexe Fragen im Verbund und im Austausch über Disziplingrenzen hinweg zu bearbeiten – mit Erkenntnissen, die wissenschaftlich exzellent und zugleich gesellschaftlich relevant sind.
Entscheidung am 2. Oktober 2026
Die Förderlinie „Exzellenzuniversitäten“ würdigt die Gesamtstrategie und institutionelle Stärke einer Hochschule. Bewerben dürfen sich Universitäten mit mindestens zwei geförderten Exzellenzclustern. Im Erfolgsfall stünden der Universität Freiburg jährlich bis zu 15 Millionen Euro für den weiteren Ausbau ihrer strategischen Schwerpunkte zur Verfügung.
Derzeit tragen elf Universitäten in Deutschland den Exzellenztitel; nach aktuellem Stand können insgesamt bis zu maximal 15 Exzellenzuniversitäten bzw. Exzellenzverbünde gefördert werden. Die Exzellenzkommission – bestehend aus einem internationalen Committee of Experts und den für Wissenschaft zuständigen Minister*innen von Bund und Ländern – entscheidet am 2. Oktober 2026 über die neuen Exzellenzuniversitäten. Die Förderperiode beginnt am 1. Januar 2027 und läuft bis 2033. Anschließend stehen alle sieben Jahre Evaluationen an, bei denen sich die Universitäten erneut behaupten müssen.