Catharine

Musical 

Musik von Klaas van Dijk
Idee und Libretto von Seth Gaaikema, frei nach dem Lustspiel „Madame Sans-Gêne“ von Victorien Sardou
Übersetzung der Dialoge von Claus Schmitz
Übersetzung der Songs von Thomas Woitkewitsch

Inszenierung

Uraufführung: 14. Juni 1997
Theater Aachen, Deutschland 

Besetzung:  

Premierenchronik

DUA14. Juni 1997Theater, Aachen

Inhaltsangabe

„Catharine lebt zur Zeit der französischen Revolution 1792 in Paris. Sie besitzt eine Wäscherei, und zu ihren Kunden zählt der damals noch unbekannte Napoleon Bonaparte. Catharine, eine glühende Anhängerin der Revolution, ist einem heftigen Flirt mit ihm nicht abgeneigt. Doch Napoleon läßt sie abblitzen. Wenig später verliebt sich Catharine in den Sergeanten Lefèbvre. Sie heiraten und Catharine folgt ihrem Mann als Marketenderin an die Front. Jahre später – die Lefèbvres leben als Herzog und Herzogin von Danzig auf Schloß Compiègne – kündigt Napoleon, mittlerweile Kaiser von Frankreich, seinen Besuch an. Das Zusammentreffen mit der kaiserlichen Familie gerät zum Desaster, denn Catharine ist auch als Herzogin von Danzig geblieben, was sie als Waschfrau war: Eine Frau, die sagt, was sie denkt, und die weiß, was sie will. Sie ist die blutigen Kriege genauso leid, wie die Machtspiele der Emporkömmlinge und Parvenüs. Es kommt zum Schlagabtausch zwischen Catharine und dem Kaiser. Sie will nur eins: endlich Frieden. Er aber will nur sie. Doch Napoleon hat die Rechnung ohne Catharine gemacht . . .“

(aus dem Programmheft zur Uraufführung)

Kritiken

„‚Catharine‘ ist eine freche Satire auf die Welt der Männer und Mächtigen. Und darum steht auch logischerweise eine Frau, die den Männern die Augen öffnen will, im Mittelpunkt des Musicals. Die Männer werden zu dummen und leicht vertrottelten Statisten degradiert. […]

Dem Generalintendant des Theaters Aachen, Prof. Elmar Ottenthal, ist es gelungen, ein Musical auf die Bühne zu bringen, das für einen Theatersommer wie geschaffen ist. So mancher Macho wird sich ertappt fühlen und so manche Frau sich die offene und direkte Art sowie den Mut einer Catharine wünschen. Seth Gaaikema, der viele Musicals ins Niederländische übersetzt hat, hat in das Buch für ‚Catherine‘ so manchen derben Spruch (‚Und auch sie, die so hochnäsig blickt: hochgefickt!‘) geschrieben.

In diesem Musical halten sich Dialoge und Songs die Waage. Manchmal fühlt man sich an eine Boulevard-Komödie erinnert. Trotzdem oder gerade deshalb kommt keine Langeweile auf, was sicher auch am komödiantischen Talent von Maya Hakvoort und Joachim Schweizzer liegt. Die Musik von Klaas van Dijk, einem in den Niederlanden sehr vielbeschäftigten Komponisten, hat manchmal Schlagercharakter. Sie paßt aber sehr gut zur Show und läßt vor allem Maya Hakvoort als Catharine glänzen. Mancher Song könnte zum Ohrwurm avancierern. Das Musical ‚Catharine‘ bietet gute Unterhaltung und es wäre ihm zu wünschen, daß es länger als einen Sommer leben würde.“

Norbert Ufermann: Catharine. In: Time for Musical, Heft 1, Oktober 1997, Seite 10-11.

„Nach „Gaudi“ und „Gambler“ ist dies die dritte Musical-Welturaufführung, die der rührige Genetralintendant des Aachener Stadttheaters, Elmar Ottenthal, auf den Weg bringt – und leider auch selbst inszeniert. Denn seine Regie kann die Schwächen des Stückes nicht auffangen. Da verpufft eine Parodie auf den Euro genauso wie die sich emanzipatorisch gebenden Liedtexte […] immer peinlicher werden.

[…] Immerhin geht er da konform mit einer Musik, die sich nur in leisen, jazzigen Passagen von der konfektionierten Webber-Sosse unterscheidet. Nicht einen einzigen Ohrwurm hat Klaas van Dijk auch noch schlecht abgemischte Partitur, bei der die Sänger ständig vom Orchester übertönt werden, zu bieten. Selbst einem so erfahrenen Musical-Star wie Maya Hakvoort, die in Wien über 500mal als „Elisabeth“ überzeugte, steht als Catharine wie Falschgeld auf der Bühne herum, weil die Regie nichts mit dem Charakter der Figur anzufangen weiß.“

Rolf-Rüdiger Hamacher: Noch ein neues Musical… -„Catharine“ feierte ihre Weltpremiere im Aachener Theater. In: Westfälische Rundschau, 17. Juni 1997.

Medien / Publikationen

Audio-Aufnahmen

Empfohlene Zitierweise

„Catharine“. In: Musicallexikon. Populäres Musiktheater im deutschsprachigen Raum 1945 bis heute. Herausgegeben von Wolfgang Jansen und Klaus Baberg in Verbindung mit dem Zentrum für Populäre Kultur und Musik der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. https://uni-freiburg.de/musicallexikon/catharine/

Letzte inhaltliche Änderung: 14. Juli 2020.