Hamilton

Musical

Musik, Buch und Lyrics von Lin-Manuel Miranda
Inspiriert von dem Buch „Alexander Hamilton“ von Ron Chernow
Orchestration von Alex Lacamoire
Musical Arrangements von Alex Lacamoire und Lin-Manuel Miranda
Deutsche Fassung von Sera Finale und Kevin Schroeder

Inszenierung

Deutschsprachige Erstaufführung: 6. Oktober 2022
Operettenhaus, Hamburg, Bundesrepublik Deutschland

Besetzung:  

Benét Monteiro (Alexander Hamilton), Oliver Edward (John Lau Rens), Redchild (Hercules Mulligan),
Daniel Dodd-Ellis (Thomas Jefferson), Ensemble

Premierenchronik

USAUA20. Januar 2015Public Theatre, New York
GBEA21. Dezember 2017Victoria Palace Theatre, London
DDspr. EA6. Oktober 2022 Operettenhaus, Hamburg

Inhaltsangabe

Das Musical schildert die Lebensgeschichte von Alexander Hamilton, einem der Gründerväter der USA im ausgehenden 18. Jahrhundert. Er arbeitet sich als karibischer Einwanderer gesellschaftlich ganz nach oben, wird Adjutant George Washingtons, kämpft erfolgreich im Unabhängigkeitskrieg gegen die Engländer, schreibt mit an der neuen Verfassung der Vereinigten Staaten und wird erster Finanzminister der USA. Aaron Burr, sein Konkurrent, betrachtet den Aufstieg mit wachsendem Neid und erschießt ihn am Schluss in einem mutwillig herbeigeführten Duell.

(Wolfgang Jansen)

v.l.n.r.: Ivy Quainoo (Eliza Hamilton) ,Chasity Crisp (Angelica Schuyler), Mae Ann Jorolan (Beggy Schuyler)

Kritiken

„Es kann auch mal alles perfekt sein: Das Broadway-Musical ‚Hamilton‘ überwältigt in Hamburg in seiner deutschen Version. Selbst, wenn man es in allerkritischster Absicht besucht.“ 

Nele Pollatschek: Es kann auch mal alles perfekt sein. In: Süddeutsche Zeitung, Nr. 231, 7. Oktober 2022.

„Alexander Hamilton ist aber seit einigen Jahren auch ein Name, zu dem man eine Melodie, einen Ohrwurm gar im Kopf hat, wenn man sich für amerikanische Popkultur interessiert. Im Jahr 2015 hatte ‚Hamilton‘ am New Yorker Broadway Premiere und revolutionierte die Musicalszene. Weil darin gerappt statt wie sonst eher pathetisch geflötet wird, weil die Gründer der Vereinigten Staaten von Amerika darin mit ‚people of color‘ besetzt sind, weil das Stück schnell prominente, öffentlich schwärmende Fans von Barack Obama bis Beyoncé fand, weil das Stück und sein Schöpfer Lin-Manuel Miranda mit Kritikerpreisen und Tony-Awards überschüttet wurde, weil die Geschichte eines karibischen Einwanderers, der sich in höchste Ämter vorarbeitet, höchst politisch ist und auf eine amerikanische Gesellschaft traf, die sich von der Präsidentschaft Obamas zu einer unter Trump wandelte. Und: Weil das Stück einfach voller verdammt guter, mitreißender Songs steckt. 

Die große Frage zur deutschen, ersten fremdsprachigen Inszenierung des Musicals, die jetzt in Hamburg Premiere hatte, ist demnach nicht: Taugt das Stück etwas? Sondern: Funktioniert das denn auf Deutsch und in Deutschland?

Der erste Teil der Frage lässt sich klar mit Ja beantworten. Die Übersetzung der 47 Songs ist gelungen, dreieinhalb Jahre haben der Musicalautor Kevin Schroeder und der Berliner Rapper und Songtexter Sera Finale […] daran gearbeitet und ja, es flowt.“

Judith Liere: „Hamilton“ in Hamburg, Mit Flow oder mit Stock im Arsch. In: Die Zeit, Online, 6. Oktober 2022.

„Der Hype, den Lin-Manuel Mirandas Musical über einen den Gründungsväter der USA am Broadway auslöste, war gewaltig und in der jüngeren Musicalhistorie ohne Beispiel. Das im August 2015 nach einer vorgelagerten Off-Broadway-Produktion ins Richard Rodgers Theatre transferierte Stück war und ist ein phänomenaler Erfolg bei Kritik und Publikum. Auch die erste nicht amerikanische Aufführung des ‚amerikanischen Musicals‘ (so der Original-Untertitel des Stückes) im Londoner West End sorgte zu Beginn seiner Laufzeit im Victoria Palace Theatre ab Dezember 2017 für schier endlos lange Vorverkaufswartezeiten. Nun ist das neueste Vorzeigewerk des Genres […] auch in Deutschland angekommen: Im Hamburger Stage Operettenhaus läuft seit Anfang Oktober 2022  die erste nicht englischsprachige Aufführung des Stückes, was natürlich vor allem die Frage aufwirft, ob das wortmächtige Werk mit den vielen Hip-Hop- und Rap-Songs auch in einer deutschen Fassung funktioniert.

Die deutschsprachige Produktion wird nun mit den Worten ‚Ein Stück Revolution‘ untertitelt, womit nicht nur ein Bezug zum Inhalt des Werkes hergestellt, sondern ein Stück weit auch der Hoffnung der produzierenden Stage Entertainment Ausdruck verliehen wird, mit dieser Show endlich eine neue und vor allem jüngere Zielgruppe erschließen zu können. Die Erwartungshaltung ist also groß, wie schwer sie auf den Schultern der beiden Übersetzer der Show gelastet haben muss, kann man ungefähr erahnen, denn das Werk galt schlichtweg als unübersetzbar, zumindest nicht ohne erhebliche Einbußen in der Qualität hinnehmen zu müssen. […]

‚Hamilton‘ ist brillant geschrieben, getextet, komponiert, choreografiert und inszeniert. Das Werk, das seine einzelnen Bestandteile wie kaum ein anderes in einem perfekten Einklang zu bringen vermag und nun auch in Deutschland in einer hervorragenden Qualität auf die Bühne gebracht wurde, ist ein neuer qualitativer Benchmark für das gesamte Musicalgenre. Es bleibt zu hoffen, dass sich diese Art von Qualität auch in Deutschland an der Kasse durchzusetzen vermag.“

Markus Zeller: Hamilton, Großartige deutschsprachige Erstaufführung eines großartigen Stückes. In: musicals, Das Musicalmagazin, Heft 216, Dezember 2022/Januar 2023, Seite 4-8.

Jan Kersjes (King George)

Medien / Publikationen

Audio-Aufnahmen

DVD / Video

Literatur

Kommentar

Die deutschsprachige Erstaufführung ist die erste Produktion des Stücks in fremder Sprache. 

Am 5. Oktober 2022 gab es eine Presse-Vorstellung. 

Empfohlene Zitierweise

„Hamilton“. In: Musicallexikon. Populäres Musiktheater im deutschsprachigen Raum 1945 bis heute. Herausgegeben von Wolfgang Jansen und Klaus Baberg in Verbindung mit dem Zentrum für Populäre Kultur und Musik der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. https://uni-freiburg.de/musicallexikon/hamilton/

Letzte inhaltliche Änderung: 9. Dezember 2022.