Rinaldo Rinaldini (Rinaldo in campo)

Musical

Musik von Domenico Modugno
Text von Pietro Garinei und Sandro Giovannini

Inszenierung

Deutschsprachige Erstaufführung: 10. April 1971 
Musikalische Komödie, Leipzig, DDR

Besetzung:  

Premierenchronik

IUA12. September 1961Teatro Alfieri, Turin
CSSREA20. September 1962Divadlo na Fidlovačce 48-63, Prag
PLEA4. Dezember 1966Musicaltheater, Gdynia
DDRDspr. EA10. April 1971 Musikalische Komödie, Leipzig

Inhaltsangabe

Rinaldo Rinaldini ist ein sizilianischer Räuber, eine Art Robin Hood, der durchaus von seinen Beutezügen den Armen des Landes abgibt. In ihn verliebt sich die Adelige Angelica, eine erst heimliche, dann glühende Verehrerin Garibaldis, der für die Freiheit und Einheit Italiens streitet. Geläutert durch die Liebe Angelicas unterstützt letztendlich auch Rinaldo und seine Räuberbande der „Rothemden“ den Freiheitskampf Garibaldis.

(Klaus Baberg)

Kritiken

„Theatralische Vorzüge des Stücks sind die sympathisch-liebenswürdig angelegten Hauptfiguren, vielfältige komische Situationen im Räubermilieu, einige handfeste Nebenrollen. Der Komponist Modugno schuf eine Musik, die rhythmisch und melodisch stark von der sizilianischen Folklore beeinflußt wurde (melodische Umspielung der betonten Taktzeit u. a.), zum anderen Intonationsmerkmale der italienischen Musik wie Kantilenenschwelgerei, gleitende chromatische Melodielinien neben jäh aufsteigenden intervallisch großen Bögen, aber auch schlichte Gefühlsäußerung mit modischen Elementen des Schlagers (Triolenbewegung der Instrumentalbegleitung) zu verknüpfen weiß.

Eine permanent lebhafte Inszenierung, die sich mit einigem Erfolg auch um bestimmte Eigenheiten südländischer Gestik bemüht zeigt, die keinen Bogen machte um amüsante, wie verbrauchte Gags, besorgte Wolfgang Weit. Bis ins Groteske übersteigert wirkten – weniger in Darstellung als in Kostüm und Maske – einige aus der Rinaldo-Schar.

[…] Martin Brückner hatte seinen Chor beachtlich auf italienische schwerelose Gesangsmanier getrimmt; die Choreografie Wolfgang Baumanns litt darunter, daß seinen Tänzern nicht genügend Platz für wirbelnde Tarantellas zur Verfügung stand. Natürlich ist ‚Rinaldo‘ kein Prüfungsobjekt für einen Dirigenten, und man kann in solchen Fällen meist kaum mehr sagen, als daß der Kapellmeister (hier Ralph Rank) für klares, sauberes, lockeres Musizieren sorgte (die Instrumentation des polnische Komponisten, Ryszard Damrosz hatte neben effektvollen auch manch spröde Teile).“

Wolfgang Lange: Rinaldo Rinaldini. In: Theater der Zeit, 8/1971, Seite 46-47.

Medien / Publikationen

Audio-Aufnahmen

DVD / Video

Kommentar

Da das Programmheft zur Uraufführung aktuell noch nicht vorliegt, stammen die Angaben aus den seinerzeitigen Presseveröffentlichungen. Die Angaben werden ggf. ergänzt oder geändert, wenn das Originalprogrammheft vorliegt.

Empfohlene Zitierweise

„Rinaldo Rinaldini (Rinaldo in campo)“. In: Musicallexikon. Populäres Musiktheater im deutschsprachigen Raum 1945 bis heute. Herausgegeben von Wolfgang Jansen und Klaus Baberg in Verbindung mit dem Zentrum für Populäre Kultur und Musik der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. https://uni-freiburg.de/musicallexikon/rinaldo-rinaldini/

Letzte inhaltliche Änderung: 25. Mai 2022.