Techtelmechtel (Susmus)

Satirisches Lustspiel mit Musik

Musik von Georg Behard
Text von Georg Szinetar
Liedertexte von Ivan Szenes
Deutsche Bühnenfassung von Andreas Bauer

Inszenierung

Deutschsprachige Erstaufführung: 12. Mai 1965 
Theater der Stadt, Cottbus, DDR

Besetzung:  

Premierenchronik

HUNUA22. November 1962Vidám Színpad (Fröhliche Bühne), Budapest
DDRDspr. EA12. Mai 1965Theater der Stadt, Cottbus

Anmerkung: Dem Uraufführungstermin liegt der frühestmöglichste Nachweis einer Inszenierung in Ungarn zu Grunde.

Inhaltsangabe

„Ihre Inszenierung glich einer von Spottlust prallroten Paprikaschote mit würziger Füllung. Beim Genuß war die Wirkung verschieden: selbstgefällige Rechtsanwälte, amüsierlustige Sekretärinnen, Pseudo-Journalisten und Direktoren mit Seitensprung sahen sich dann in einem Narrenspiegel wieder, während die Leute mit ehrlichem Herzen und Verstand inzwischen das Rennen machten.“

S. Handreke: Der dekorierte „Held“ ruht sich aus. Ungarisches „Techtelmechtel“ erlebte DDR-Erstaufführung in Cottbus. In: Brandenburgische Neueste Nachrichten, 16. Mai 1965.

Kritiken

„Wahrlich, ein verlockender Stoff an dem sich wohlerprobte Regisseure wie Heinz Starck und Horst Koschel mit turbulenter Fantasie zu entzünden vermochten. […] ,wobei das I-Tüpfelchen des galanten Schwungs durch Dirigent Eberhard Lieckfeldt und sein kleines Orchester aufgesetzt wurde. Schick und modern wirkte die Aufführung nicht zuletzt durch Kurt Arts jedem Innenarchitekten zur Ehre gereichenden Ausstattung und durch die von Bruno Wolf einstudierten Tänze.

Welch eine Batterie von Mitwirkenden und wieviel Pulver verschiedenartigster Temperamente wirbelten da durcheinander. […] An den Randfiguren ist ablesbar, wie sorgsam und liebevoll an eine Inszenierung herangegangen worden ist. […] ‚Techtelmechtel‘? Eine bezaubernde DDR-Erstaufführung mit guter Empfehlung an andere Bühnen. Paprika salute!“

S. Handreke: Der dekorierte „Held“ ruht sich aus. Ungarisches „Techtelmechtel“ erlebte DDR-Erstaufführung in Cottbus. In: Brandenburgische Neueste Nachrichten, 16. Mai 1965.

„Ungarische Autoren schufen dieses heitere Werk, das bei der Premiere einen großen Erfolg zu verzeichnen hatte. Georg Szinetar zeichnet für das Libretto, Ivan Szenes für Liedertexte und Georg Behar für die Musik. Die glossierten Begebenheiten aus Ungarn sind in mancher Hinsicht auf deutsche Verhältnisse übertragbar. Dieser Umstand mag neben anderen Momenten wesentlich dazu beigetragen haben, daß dieses Werk begeistert aufgenommen wurde. […] Die Musik von Georg Behar stellt zwar nicht das Neueste und Originellste auf diesem Gebiet dar, doch gibt es dabei eine Reihe gefälliger Melodien, deren Wirkung sicher durch eine kleine Tanzkapelle begleitet (Saxophon, Trompete, Gitarre in Verbindung mit Schlagzeug) noch erhöhen würde. Die Begleitung durch zwei Klaviere und Schlagzeug ist unzulänglich.

Die Inszenierung hatte Heinz Starck übernommen, der während seiner Erkrankung von Horst Koschel vertreten wurde. Ihre erprobte Regiearbeit und ihrem ausgeprägten Sinn für Satire und gesunden Humor ist es zu verdanken, daß im Spiel fein pointiert und Szenen von durchschlagendem Heiterkeitserfolg geschaffen wurden, ohne zu übertreiben und in gewagten Szenen Grenzen des Anstandes zu mißachten. Kurt Art gelang es ausgezeichnet, mit den beschränkten Raumverhältnissen fertig zu werden. Er überraschte mit wirkungskräftigen Bühnenbildern, die das Milieu im Handlungsablauf vortrefflich kennzeichneten.“

Georg Kitzler: Techtelmechtel mit Musik … wenn auch spärlich / Großer Heiterkeitserfolg. In: Märkische Union, 20. Mai 1965.

Empfohlene Zitierweise

„Techtelmechtel (Susmus)“. In: Musicallexikon. Populäres Musiktheater im deutschsprachigen Raum 1945 bis heute. Herausgegeben von Wolfgang Jansen und Klaus Baberg in Verbindung mit dem Zentrum für Populäre Kultur und Musik der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. https://uni-freiburg.de/musicallexikon/techtelmechtel/

Letzte inhaltliche Änderung: 25. Oktober 2023.