Institutsgeschichte
1885
Der Germanist Hermann Paul bietet erstmals dezidiert Kurse zur altnordischen Literatur und Sprache an.
1904
Roman Woerner, der sich 1895 in München mit einer Arbeit über Henrik Ibsen habilitiert hat, hält eine Vorlesung zur Entwicklung der norwegischen Literatur und begründet damit die neuskandinavistische Lehre in Freiburg, die von seinem Nachfolger Philipp Witkop fortgesetzt wird.
1941
Auf Betreiben des Germanisten Friedrich Maurer bietet Kurt Müller erstmals Sprachkurse in Schwedisch an.
1951
Siegfried Gutenbrunner, der später die Skandinavistik in Freiburg institutionalisiert, übernimmt eine Dozentur im Fach Germanische Philologie. 1955 wird er zum planmäßigen außerordentlichen Professor ernannt.
1959
Ernennung Gutenbrunners zum ordentlichen Professors auf dem Lehrstuhl für „Älteste Germanische Philologie, insbesondere Nordische Philologie“
1963
Einrichtung der Skandinavistischen Abteilung am Deutschen Seminar, geleitet von Siegfried Gutenbrunner. Der Abteilung sind eine Assistenz und ein Lektor für Schwedisch zugeordnet.
1964
Der Schwedischlektor Otto Bandle bietet erstmals auch einzelne Kurse in Norwegisch und später in Isländisch an. Seit 1966 gibt es regelmäßig Kurse in Dänisch, ab 1972 regelmäßig auch in Norwegisch.
1970
Gutenbrunners Assistent Heinz Klingenberg, der sich 1968 habilitiert hat, wird als Dozent angestellt. 1973 wird er zum applizierten Professor, 1979 zum Universitätsprofessor berufen. Damit verfügt die Skandinavistik erstmals über zwei Professuren. Klingenberg lehrt und forscht bis zu seiner Emeritierung 2000 in der Altertumskunde und Mediävistik.
1975
Nach der Emeritierung Gutenbrunners wird der Sprachwissenschaftler Otmar Werner auf dessen Professur berufen und gibt der Freiburger Skandinavistik fortan eine linguistische Prägung. Werner lässt die Skandinavistische Abteilung in „Abteilung für Vergleichende Germanische Philologie und Skandinavistik“ umbenennen, die weiterhin dem Deutschen Seminar angegliedert bleibt. Von nun an werden auch regelmäßig Isländischkurse angeboten.
1984
Im Zuge der Neustrukturierung der Philosophischen Fakultät III wird die Freiburger Skandinavistik ein eigenständiges „Institut für Vergleichende Germanische Philologie und Skandinavistik“.
1989
Einrichtung einer dritten (sog. „Fiebiger“-) Professur für Neuere Skandinavische Literatur, auf die Heinrich Anz berufen wird. Mit drei Professoren (Werner, Klingenberg, Anz) wird die Freiburger Skandinavistik zeitweise zu einem der größten skandinavistischen Institute im deutschsprachigen Raum.
1997
Nach dem Tod Otmar Werners wird Heinrich Anz geschäftsführender Direktor des Instituts. 1999 wird er auf den Lehrstuhl für Nordgermanische Philologie (Neuere Literatur- und Kulturwissenschaft) berufen. Ein Jahr zuvor ist das Institut in die bis heute genutzten Räume im 5. Stock des KG III umgezogen. Neben dem vorhandenen Schwedischlektorat werden jeweils halbe Lektoratsstellen für Dänisch und Norwegisch eingerichtet. Die skandinavistische Linguistik wird fortan auf eine akademische Ratsstelle weitergeführt, die zunächst mit Damaris Nübling, später mit Thomas Birkmann und seit 2006 mit Janet Duke besetzt ist.
2008
Nach der Emeritierung Heinrich Anz‘ wird Joachim Grage auf die Professur für Nordgermanische Philologie (Neuere Literatur- und Kulturwissenschaft) berufen und ist seither geschäftsführender Direktor des Instituts für Vergleichende Germanische Philologie und Skandinavistik, das er 2009 in „Skandinavisches Seminar“ umbenennen lässt. Aus Mitteln des Ausbauprogramms „Hochschule 2012“ werden zeitweise zusätzliche Dozentenstellen eingerichtet: in der skandinavistischen Mediävistik (vertreten durch Jens Eike Schnall) und in der Linguistik (vertreten durch Michael Rießler, der eine Arbeitsgruppe für Samische Studien aufbaut). Schnall wechselt 2013 an die Universität Bergen (Norwegen), Rießler 2020 an die Universität Ostfinnland.