Innovationscampus Nachhaltigkeit
Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Gesellschaft
Der Innovationscampus Nachhaltigkeit (ICN) ist eine Initiative der Universität Freiburg und des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT). Unter dem Leitsatz „Transformationen für Stadt-Regionen der Zukunft – Klimaschutz, Ressourcenschonung und Well-being“ streben die beiden Universitäten umfassende soziale, technische und ökonomische Innovationen an – und zwar gemeinsam mit einem Netzwerk aus Wissenschaft, Wirtschaft, Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft, um gemeinsam zur „Großen Transformation“ hin zu einer nachhaltigen Gesellschaft beizutragen.
Der ICN fördert Forschungsprojekte in allen Nachhaltigkeitsbereichen. ICN-Projekte sind transformativ und transdisziplinär. Praxispartner*innen arbeiten von Anfang an und auf Augenhöhe zusammen mit Wissenschaftler*innen in den Forschungsprojekten, um gemeinsame Lösungsansätze für Nachhaltigkeitsherausforderungen zu erarbeiten und umzusetzen.
Zudem ist der ICN eine Schnittstelle zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft. Er vermittelt und vernetzt Praxispartner*innen und Forschende für gemeinsame Projektideen, um Forschung mit und für die Zivilgesellschaft zu ermöglichen.
Der ICN wird seit Januar 2024 langfristig durch das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg gefördert.

Aktuelle Informationen, Ausschreibungen und Veranstaltungen

Gemeinsam die nachhaltige Zukunft gestalten
Die Oberrheinregion ist von den globalen Herausforderungen, insbesondere dem Klimawandel mit seinen Auswirkungen auf Umwelt, Wirtschaft und Gesellschaft aufgrund der geografischen und klimatischen Bedingungen besonders stark betroffen. Die Auswirkungen weiter steigender Temperaturen und anderer extremer Wetterereignisse auf die Menschen und Umwelt zeigen sich hier bereits heute sehr deutlich. Kommunen und Wirtschaft stehen vor großen Herausforderungen, insbesondere in Hinblick auf Energie- und Wärmewende, Wasserversorgung, Ressourcenschonung, Ernährungs-/Landwirtschaftswende und Anpassung an den Klimawandel.
Der ICN will bei dieser großen Transformation als Reallabor und Inkubator wirken und dabei die unterschiedlichen Interessensgruppen an einen Tisch bringen.
Den Forschungs- und Transferaktivitäten des ICN liegt ein ganzheitlicher Ansatz zugrunde: Systeminnovationen verbinden im Gegensatz zu gängigen, (rein) technischen Innovationen jene mit unternehmerischen, ökologischen und sozialen Innovationen, damit ein gesellschaftlicher Wandel überhaupt erst möglich ist. Die gleichzeitige Weiterentwicklung des Innovationsökosystems – also des Netzwerks von ideengebenden, über umsetzende Akteur*innen, bis hin zu Nutzenden usw. von Innovationen – zielt darauf ab, den Transfer von Nachhaltigkeitsinnovationen zu beschleunigen.
Der Bedarf nach tiefgreifender gesellschaftlicher Transformation im Bereich der Nachhaltigkeit spiegelt sich auch im aktuellen Koalitionsvertrag „Aus Verantwortung fürs Land“ der baden-württembergischen Landesregierung wider: Das Land Baden-Württemberg hält am Ziel fest, bis 2040 klimaneutral zu werden. Dies wird durch die im Vertrag verankerte Weiterentwicklung des Innovationscampus Nachhaltigkeit erneut unterstrichen.
Forschungsansatz: Transdisziplinäre Nachhaltigkeitswissenschaft
Die Wissenschaftler*innen des ICN bedienen sich den Ansätzen der transformativen und transdisziplinären Nachhaltigkeitswissenschaft, die insbesondere durch folgende fünf Kriterien charakterisiert sind:
- Systeminnovation durch exzellente Forschung
- Umfassender Nachhaltigkeitsbezug
- Lösungs- und Innovationsorientierung
- Inter- und Transdisziplinarität
- Reflexivität und Wirkungsmessung
Unsere Innovationsfelder
Die Innovationsfelder des ICN – Klimaschutz, Ressourcenschonung und Well-being – basieren auf den Zielen für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals bzw. SDGs) der Vereinten Nationen in den Bereichen Klimaadaption und -mitigation (SDG 13), Ressourceneffizienz/ Ressourcenschonung (SDG 7,12,14,15) und Wohlergehen der Gesellschaft (Well-being) (SDG 2,3). Zugleich spiegeln die Innovationsfelder die drei Nachhaltigkeitsdimensionen Wirtschaft, Umwelt und Gesellschaft wider. In diesen Bereichen sowie in deren Schnittmenge bewegen sich sämtliche Prozesse, Projekte und Aktivitäten des ICN. Die Ziele der drei Innovationsfelder sind eng miteinander verzahnt und werden entsprechend jeweils mitberücksichtigt.
Klimaschutz: Im Innovationsfeld Klimaschutz zielt die anwendungsorientierte Grundlagenforschung darauf ab, Klimaneutralität in Baden-Württemberg trotz relativ geringem Windkraftpotential und bei Erhalt der wirtschaftlichen Wertschöpfung spätestens 2040 – also bereits deutlich vor dem Bund – zu erreichen.
Ressourcenschonung: In diesem Innovationsfeld soll die Transformation hin zu einer nachhaltigen Ressourcenschonung, Circular Economy und Bioökonomie vorangetrieben werden. Ziel ist, die Oberrheinregion zu einer Modellregion für nachhaltige Produkte, Prozesse, Dienstleistungen und Infrastrukturen zu entwickeln, in der auch die innovative regionale Wertschöpfung zur Stärkung der ländlichen Regionen einbezogen ist.
Well-being: Im ICN Verständnis umfasst Well-being individuelle, soziale, ökonomische und ökologische Aspekte. Entsprechend zielt die lösungsorientierte Forschung in diesem Innovationsfeld darauf ab, das Wohlbefinden aller Bürger*innen in der Oberrheinregion durch systemische Veränderungen zu erhöhen.
Lösungswege gemeinsam finden und umsetzen
Ein großes Ziel braucht starke Netzwerke, damit die vom Klimawandel besonders betroffenen und gleichzeitig innovationsstarken Stadt-Regionen am Oberrhein zu Laboren von Systeminnovationen werden können. Im Kern des Netzwerks stehen die Universität Freiburg (mit dem Universitätsklinikum) und das KIT.
Darüber hinaus sind die Akteur*innen aus zahlreichen anderen Bereichen zur Mitentwicklung und -umsetzung der Forschung im Rahmen des ICN von großer Bedeutung, da mit ihrem Zutun die Vision des ICN erst realisiert werden kann. Hierzu zählen:
- Partner*innen aus dem privaten Sektor
- Forschungseinrichtungen
- Städte, Kommunen und Landkreise
- die Zivilgesellschaft einschließlich NGOs
- Kammern und Verbände
- Forschungs- und Wirtschaftsförderer*innen
- Medien

Die Projekte
Der Innovationscampus Nachhaltigkeit fördert momentan mehrere transformative und transdisziplinäre Forschungsprojekte. Die Projekte werden hier näher vorgestellt und zeigen das Engagement für innovative, nachhaltige und zukunftsorientierte Lösungen.

Geschäftsstelle
Der ICN wird von einer Zweier-Frauenspitze aus Karlsruhe und Freiburg geleitet: In Freiburg leitet Dr. Dörte Peters den ICN. Miriam Jordan ist die Geschäftsführerin auf Seiten des Karlsruher Instituts für Technologie. Bei Fragen oder Anregungen zum ICN wenden Sie sich bitte an folgenden Kontakt: