Universitätsmedizin Freiburg

Die Universitätsmedizin Freiburg steht für Forschung, Lehre und Versorgung, die wissenschaftliche Exzellenz mit gesellschaftlicher Verantwortung verbindet. Ärzt*innen, Wissenschaftler*innen und Studierende arbeiten hier in einem attraktiven Umfeld Seite an Seite zusammen. Dieses ist geprägt von Offenheit, interdisziplinärem Austausch und internationaler Vielfalt. Durch die enge Verbindung von Forschung und Praxis sowie durch umfassende Transferaktivitäten entfalten die so entstehenden medizinischen Innovationen und neuen Behandlungsmethoden unmittelbaren Nutzen zum Wohle von Patient*innen und Gesellschaft. Die Leistungsstärke der medizinischen Forschung des Universitätsklinikums und der Universität spiegelt sich in einer großen Drittmittelstärke und in vielfachen Auszeichnungen wider.
ca. 15000 Mitarbeitende
ca. 90000 stationäre Patient*innen pro Jahr
fast 1000000 ambulante Besuche pro Jahr
Besonders deutlich wird die Forschungsstärke der Universitätsmedizin Freiburg in den fünf Schwerpunkten ihres Forschungsprofils:
- Genetik und Epigenetik, einem Feld mit großem Potenzial für neue Diagnose- und Therapiewege – geprägt durch enge Zusammenarbeit mit dem Max-Planck-Institut für Immunbiologie und Epigenetik in Freiburg.
- Immunologie und Infektiologie, mit international führender Forschung zu Autoimmunität, Immundefekten und chronischer Entzündung – gebündelt im Centrum für Chronische Immundefizienz und verschiedenen Sonderforschungsbereichen.
- Molekulare Zell- und Gewebeforschung, unter anderem in Sonderforschungsbereichen und im Exzellenzcluster CIBSS – Centre for Integrative Biological Signalling Studies, wo Forschende biologische Signalprozesse untersuchen – die Sprache der Zellen, die über Gesundheit oder Krankheit entscheidet.
- Neurowissenschaften, in denen Wissenschaftler*innen Immunmechanismen im Gehirn erforschen und neurologische Krankheiten wie Alzheimer oder MS besser verstehen – etwa in den Sonderforschungsbereichen NeuroMac oder IN-CODE.
- Onkologie, mit direktem Weg von der Grundlagenforschung in die Klinik – getragen von Sonderforschungsbereichen und dem Tumorzentrum Freiburg – CCCF des Universitätsklinikums, einem der führenden Krebszentren Deutschlands.
Vernetzt werden diese Forschungsschwerpunkte durch zwei Querschnittsthemen, die sowohl die Leistungsstärke der Forschungsschwerpunkte als auch den Nutzen für Patient*innen und Gesellschaft befördern:
Innovation in der Translation: Translation steht für die Überführung wissenschaftliche Entdeckungen aus dem Labor in konkrete klinische Anwendungen. Die Universitätsmedizin Freiburg konzentriert sich darauf, diesen Prozess zu beschleunigen, um unter anderem die Ära der personalisierten Medizin mit dem Ziel einer besseren Patientenversorgung einzuläuten.
Medizinischen Datenwissenschaften: Neuartige Ansätze in diesem interdisziplinären Bereich befördern eine grundlegende Veränderung in der biomedizinischen Forschung und der Gesundheitsversorgung, bei der eine Vielzahl von Datenquellen und Technologien wie künstliche Intelligenz genutzt werden, um wissenschaftliche Erkenntnisse zu gewinnen und bessere Entscheidungen für Patient*innen zu treffen.





110 Millionen Euro Drittmittel pro Jahr
14 Sonderforschungsbereiche, Transregio-SFBs und Schwerpunktprogramme



Modernste Infrastruktur erlaubt Spitzenforschung
Die Forschungsstärke zeigt sich auch in der Infrastruktur der Universitätsmedizin Freiburg, die Maßstäbe setzt:
- Ein 7‑Tesla‑Forschungs‑MRT unter DFG-Förderung macht bislang unsichtbare Gewebestrukturen sichtbar.
- Das neue Technologie‑Innovations‑Labor (TIL) wird die Entwicklung von Prototypen für Strahlentherapie beschleunigen.
- Die Koordination des landesweiten Photon‑Counting‑CT‑Konsortiums ermöglicht wichtige medizinische Einblicke und Fortschritte in der radiologischen Diagnostik.
- Freiburg steuert die digitale PC3‑Plattform, ist Motor des Forums Gesundheitsstandort Baden‑Württemberg und weltweite kardiologische Referenzklinik für Siemens Healthineers.
Starke Universitätsmedizin in einem starken Verbund
Ein Verbund aus 14 SFB/TRR‑Projekten und zahlreichen DFG-Forschungsgruppen bildet die Grundlage für eine außergewöhnliche wissenschaftliche Tiefe. Auf dieser Basis entfaltet sich ein starkes Kooperationsnetz, in dem die Universitätsmedizin eng mit den außeruniversitären Forschungseinrichtungen in Freiburg und weit darüber hinaus zusammenarbeitet: Als Standortsprecher im Deutschen Konsortium für Translationale Krebsforschung (DKTK), Gründungsmitglied der Universitätsmedizin BW und treibende Kraft hinter der deutsch‑französischen Dateninitiative Clinnova übernimmt die Universitätsmedizin Freiburg eine führende Rolle. Gleichzeitig entsteht im Bundesleitprojekt PM4Onco eine KI‑gestützte Plattform für personalisierte Onkologie, die diesen Anspruch technologisch untermauert.
Ergänzt wird diese herausragende Forschungslandschaft durch 16 akademische Lehrkrankenhäuser, die ein dichtes Ausbildungs‑ und Versorgungsnetz schaffen und damit den regionalen Standard im Bereich der Patient*innenversorgung auf ein hohes Qualitätsniveau heben. Durch diese Verbindungen entsteht ein Ökosystem, das Innovation nicht nur hervorbringt, sondern unmittelbar bei Patient*innen wirksam werden lässt. Freiburg zählt im bundesweiten Vergleich zu den zehn Städten mit den meisten Firmengründungen. Auch Ausgründungen mit Unterstützung der Campus Technologies Freiburg GmbH, seit 2001 die Innovationsagentur für die Universität und das Universitätsklinikum Freiburg, wie Resuscitec, CoreTec, Emunotherapeutics oder HeartGate der Universitätsmedizin haben daran einen wesentlichen Anteil.


Auszeichnungen und Preise
Forschung, die wirkt: Prof. Dr. Robert Zeiser
Der Forschungsschwerpunkt von Prof. Dr. Robert Zeiser liegt auf der Frage, warum Immunzellen plötzlich gesundes Gewebe angreifen und wie das nach einer Stammzelltransplantation passieren kann. Statt nur die Symptome solcher lebensbedrohlichen Reaktionen zu bekämpfen, sucht Zeiser nach den zugrundeliegenden Mechanismen. Er hat Signalwege im Körper identifiziert, die bei einer Überreaktion des Immunsystems entscheidend sind und herausgefunden, wie man sie gezielt beeinflussen kann. Auf dieser Basis wurden neue Medikamente entwickelt, die heute weltweit zum Einsatz kommen.
Digitale Datenmedizin: Prof. Dr. Melanie Börries
Prof. Dr. Melanie Börries blickt in ihrer Forschung mit KI-Modellen auf die Tumorumgebung, um voraussagen zu können, welche Patient*innen von welcher Behandlung profitieren. Als Sprecherin des bundesweiten Konsortiums MIRACUM der Medizininformatik-Initiative verbindet Börries neun Universitätskliniken. Forschungs‑ und Klinikdaten werden so aufbereitet, dass Ärzt*innen bereits in der Tumor-Konferenz sichere, personalisierte Therapievorschläge erhalten. Das Ergebnis: weniger Versuch‑und‑Irrtum, mehr passgenaue Behandlung und eine gezieltere Bekämpfung von Krebs.
Grundlagenforschung trifft Klinik: Prof. Dr. Marco Prinz
Prof. Dr. Marco Prinz erforscht, wie das Immunsystem im Gehirn wirkt und hat gezeigt, dass das Gehirn kein immunologisch abgeschirmter Raum ist. Immunzellen wie die sogenannten Mikroglia sind im ständigen Austausch mit ihrer Umgebung. Bei Erkrankungen wie Alzheimer oder Multipler Sklerose wirken sie mit – manchmal schützend, manchmal schädlich. Mit innovativen Methoden wie der Einzelzellanalyse konnte Prinz zeigen, dass es verschiedene Arten von Mikroglia gibt und dass sie je nach Situation unterschiedlich reagieren. Das eröffnet neue Wege für gezieltere und schonendere Therapien.
Qualität als Haltung – ein Angebot an die Zukunft
Herausragend forschen heißt auch: Verantwortung für die Qualität dieser Forschung zu übernehmen. In der Universitätsmedizin Freiburg ist deshalb eine strukturierte Qualitätskultur etabliert, die weit über klassische Leistungskontrolle hinausgeht. Mit klaren Milestones, intelligenten Auditformaten und einer Haltung, die Entwicklung fördert statt sie zu begrenzen, hilft das die Wettbewerbsfähigkeit der Universitätsmedizin zu steigern – administrativ, strategisch und forschungsbegleitend.