Siegelement der Uni Freiburg in Form eines Schildes

Margarete von Wrangell-Förderung für die Modellierung von Wäldern als sozial-ökologische Systeme

Freiburg, 09.03.2026

Juniorprofessorin Dr. Ana Stritih erhält die Margarete von Wrangell-Förderung des Landes Baden-Württemberg. Gemeinsam mit Postdoc Dr. Christina Dollinger wird sie erforschen, wie sich die Wechselwirkungen von Mensch und Natur und ihre Auswirkungen auf die Widerstandsfähigkeit von Wäldern modellieren lassen.

Eine Landschaft mit Wald und Almen über der Baumgrenze

Der Wald – ein sozial-ökologisches System. Foto: Ana Stritih / Universität Freiburg

Mit dem „Margarete von Wrangell-Programm“ fördert das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg (MWK) in Kooperation mit dem Europäischen Sozialfonds und den beteiligten Universitäten jedes Jahr zehn herausragende Wissenschaftlerinnen auf ihrem Weg zur Professur. Zu den diesjährigen Geförderten zählt Dr. Ana Stritih, Juniorprofessorin für die Modellierung sozial-ökologischer Systeme an der Fakultät für Umwelt und Natürliche Ressourcen der Universität Freiburg.

Im Zentrum von Stritihs Arbeit steht das tiefere Verständnis der Dynamiken komplexer sozial-ökologischer Systeme. Die Juniorprofessorin nutzt und entwickelt verschiedene Modellierungsansätze, um die Wechselwirkungen zwischen Mensch und Natur – insbesondere im Kontext von Wald- und Gebirgslandschaften – greifbar zu machen. Ziel der Forschungsarbeit ist es, praktische Werkzeuge für das nachhaltige Ökosystemmanagement und die Anpassung der Wälder an den globalen Wandel zu entwickeln. Zu den vielfältigen Methoden, die Stritih und ihr Team nutzen, zählen unter anderem empirische räumliche Modelle, Bayes’sche Netzwerke, agentenbasierte Modelle sowie sozial-ökologische Netzwerke.

„Um Wälder widerstandsfähig gegen den Klimawandel zu machen, müssen wir nicht nur die ökologischen, sondern vor allem auch die sozialen Prozesse verstehen, die unsere Ökosysteme prägen.“

Juniorprofessorin Dr. Ana Stritih

Leiterin der Professur für Modellierung sozial-ökologischer Systeme, Fakultät für Umwelt und Natürliche Ressourcen

„Um Wälder widerstandsfähig gegen den Klimawandel zu machen, müssen wir nicht nur die ökologischen, sondern vor allem auch die sozialen Prozesse verstehen, die unsere Ökosysteme prägen“, sagt Stritih. „Ich freue mich, dass die Margarete von Wrangell-Förderung es uns ermöglicht, unsere Hypothesen zur sozialen Dimension der Waldresilienz experimentell zu testen. Wenn wir soziale Dynamiken in Waldmodelle integrieren, wird uns das helfen, wertvolle Instrumente für die Praxis zu entwickeln.“

Soziale Dynamiken simulieren, um Wälder besser für die Zukunft zu wappnen

Für die kommenden drei Jahre kann Stritih durch die Förderung eine frisch promovierte Wissenschaftlerin beschäftigen. Diese erhält eine Vollzeitbeschäftigung und die Möglichkeit, sich für eine fortgeschrittene Position wie eine Nachwuchsgruppenleitung oder eine Tenure-Track-/Juniorprofessur zu qualifizieren. Wer den Lehrstuhl von Stritih künftig verstärken wird, steht bereits fest: Dr. Christina Dollinger, die jüngst an der Technischen Universität München promoviert hat, wird als Postdoc an den Lehrstuhl wechseln.

Dollinger ist Expertin für die Resilienz von Wäldern. Sie nutzt Simulationsmodelle, um unter anderem die komplexen Auswirkungen des Klimawandels auf Waldökosysteme zu verstehen. Während ihrer Postdoc-Phase an der Universität Freiburg wird sie ihre Modellierungsansätze um die sozial-ökologische Dimension von Waldlandschaften erweitern, um den Einfluss gesellschaftlicher Dynamiken auf die Widerstandsfähigkeit von Wäldern zu untersuchen.

Diese Forschung wird auch in den Exzellenzcluster Future Forests an der Universität Freiburg einfließen, in dem Stritih als Principal Investigator mitwirkt. Der Forschungsverbund mit mehr als 100 Wissenschaftler*innen wird sieben Jahre lang untersuchen, wie die Anpassung der Wälder an den Klimawandel und der Erhalt ihrer wichtigen Ökosystemfunktionen gelingen kann.

Karrierewege für Wissenschaftlerinnen an der Universität Freiburg

Das gleichstellungspolitische Engagement der Universität Freiburg ist von der Vision einer geschlechtergerechten Universität getragen: Frauen und Männer sind auf allen Qualifikationsstufen wissenschaftlicher Karrieren sowie in Leitungspositionen paritätisch vertreten. In diesem Rahmen hat die Universität Freiburg Gleichstellungsziele in ihrer Struktur- und Entwicklungsplanung verabschiedet. So soll unter anderem der Frauenanteil an den unbefristeten Professuren bis 2028 auf 33 % gesteigert werden. Der Blick sowohl auf die landes- und bundesweiten als auch die Freiburger Daten zu akademischen Karriereverläufen zeigt deutlich, dass Frauen vor allem in der Postdoc-Phase aus wissenschaftlichen Karrieren aussteigen und es hier spezifische Fördermaßnahmen braucht.

Deshalb bemüht sich die Universität Freiburg insbesondere darum, in den frühen Karrierephasen Frauen in ihrer Entwicklung zu unterstützen. Dazu gibt es universitätsweit verschiedene Förderprogramme wie unter anderem das Coaching-Programm CORA, das weibliche Postdocs auf dem Weg zur Professur begleitet. Ergänzt werden diese Programme durch weitere Initiativen, die zu einer geschlechtergerechten Universitätskultur beitragen und damit die Attraktivität von Wissenschaftskarrieren für Frauen erhöhen.

Weitere Informationen finden Sie auf der Website Gleichstellung, Diversität und akademische Personalentwicklung der Universität Freiburg.

Über das Margarete von Wrangell-Programm

Zur Unterstützung junger Nachwuchswissenschaftlerinnen bei dem Übergang von der Postdoc-Phase zur Lebenszeitprofessur hat das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg 2023 das Margarete von Wrangell-Programm gestartet. Das nach Deutschlands erster Professorin benannte Programm gibt Junior- und Tenure-Track-Professorinnen die Möglichkeit, für drei Jahre eine frisch promovierte Wissenschaftlerin zu beschäftigen, um ihr Forschungsfeld zu profilieren. Die Wissenschaftlerin erhält für drei Jahre eine verlässliche Vollzeit-Beschäftigung, um sich für eine Postdoc-Position wie Juniorprofessur, Tenure-Track-Professur oder Nachwuchsgruppenleitung zu qualifizieren.

Kontakt

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