Schwerpunkte
Unsere Forschungsschwerpunkte liegen in der Politik- Wirtschafts- und Umweltanthropologie. Diese Schwerpunkte schlagen sich häufig in konkreten Forschungsprojekten nieder. Regionale Expertise besteht vor allem zu Südostasien, Afrika und Lateinamerika. Wir verbinden in unserer Forschung ethnografische Tiefe mit gesellschaftlich relevanten Fragestellungen – lokal verankert, global vernetzt.
Politikanthropologie
Die Politikanthropologie beschäftigt sich mit den unterschiedlichen Weisen, in denen menschliche Gesellschaften ihr Zusammenleben organisieren und politische Ordnungen gestalten. Sie untersucht, wie Macht verteilt ist, ausgeübt wird und gesellschaftliche Prozesse prägt. Dabei richtet sich der Blick sowohl auf konkrete politische Institutionen und Organisationsformen – etwa Staaten, Behörden, soziale Bewegungen oder Dorfversammlungen – als auch auf Machtverhältnisse im Alltag, die Ausdruck und zugleich Grundlage politischer Prozesse sind, beispielsweise in Familienstrukturen, Klassenverhältnissen oder ethnischen und nationalen Grenzziehungen.
In der Forschung des Freiburger Instituts stehen insbesondere die Anthropologie des Staates und kolonialer Herrschaftsformen, die Anthropologie von Grenzen, Grenzziehungen und Migration sowie globale Ungleichheiten und die ungleiche Verteilung von Handlungsmacht in einer global verflochtenen Welt im Mittelpunkt.
Wirtschaftsanthropologie
Wirtschaftsanthropologie beschäftigt sich mit der Frage, wie Menschen ihren Lebensunterhalt sichern, Arbeit organisieren und Ressourcen, Güter und Produkte verteilen. Sie untersucht, wie wirtschaftliche Verhältnisse soziale Beziehungen, Alltag und Lebensweisen prägen und wie eng ökonomische Prozesse mit politischen, sozialen und kulturellen Dynamiken verbunden sind.
Die Freiburger Wirtschaftsanthropologie richtet ihren Blick insbesondere auf das Leben im globalen Kapitalismus. Schwerpunkte liegen auf Arbeit, Freizeit und Muße, Konsumpraktiken sowie sozialer Sicherung und Grundeinkommen. Weitere Forschungsthemen sind Extraktivismus und globale Arbeitsteilung, Landwirtschaftlicher Wandel sowie Prozesse wirtschaftlicher Diversifizierung und deren Verlust im Kontext kapitalistischer Expansion. Im Zentrum steht die Frage, wie Menschen unter den Bedingungen globaler ökonomischer Verflechtungen ihren Lebensunterhalt sichern und mit ökonomischer Unsicherheit umgehen.
Umweltanthropologie
Umweltanthropologie untersucht, wie Menschen sich zu ihrer natürlichen Umwelt in Beziehung setzen, wie sie Wissen über Umwelt erlangen und wie sie mit ihrer Umwelt interagieren, sie verändern und zugleich von ihr geprägt werden. Sie beschäftigt sich mit den vielfältigen Beziehungen zwischen Menschen und ihrer Umwelt sowie den gesellschaftlichen Vorstellungen, Praktiken und Konflikten, die diese Beziehungen prägen. Dabei geht sie auch der Frage nach, welche unterschiedlichen Vorstellungen davon bestehen, was „Natur“ und „Umwelt“ überhaupt sind, und wie diese Vorstellungen den Umgang mit Landschaften, Ressourcen und anderen Lebensformen prägen.
Die Freiburger Umweltanthropologie beschäftigt sich insbesondere mit Umweltwandel, Ressourcenkonflikten und den sozialen Dimensionen ökologischer Krisen. Forschungsschwerpunkte liegen unter anderem auf Mensch-Wald-Beziehungen, Naturschutz und Umweltgerechtigkeit sowie gesellschaftlichen Auseinandersetzungen um Land, Ressourcen und nachhaltige Zukunftsentwürfe. Im Zentrum steht die Frage, wie Menschen unter Bedingungen tiefgreifender sozial-ökologischer Transformationen leben, handeln und ihre Zukunft gestalten.