Siegelement der Uni Freiburg in Form eines Kleeblatts

Forschung

Der Hauptfokus unserer Forschung sind pflanzenphysiologische Prozesse, die Rückschlüsse auf die Gesundheit der Pflanzen und damit auf die Funktionalität ihrer Ökosysteme erlauben. Photosyntheseaktivität, Chlorophyllfluoreszenz oder Abgabe spezifischer volatiler organischer Verbindungen (VOCs) sind Faktoren, die uns viel über die Fitness oder den Stresszustand der Pflanzen sagen. Die beiden größten Stressfaktoren für Pflanzen, Trockenheit und Hitze, haben sich in den vergangenen Jahren durch die Auswirkungen des Klimawandels erheblich verschärft. Essentieller Teil unserer Forschung ist es also, zum Verständnis beizutragen, wie Waldökosysteme auf die sich verändernden klimatischen Bedingungen reagieren werden und welche Maßnahmen dazu beitragen könnten, diese Auswirkungen abzufedern.

Forschungsprojekte

Forschungsprojekt

ECODROUGHT

Auswirkungen wiederkehrender Dürreperioden auf ökohydrologische Feedbacks und Legacy Effekte wichtiger europäischer Baumarten (DFG)
Die Dürreauswirkung auf verschiedene Baumarten und deren Erholung werden durch ein komplexes Zusammenspiel zwischen der Anpassungsstrategie einer Art, sowie den edaphischen und hydrologischen Bedingungen bestimmt. Diese ökohydrologischen Feedbacks an der Schnittstelle zwischen Boden und Baum können Schlüsselfaktoren für die Verstärkung oder Abmilderung von Dürreauswirkungen sein. Unser neues Messsystem zur kontinuierlichen Messung stabiler Wasserisotope in-situ ermöglicht wichtige unterirdische Prozesse, wie z.B. die Wasseraufnahme von Wurzeln, und deren Einfluss auf den Wasserhaushalt der Bäume auf täglicher Basis zu bestimmen. Ziel ist die Quantifizierung der unterschiedlichen Dürre- und Legacyeffekt der fünf ausgewählten Baumarten insbesondere bezüglich wiederkehrender Trockenheit. Wir untersuchen die Hypothese, dass die art-spezifischen ökohydrologischen Feedbacks an der Schnittstelle zwischen Baum und Boden für die Legacy-Effekte bei wiederkehrender Trockenheit entscheidend sind.

Sonderforschungsbereich

ECOSENSE (DFG SFB 1537)

Multiskalige Quantifizierung und Modellierung der räumlich-zeitlichen Dynamik von Ökosystemprozessen durch intelligente autonome Sensornetzwerke
Der globale Klimawandel bedroht das Funktionieren der Ökosysteme weltweit. Waldökosysteme sind besonders wichtig für die Kohlenstoffbindung. Wiederkehrende Belastungen gefährden jedoch zunehmend selbst mitteleuropäische Wälder, was sich möglicherweise kaskadenartig auf ihre Kohlenstoffsenkenkapazität, ihre Widerstandsfähigkeit gegen Dürren und ihre Nachhaltigkeit auswirkt. Das Wissen über die Auswirkungen auf die Vielzahl von Prozessen, die die Wechselwirkungen zwischen Boden, Pflanze und Atmosphäre in diesen komplexen Systemen steuern, ist weitgehend unzureichend und die Unsicherheit über künftige Veränderungen extrem hoch.
Unser interdisziplinäres Forschungsprojekt ECOSENSE wird im Rahmen einer Ökosystemforschung der nächsten Generation alle relevanten Ebenen untersuchen. Unsere Vision ist es, kritische Veränderungen in der Funktionsweise von Ökosystemen auf der Grundlage des Verständnisses von hierarchischen Prozessinteraktionen zu erkennen und vorherzusagen.

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Forschungsprojekt

PhytOakMeter

Die Rolle des Primings für abiotische und biotische Stressreaktionen bei Eichen
Im diesem Projekt wollen wir unser mechanistisches Verständnis der ökophysiologischen Reaktionen des Eichenholobionten auf wiederkehrenden Trockenstress verbessern. Darüber hinaus sollen die Auswirkungen des abiotischen Stresses auf den nachfolgenden biotischen Stress durch ober- und unterirdische Herbivorie aufgeklärt werden. Wir gehen davon aus, dass der untersuchte Eichenklon (DF159) durch ein erstes moderates Trockenheitsereignis vorbereitet wird und daher weniger anfällig für nachfolgenden abiotischen (Trockenheit) und biotischen (ober- und unterirdische Pflanzenfresser) Stress ist. Dies wird durch die Bestimmung wichtiger ökophysiologischer Parameter wie Wasserpotenzial, Photosyntheseraten, Chlorophyllfluoreszenz und anderer untersucht. Ein weiterer Schwerpunkt dieses Projekts ist das für Eichen typische endogene rhythmische Wachstum (ERG), das durch abwechselnde Phasen des Wurzel- und Sprosswachstums gekennzeichnet ist, und die Auswirkungen von Stress in diesen verschiedenen Phasen.

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Forschungsprojekt

Forest Floor (DFG FOR 5315)

Funktionsweise, Dynamik und Anfälligkeit in einer sich verändernden Welt
Der Waldboden (FF) bildet die Schnittstelle zwischen ober- und unterirdischen Teilen des Waldes und erfüllt zentrale Ökosystemleistungen wie die Speicherung und Umwandlung von organischer Substanz, Nährstoffen, Wasser und Gasen. In gemäßigten Regionen könnten bereits kleine Klimaänderungen diese Funktionen beeinflussen, indem sie die Bodenstruktur von organischen zu mineralischen Schichten verschieben. Unser Forschungsverbund untersucht die Zusammenhänge zwischen den Steuergrößen, Eigenschaften und Leistungen des Waldbodens. Ziele sind (i) die Bewertung der Leistungsfähigkeit des FF im Vergleich zum mineralischen Oberboden, (ii) die Einschätzung seiner Anfälligkeit gegenüber Klimaerwärmung und (iii) die Nutzung seiner Eigenschaften als Indikatoren für die Erfüllung von Ökosystemleistungen. Im Fokus steht der kombinierte Einfluss von Phosphor und Temperatur in europäischen Buchenwäldern (Fagus sylvatica), gemischt mit Fichten (Picea abies) und Bergahorn (Acer pseudoplatanus).

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Forschungsinfrastruktur

An der Professur für Ökosystemphysiologie verfügen wir über eine exzellente Forschungsinfrastruktur mit modernen Laboren, spezialisierten Softwarelösungen und Zugang zu umfangreich ausgestatteten Messflächen. Besonderes Augenmaß gilt der neuen, eigens für unsere Forschung entwickelten Ecotron-Anlage des durch die Stihl-Stiftung geförderten Umwelttechnikums. Zwei Klimakammern und ein Gewächshaus komplettieren unser umfängliches Setup.

  • Klimakammern
  • Ecotrone
  • Gewächshaus
  • Pflanzgarten

Über uns

Unser Profil, aktuelle Neuigkeiten und mehr.

Lehre

Unser Lehrangebot und Informationen über Abschlussarbeiten.

Unser Team

Vorstellung unserer Teammitglieder und Liste der Kontaktdaten.

Neue Publikationen

  • Daber, L. E., Nolte, P., Kreuzwieser, J., Meischner, M., Williams, J., & Werner, C. (2025). „Position-Specific Isotope Labelling Gives New Insights into Chiral Monoterpene Synthesis of Norway Spruce (Picea Abies L.)“. Environmental and Experimental Botany 238. https://doi.org/10.1016/j.envexpbot.2025.106238
  • Werner, C., Bahn, M., Grams, T.E.E., Grossiord, C., Haberstroh, S., Lenczner, G., Tuia, D. and Vallicrosa, H. (2025), Impact of emerging compound droughts on forests: A water supply and demand perspective. Plant Biol J. https://doi.org/10.1111/plb.70080
  • Meischner, M., S. Haberstroh, J. Kreuzwieser, et al. 2025. “ Localized Response of De Novo Terpenoid Emissions Through the Jasmonate Signaling Cascade in Two Main European Tree Species.” Physiologia Plantarum 177, no. 4: e70432. https://doi.org/10.1111/ppl.70432
  • Kinzinger, L., Haberstroh, S., Mach, J., Weiler, M., Orlowski, N. and Werner, C. (2025), Continuous In-Situ Water Stable Isotopes Reveal Rapid Changes in Root Water Uptake by Fagus sylvatica During Severe Drought. Plant, Cell & Environment. https://doi.org/10.1111/pce.70055
  • Haberstroh, S.; Christen, A., Sulzer, M.; Scarpa, F.; Werner, C. (2025) Recurrent hot droughts cause persistent legacy effects in a temperate Scots Pine forest. Plant Biology, https://doi.org/10.1111/plb.70066
  • Dumberger, S.; Kinzinger, L.; Weiler, M.; Werner, C.; Haberstroh, S. (2025) Dynamic Shifts in Radial Sap Flow of Two Temperate Tree Species in Response to the Dry Summer 2022. Ecohydrology, 18:e70054. https://doi.org/10.1002/eco.70054
  • Haberstroh, S.; Scarpa, F.; Seeger, S.; Christen, A.; Werner, C. (2025) Continuous Stem Water Potential Measurements of a Diffuse-Porous Tree Species Offer New Insights Into Tree Water Relations. Ecohydrology 18, e2761. https://doi.org/10.1002/eco.2761