Forschung

Forschungsprofil
Das Zentrum für Populäre Kultur und Musik (ZPKM) wurde 2014 an der Universität Freiburg gegründet und bündelt seine Arbeit unter vier miteinander verwobene Forschungsperspektiven:
Gesellschaft – Politik – Identität
Populäre Musik ist in zeitliche, soziale und räumliche Kontexte eingebettet. Sie spiegelt und prägt Vorstellungen des Eigenen und des Anderen und transportiert gesellschaftliche Werte und Normen. Entsprechend wendet sich das Zentrum den vielfältigen Beziehungen zwischen populärer Musik und Gesellschaft zu. Vor dem Hintergrund seiner eigenen Geschichte (gegründet als Deutsches Volksliedarchiv im Jahr 1914) setzt sich das Zentrum dabei in besonderer Weise mit der Historiographie populärer Musik, Traditionsbildung und Kulturerbeprozessen auseinander.
Produktion – Distribution – Rezeption
Populäre Musik und ihre Bedeutungszuschreibungen entstehen aus einem komplexen Zusammenspiel von Produktions-, Distributions- und Rezeptionsweisen. Ästhetisch-künstlerische Entscheidungen, wirtschaftliche und technisch-materielle Bedingungen bilden daher wichtige Forschungsfelder des ZPKM. Dasselbe gilt für das Erleben von Musik und die Art und Weise, wie Menschen sich selbst und ihre Umwelt deuten. Eng damit verbunden ist die Untersuchung von Diskursen über Musik (etwa zu Gattungen und Genres) und musikbezogenen Wissenspraktiken.
Performativität − Inszenierung – Medialität
Populäre Musik wird oft mit großem inszenatorischen Aufwand auf der Bühne, im Musikvideo oder im Club dargeboten. Die entsprechenden Körperpraktiken, künstlerischen Rollen und Gender-Inszenierungen sind essentieller Teil musikalischer Expressivität und kreativer Prozesse, denen sich das ZPKM zuwendet. Dies schließt Selbstinszenierungen von Fans und Szenemitgliedern ein. Eine Querschnittsdimension populärer Musik stellt die Medialität dar: Mit Hilfe von Medien wird sie gemacht, dokumentiert, verbreitet, (re-)präsentiert − und erlebt. Davon ausgehend nimmt das Zentrum sowohl digitale als auch analoge Medien in den Blick, vom handschriftlichen Liederbuch bis zur Streamingplattform.
Räume – Mobilität – Verflechtungen
Populäre Musik wird weithin als globales Marktphänomen wahrgenommen, das Menschen unabhängig von ihrer räumlichen – und damit sozialen – Verortung miteinander verbindet. Eine solche Betrachtung relativiert kulturelle Eigenlogiken, weshalb das ZPKM populäre Musik in ihren räumlich-sozialen Kontexten und Verflechtungen erforscht. Diese Perspektive ist offen für lokale und globale bzw. glokale Phänomene und für die Frage, wie musikalische Austauschprozesse stattfinden.
Forschungs- und Verbundprojekte
Gesellschaftlicher Konsens in der digitalen Transformation
MWK-gefördertes Forschungsprojekt „Gesellschaftlicher Konsens in der digitalen Transformation“, Projektlaufzeit: 01.06.2025–30.11.2026.
Phonographische Musikpraxis und sozialistische Zentralautoritäten
DFG-Projekt „Phonographische Musikpraxis und sozialistische Zentralautoritäten: Produktionspolitiken des DDR-Plattenlabels Amiga 1971–1990“, Projektlaufzeit: 2024–2027.
Beteiligung an KulturWissen vernetzt
Weitere Informationen zum Projekt: KulturWissen vernetzt. Kooperative Strukturen in kulturwissenschaftlicher Forschung, Lehre und Wissenstransfer.
Gefördert durch die Volkswagenstiftung, 2021–2027.
Soundscapes of ‚Heimat‘
Soundscapes of ,Heimat’. Musikalische Kartographierung im Heimatfilm und Bergfilm (1930–1970). Projekt von Maria Fuchs (Wien) mit Forschungsaufenthalt am ZPKM.
Musikobjekte
BMBF-Projekt „Musikobjekte der populären Kultur. Funktion und Bedeutung von Instrumententechnologie und Audiomedien im gesellschaftlichen Wandel“. Laufzeit: 2018–2021
Americana
DFG-Netzwerk: „Americana: Ästhetik, Authentizität und Performance in der US-amerikanischen populären Musik“. Laufzeit: 2016–2024
Vernetzt lernen, forschen, vermitteln
Beteiligung an: Vernetzt lernen, forschen, vermitteln. Sammlungen zur Arbeit – Arbeit in Sammlungen: Förderung des ZPKM und fünf anderer Institutionen durch das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg (Landesinitiative „Kleine Fächer“). Laufzeit 2017–2020
Tagungen und Workshops
2026
- „Populäre Musik und Nachkriegszeiten. Zwischen kultureller Selbstvergewisserung, Unterhaltung und Verdrängung (1945–1960)“, in Kooperation mit dem Freiburger Forschungs- und Lehrzentrum Musik (FZM) sowie der FRIAS-Forschungsgruppe „Nachkriegszeiten: Pluralität – Temporalität – Re/Konstruktionen“, 26.11–28.11.2026
- „Tradition archives in motion: sounding out good practices and challenges with folk collections“, International conference, University of Freiburg/ZPKM and International Society for Ethnology and Folklore (SIEF) – Working Group on Archives, in cooperation with the Institute for the Cultural Analysis of the Germans of Eastern Europe (IKDE), Freiburg, Germany, 29 June – 1 July 2026
- „Volksliedarchive und musikethnologische Sammlungen in der Gegenwart – Institutionen, Praxis, Austausch, Vernetzung“, Workshop des ZPKM der Universität Freiburg und des Instituts für Volkskunde der BAdW in Kooperation mit der DGEKW-Kommission zur Erforschung musikalischer Volkskulturen, 12. März 2026 (online)
- „Girls Crazy? Rollen(-bilder), Selbstkonzepte und Karrieren von Frauen im Musicaltheater“, Jahresmeeting der Freunde und Förderer des Deutschen Musicalarchivs, 6.–7. März 2026
2025
- „Non Stop Dancing zu Melodien für Millionen. Tanz- und Unterhaltungsorchester in Deutschland von der Nachkriegszeit bis heute“, 25.–26. September 2025
- „Musik- und Mediengeschichte der DDR“, Workshop im Rahmen des DFG-Projektes „Phonographische Musikpraxis und sozialistische Zentralautoritäten, 11. Juli 2025
- „Musik und Ländlichkeit – Musikalische Praktiken, Stile und Kulturen in der gesellschaftlichen Transformation“, in Zusammenarbeit mit der Hochschule für Musik Freiburg, 3.–4. Juni 2025
- „Hier, daheim, zuhause – Regionalität im populären Musical- und Operettentheater seit 1950“, Jahresmeeting der Freunde und Förderer des Deutschen Musicalarchivs, Essen, 7.–8. März 2025
2024
- Treffen des „Archivnetzwerks Pop“, 10. Dezember 2024
- „Musik und Wissenstransfer: Digitale Herausforderungen für Gedächtnisinstitutionen und Musiksammlungen, 24.–25. Oktober 2024
- „Clubsterben. Sozioökonomischer Wandel und urbane Musikkulturen“, 27.–28. September 2024
- „Glauben & Aberglauben. Religion(en) im populären Musiktheater“, Jahresmeeting der Freunde und Förderer des Deutschen Musicalarchivs, 5.–6. Juli 2024.
2023
- „Die letzten Klänge. Zum kulturellen Zusammenspiel von Tod und Musik“, Tagung in Kooperation mit dem „Arbeitskreis Thanatologie“ der Sektion Wissenssoziologie der Deutschen Gesellschaft für Soziologie, 10.–11. November 2023
- „Musik als Kulturerbe. Diskurse, Praxisfelder, Forschungsperspektiven“, 28.–30. September 2023
- “’The Hills Are Alive …’” – Populäres Musiktheater in der Alpenregion.“ Jahresmeeting der Freunde und Förderer des Deutschen Musicalarchivs in Kooperation mit der Anton-Bruckner-Privatuniversität Linz und dem Musiktheater Linz, 10.–11. März 2023
2022
- „Zukunftsentwürfe in der Populärkultur“, in Kooperation mit dem Institut für Kulturanthropologie und Europäische Ethnologie sowie der Kommission „Kulturen populärer Unterhaltung und Vergnügen“ der DGEKW, 23.–25. Juni 2022
- „Weltmusik in postkolonialer Perspektive“, Workshop in Zusammenarbeit mit Maria Fuchs in Wien, 13. Mai 2022
- „Datenbanksysteme im vernetzten Wissenstransfer“, Workshop in Tübingen, 8.–9. März 2022 (ZPKM beteiligt; Teil des Projekts KulturWissen vernetzt)
2021
- „Electrified! Musiktechnologien und Medien im 20. und 21. Jahrhundert“, 7.–9. Oktober 2021
- „Manifestationen sozialer Utopie? Musikvideos und Transkulturalität“, in Zusammenarbeit mit dem Institut für Medien- und Kulturwissenschaft der Universität Düsseldorf in Düsseldorf, 29. September bis 1. Oktober 2021
- „Noise Pollution“, Online-Tagung in Kooperation mit dem Institut für Medienkulturwissenschaft, 4.–5. Februar 2021
2020
- „Schlager erforschen. Kulturwissenschaftliche Perspektiven auf ein populäres Phänomen“, 31. Januar und 1. Februar 2020
- „Queer Pop“, akademisches Symposium des Zentrums für Populäre Kultur und Musik. Konzeption und Organisation: Bettina Papenburg und Kathrin Dreckmann, 16.–18. Januar 2020
2019
- „Wohnlandschaften – Klanglandschaften – Audiogeräte und ihre Nutzung im 20. und 21. Jahrhundert“, 22.–23. November 2019
- Workshops des Netzwerks „Americana“ an der Universität Konstanz, 14.–17. November 2019
- „Kleine Fächer – große Wirkung? Workshop 23.–24. Mai 2019 in Stuttgart, Landesmuseum (ZPKM beteiligt)
- Workshops des Netzwerks „Americana“ an der Universität Oldenburg, 25.–28. April 2019
- Ausstellung in Freiburg: Projekt „Vernetzt lernen, forschen, vermitteln: Arbeit in Sammlungen“, durchgeführt von Studierenden der Universitäten in Freiburg und Tübingen (ZPKM beteiligt); 18. Februar bis zum 17. März 2019
- Jahresmeeting des Deutschen Musicalarchivs, veranstaltet vom ZPKM und den Freunden und Förderern des Deutschen Musicalarchivs e.V. (Berlin), 8.–9. März 2019, Theater für Niedersachsen, Hildesheim
2018
- „Rocking Islam. Music and the Making of New Muslim Identities“, International Workshop in Zusammenarbeit mit dem Institut für Kulturanthropologie der Universität Freiburg, gefördert vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg, 27.–29. September 2018
- „Cool Retro Camp Trash. Aesthetic Concepts in Popular Culture“, 3.–5. Mai 2018
- „Musicals auf der Amateurbühne: Geschichte, Befunde, Perspektiven“, Jahresmeeting der Freunde und Förderer des Deutschen Musicalarchivs e. V. und des ZPKM, 9.–10. März 2018.
- „Musik – Kultur – Gedächtnis“, in Kooperation mit dem Arbeitskreis „Gedächtnis-Erinnern-Vergessen“ der Sektion Wissenssoziologie in der Deutschen Gesellschaft für Soziologie, 8.–9. März 2018.