Plattform für transdisziplinäre Lehrkooperationen

Ein Ort, an dem Universität und Gesellschaft Lehre gemeinsam gestalten
Hier entsteht eine Plattform, die Lehre und Praxis verbindet: Für transdisziplinäre Lehrprojekte in denen Studierende, Lehrende und Praxispartner*innen gesellschaftliche Herausforderungen adressieren und ihr Wissen und ihre Erfahrung zusammenbringen. Gleichzeitig stärkt die Plattform den Aufbau einer lebendigen Community of Practice.
Für wen ist die Plattform?
Studierende
Bringen Sie Ihr Wissen in die Praxis ein und arbeiten Sie mit an Lösungen für reale gesellschaftliche Herausforderungen. Ob Projektseminar, Engagement oder Abschlussarbeit. Hier finden Sie passende Praxispartner*innen und konkrete Angebote, bei denen Sie gleichzeitig ECTS-Punkte erwerben können.
Lehrende
Bringen Sie reale Herausforderungen in Ihre Lehre und entwickeln Sie innovative, transdisziplinäre Lehrformate. Verknüpfen Sie Ihre Lehrveranstaltung mit lokalen Projekten und ermöglichen Sie Studierenden praktische Lernerfahrungen.
Praxispartner*innen
Sie sind Vertreter*in einer Organisation aus dem Bereich der Zivilgesellschaft, eines Unternehmen oder aus Verwaltung und Politik? Bearbeiten Sie Ihre Fragestellungen mit engagierten Studierenden: Ob Projektunterstützung, wissenschaftliche Begleitung oder langfristige Kooperation. Hier finden Sie mit Lehrformaten und Kontakten den passenden Rahmen für Ihre Ideen.
Was ist ein transdisziplinäres Lehrprojekt?
Ein transdisziplinäres Lehrprojekt1
- fördert die Zusammenarbeit mit Praxispartner*innen und zwischen Studierenden verschiedener Disziplinen.
- greift aktuelle gesellschaftliche Herausforderungen auf.
- fokussiert auf die gemeinsame Entwicklung von Lösungsansätzen, welche wissenschaftlich fundiert und in der Praxis anwendbar sind.
Transdisziplinäre Lehrprojekte entdecken
Erkunden Sie die verschiedenen Formate transdisziplinärer Lehre und sammeln Sie Ideen für Ihr eigenes Vorhaben.
Seminar Naturgefahren und Katastrophenrisikomanagement im Kontext des Globalen Wandels
Worum ging es?
Ziel des Seminars ist die Vertiefung physisch-geographischer Kenntnisse zu Naturgefahren wie Hochwasser und Hitzewellen. Zudem werden die Auswirkungen des Globalen Wandels auf diese Naturgefahren, die daraus entstehenden Risiken für Mensch und Gesellschaft sowie Ansätze des Katastrophenrisikomanagements behandelt. In diesem Themenkomplex werden regionale Fallbeispiele erarbeitet.
Besonders an dem Seminar ist die Einbindung von Gastvorträgen von unterschiedlichen Expert*innen aus der Berufspraxis der Geographie. Nach kurzen Inputs ermöglichen diese einen intensiven Austausch mit den Studierenden und geben Einblicke in ihre berufliche Arbeit. Vertreten waren dabei z.B. der Deutsche Wetterdienst, das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe oder das Umweltschutzamt der Stadt Freiburg.
Learnings
Wichtige Erkenntnisse sind u.a., dass Extremwetterereignisse häufiger und stärker auftreten (Naturgefahr), Sachwerte bedrohen (Exposition) und die Gesellschaft verwundbarer ist (Vulnerabilität). Das Risikopotenzial kann aus dem Zusammenspiel dieser drei Komponenten erhoben werden. Der Umgang damit erfordert ein nachhaltiges Katastrophenrisikomanagement, das beim Wiederaufbau potenzielle Risiken berücksichtigt um die Widerstandsfähigkeit der Gesellschaft langfristig zu stärken.
Der Austausch mit Expert*innen aus der Berufspraxis vermittelte praktische Einblicke in das Themenfeld, zeigte die Vielfalt geographischer Berufsfelder auf und unterstützte die Berufsfeldorientierung sowie den Netzwerkaufbau der Studierenden.
Beteiligte
Studierende der Geographie-Bachelor-Studiengänge, Professur für Geomorphologie und rezente Morphodynamik / Professur für Klimageographie, Dozentin: Regina Fleischmann; Folgende Institutionen waren bereits mit Gastvorträgen im Seminar vertreten: Deutscher Wetterdienst, Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe, Hessisches Umweltministerium, Deutsches Komitee Katastrophenvorsorge e.V., Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt, Universität Freiburg, Stadt Freiburg – Umweltschutzamt, Resilienzzentrum Ostalbkreis, Global Fire Monitoring. Center
Aufwand:
5 ECTS
Kosten für die Einladung von Expert*innen aus der Berufspraxis sind nicht angefallen, da diese alle aus dem Netzwerk der Dozentin akquiriert wurden.

Lehrveranstaltungsart: Seminar
Curriculare Verankerung: Das Modul kann als Wahlpflichtmodul Physische Geographie im Rahmen der Geographie-Bachelor-Studiengänge (B.Sc. , PolyB) belegt werden.
Exkursion zu Entwicklungspolitik nach Bonn
Worum ging es?
Im Rahmen des Seminars „Einführung in die Entwicklungspolitik“ (Politikwissenschaft) bietet das Arnold-Bergstraesser-Institut (ABI) Freiburg gemeinsam mit dem Gustav-Stresemann-Institut Bonn ein Praxisseminar zur Entwicklungspolitik in Bonn an. Das Seminar wird als Ergänzung zum Curriculum der Politikwissenschaft bereits seit den 1980er Jahren vom ABI angeboten, seit ca. 20 Jahren wird es von Dr. Martin Adelmann (ABI Freiburg) geleitet. Hier besteht für Studierende der Universität Freiburg die Möglichkeit, mit Praktiker*innen der Entwicklungszusammenarbeit aus staatlichen und nichtstaatlichen Organisationen, z.B. von GIZ, BMZ oder der Welthungerhilfe ins Gespräch zu kommen.
Learnings
Die Exkursion ist für Studierenden eine Möglichkeit, mit Organisationen und PraktikerInnen in Kontakt zu kommen. Das Politikfeld neben der wissenschaftlichen Beschäftigung im Uni-Seminar auch aus Praxisperspektive zu erkunden, ist ein großer Mehrwert. Daneben nutzt es auch der beruflichen Orientierung. Teilweise können die Kontakte auch für Praktika genutzt werden.
Beteiligte
Seminar für wissenschaftliche Politik Uni Freiburg, Arnold-Bergstraesser-Institut Freiburg, Gustav Stresemann Institut Bonn, Beispiele für staatliche Institutionen und NGOs die im Rahmen der Exkursion bereits besucht wurden: GIZ, DEval, Welthungerhilfe, Südwind, Global Policy Forum.
Aufwand:
3-4 Tage Exkursion als Teil eines Seminars (4-6 ECTS)

Lehrveranstaltungsart: Seminar
Curriculare Verankerung: Verschiedene Studiengänge der Politikwissenschaft (Bachelor, PolyB)
Praktikum Plus beim Familienzentrum Klara e.V.
Worum ging es?
Das Praktikum wurde im Rahmen des Moduls „Praktikum plus“ absolviert, welches Praxiserfahrungen mit Kompetenztraining und beruflicher Orientierung verbindet und die Möglichkeit bietet ein freiwilliges Praktikum im In- oder Ausland zu absolvieren.
Beim Praktikum im Familienzentrum Klara e.V. standen sowohl die Betreuung von Kleinkindern als auch die Unterstützung von Familien in deren Alltag im Mittelpunkt. Besonders prägend war die Arbeit nach den Grundsätzen der Pikler-Pädagogik. Ziel dieses pädagogischen Ansatzes ist es, Kinder in ihrer Selbstständigkeit, ihrem Selbstbewusstsein und ihrer persönlichen Entwicklung zu stärken. Zentral war die Förderung einer inklusiven Erziehung und Chancengleichheit, indem alle Kinder, unabhängig von ihrer Herkunft, Zugang zu hochwertiger Bildung erhalten.
Learnings
Besonders prägend waren die Erfahrungen in den Bereichen Kommunikation und Selbstmanagement. Im täglichen Austausch mit Kindern, Eltern und Kolleg*innen konnte die Studierende ihre Fähigkeit weiterentwickeln, klar, empathisch und situationsgerecht zu kommunizieren. Vor allem im Umgang mit den Kindern zeigte sich, wie wichtig ein selbstbewusstes Auftreten und eine klare, verlässliche Kommunikation sind.
Zudem förderten regelmäßige Beobachtungen, Reflexionsgespräche und der Austausch mit Fachkräften die Weiterentwicklung der eigenen pädagogischen Haltung sowie die Fähigkeit zur kritischen Selbstreflexion. Gleichzeitig bot das Praktikum wertvolle Einblicke in ein neues Berufsfeld abseits des Studienfeldes und unterstützte die persönliche berufliche Orientierung.
Beteiligte
Studierende aus dem Bachelorstudiengang Betriebswirtschaftslehre, Familienzentrum Klara e.V., Zentrum für Schlüsselqualifikationen: Praktikum Plus, Zertifikat Nachhaltigkeit,
Aufwand:
6 ECTS-Punkte (140 Zeitstunden), 4 Wochen Praktikum, E-Learningformat und persönliche Reflexion
ODER
8 ECTS-Punkte (210 Zeitstunden), 6 Wochen Praktikum, E-Learningformat und persönliche Reflexion

Lehrveranstaltungsart: Praktikum Plus, zusätzlich anrechenbar im Zertifikat Nachhaltigkeit
Curriculare Verankerung: B.A.- und B.Sc.-Studiengänge: Bereich „Berufsfeldorientierte Kompetenzen“ (BOK)
Kickboxen für Inklusion

Worum ging es?
Sport als Mittel zur sozialen Teilhabe steht im Zentrum des Projekts. Der Caritas Verband Freiburg-Stadt bietet über das Projekt „Vielfalt in Bewegung“ für junge Menschen mit und ohne Migrationshintergrund offene Kickboxangebote sowie ein spezielles Training für junge Frauen an.
Die Service Learning-Studierenden unterstützten bei der Durchführung der Sportangebote und untersuchten deren Beitrag zur sozialen Inklusion von Menschen mit Migrationshintergrund. Ein besonderer Fokus lag auf weiblichen Teilnehmenden. Sie reflektierten Ihre Praxisarbeit im Gruppenaustausch und erstellten ein Poster, das Sie in der Abschlussveranstaltung des Moduls Service Learning präsentierten und mit anderen Teilnehmenden diskutierten.
Learnings
Die Studierenden haben erkannt, dass Inklusion im Sport nicht automatisch entsteht, sondern aktiv gestaltet werden muss. Sie konnten die Bedeutung niedrigschwelliger Zugänge für gesellschaftliche Teilhabe im Praxisfeld konkret erfahren und nachvollziehen, wie entscheidend soziale Dynamiken wie Gruppengefühl, Vertrauen und Sicherheit für erfolgreiche Inklusion sind. Darüber hinaus gelang es ihnen, theoretische Konzepte mit praktischen Erfahrungen zu verknüpfen und ihre eigene Rolle im Spannungsfeld zwischen Beobachtung, Unterstützung und aktiver Teilnahme kritisch zu hinterfragen.
Beteiligte
Zwei Studierende im Bachelor Liberal Arts and Sciences, Caritasverband Freiburg-Stadt e.V., Projekt Vielfalt in Bewegung
Aufwand:
Fächerübergreifendes Service-Learning-Modul (4 ECTS)
Lehrveranstaltungsart: BOK-Veranstaltung; Interdisziplinäre Schlüsselqualifikation (SQ)
Curriculare Verankerung: B.A.- und B.Sc.-Studiengänge: Bereich „Berufsfeldorientierte Kompetenzen“ (BOK); Staatsexamen Rechtswissenschaft: Interdisziplinäre Schlüsselqualifikation; Liberal Arts and Sciences: Wahlpflichtmodul im Kernbereich „Verantwortung und Führung II“
Das Unsichtbare sichtbar machen

Worum ging es?
Im Projekt „Das Unsichtbare sichtbar machen – Nichtbinarität, Asexualität und Aromantik“ konzipierten zwei Studierende im Rahmen eines Service Learning-Studienprojektes in Kooperation mit der Rosa Hilfe Freiburg e.V. eine dreiteilige Workshopreihe, die sie zum 40-jährigen Jubiläum des Vereins veranstalteten.
Inhaltlich beschäftigten sie sich in ihrem Projekt mit queerer Geschichte, Nichtbinarität sowie Aromantik und Asexualität. Ziel der Workshops war es, wenig sichtbare queere Identitäten stärker in den Fokus zu rücken und Wissen für Interessierte zugänglich zu machen. Dabei wurden sowohl historische als auch gesellschaftliche Perspektiven behandelt und über die Rosa Hilfe e.V. ein Safe Space und Raum für Austausch geschaffen. Entstanden sind ein Workshopkonzept inklusive Durchführung sowie Materialien, die künftig weiterverwendet werden können.
Learnings
Die Workshops haben für die Studierenden gezeigt, dass Aufklärungsarbeit zu queeren Themen notwendig ist und besonders kleinere Gruppen einen offenen Austausch fördern. Sie konnten praktische Erfahrungen in der Workshopgestaltung, Projektorganisation und Wissensvermittlung sammeln und gewannen Einblicke in die Bildungs- und Aufklärungsarbeit zu queeren Themen.
Beteiligte
Zwei Studierende im Master Interdisziplinäre Anthropologie, Rosa Hilfe Freiburg e.V.
Aufwand:
Service-Learning-Studienprojekt mit SL-Begleitelementen (2 ECTS) und Praxisprojekt (6 ECTS)
- asynchroner Projektmanagementworkshop
- ILIAS gestützte Reflexion
- Peer-Feedback
- Projektbericht
Lehrveranstaltungsart: Service Learning Studienprojekt
Curriculare Verankerung: M.A. Interdisziplinäre Anthropologie
Projektwerkstatt trail held*innen

Worum ging es?
Trail held*innen ist ein Mountainbike-Angebot für Kinder, insbesondere für Mädchen, mit Fluchtbiografie, die oft wenig Zugang zu Sportangeboten haben. Es geht darum, Mountainbiking sport- und erlebnispädagogisch zu nutzen um Empowerment-Prozesse in Gang zu setzen. Das Radfahren soll die (soziale) Mobilität, Selbstwirksamkeit und psychomotorischen Entwicklung der teilnehmenden Kinder fördern. Die Projektwerkstatt wurde von Studierenden initiiert und in Zusammenarbeit mit der step stiftung im Rahmen des Zertifikat Nachhaltigkeit umgesetzt. Studierende übernehmen für die Dauer der Projektwerkstatt Verantwortung im Bereich der Konzeption, Umsetzung und Evaluierung des Programms.
Learnings
Die Projektwerkstatt veranschaulichte, das Sport Freude macht und den Zusammenhalt stärkt. Vorbereitende Schulungen sowie klar kommunizierte Rollen und Verantwortlichkeiten zeigten sich als entscheidend für eine erfolgreiche Zusammenarbeit mit Praxispartner*innen. Besonders motivierend erleben die Studierenden die Verbindung von Theorie und Praxis, da sie im Projekt Trail Held*innen Eigeninitiative einbringen und Verantwortung übernehmen konnten.
Beteiligte
step stiftung, Institut für Sportwissenschaften, Zertifikat Nachhaltigkeit
Aufwand:
4 ECTS über Zertifikat Nachhaltigkeit
- 20 Präsenzstunden für teilnehmenden Studierende
- 100 Stunden an Solo- und Gruppenarbeiten für Vor- und Nachbereitung der Sitzungen
Lehrveranstaltungsart: Projektwerkstatt im Zertifikat Nachhaltigkeit
Curriculare Verankerung: B.A.- und B.Sc.-Studiengänge: Bereich „Berufsfeldorientierte Kompetenzen“ (BOK)

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Mehr über das Projekt
Kontakt
- Lang, D. J., Wiek, A., Bergmann, M., et al. (2012). Transdisciplinary research in sustainability science: practice, principles, and challenges. Sustainability science, 7 (Suppl 1), 25-43. https://doi.org/10.1007/s11625-011-0149-x ↩︎
- Brundiers, K., Wiek, A., & Redman, C. L. (2010). Real‐world learning opportunities in sustainability: from classroom into the real world. International Journal of Sustainability in Higher Education, 11(4), 308-324. ↩︎