Plattform für transdisziplinäre Lehrkooperationen

Ein Ort, an dem Universität und Gesellschaft Lehre gemeinsam gestalten
Hier entsteht eine Plattform, die Lehre und Praxis verbindet: Für transdisziplinäre Lehrprojekte in denen Studierende, Lehrende und Praxispartner*innen gesellschaftliche Herausforderungen adressieren und ihr Wissen und ihre Erfahrung zusammenbringen. Gleichzeitig stärkt die Plattform den Aufbau einer lebendigen Community of Practice.
Für wen ist die Plattform?
Studierende
Bringen Sie Ihr Wissen in die Praxis ein und arbeiten Sie mit an Lösungen für reale gesellschaftliche Herausforderungen. Ob Projektseminar, Engagement oder Abschlussarbeit. Hier finden Sie passende Praxispartner*innen und konkrete Angebote, bei denen Sie gleichzeitig ECTS-Punkte erwerben können.
Lehrende
Bringen Sie reale Herausforderungen in Ihre Lehre und entwickeln Sie innovative, transdisziplinäre Lehrformate. Verknüpfen Sie Ihre Lehrveranstaltung mit lokalen Projekten und ermöglichen Sie Studierenden praktische Lernerfahrungen. Hier finden Sie passende Praxispartner*innen für Ihre Lehre.
Praxispartner*innen
Sie sind Vertreter*in einer Organisation aus dem Bereich der Zivilgesellschaft, eines Unternehmen oder aus Verwaltung und Politik? Bearbeiten Sie Ihre Fragestellungen mit engagierten Studierenden: Ob Projektunterstützung, wissenschaftliche Begleitung oder langfristige Kooperation. Hier finden Sie mit Lehrformaten und Kontakten den passenden Rahmen für Ihre Ideen.
Was ist ein transdisziplinäres Lehrprojekt?
Ein transdisziplinäres Lehrprojekt1
- fördert die Zusammenarbeit mit Praxispartner*innen und zwischen Studierenden verschiedener Disziplinen.
- greift aktuelle gesellschaftliche Herausforderungen auf.
- fokussiert auf die gemeinsame Entwicklung von Lösungsansätzen, welche wissenschaftlich fundiert und in der Praxis anwendbar sind.
Transdisziplinäre Lehrprojekte entdecken
Erkunden Sie die verschiedenen Formate transdisziplinärer Lehre und sammeln Sie Ideen für Ihr eigenes Vorhaben.
Seminar Naturgefahren und Katastrophenrisikomanagement im Kontext des Globalen Wandels
Worum ging es?
Ziel des Seminars ist die Vertiefung physisch-geographischer Kenntnisse zu Naturgefahren wie Hochwasser und Hitzewellen. Zudem werden die Auswirkungen des Globalen Wandels auf diese Naturgefahren, die daraus entstehenden Risiken für Mensch und Gesellschaft sowie Ansätze des Katastrophenrisikomanagements behandelt. In diesem Themenkomplex werden regionale Fallbeispiele erarbeitet.
Besonders an dem Seminar ist die Einbindung von Gastvorträgen von unterschiedlichen Expert*innen aus der Berufspraxis der Geographie. Nach kurzen Inputs ermöglichen diese einen intensiven Austausch mit den Studierenden und geben Einblicke in ihre berufliche Arbeit. Vertreten waren dabei z.B. der Deutsche Wetterdienst, das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe oder das Umweltschutzamt der Stadt Freiburg.
Learnings
Wichtige Erkenntnisse sind u.a., dass Extremwetterereignisse häufiger und stärker auftreten (Naturgefahr), Sachwerte bedrohen (Exposition) und die Gesellschaft verwundbarer ist (Vulnerabilität). Das Risikopotenzial kann aus dem Zusammenspiel dieser drei Komponenten erhoben werden. Der Umgang damit erfordert ein nachhaltiges Katastrophenrisikomanagement, das beim Wiederaufbau potenzielle Risiken berücksichtigt um die Widerstandsfähigkeit der Gesellschaft langfristig zu stärken.
Der Austausch mit Expert*innen aus der Berufspraxis vermittelte praktische Einblicke in das Themenfeld, zeigte die Vielfalt geographischer Berufsfelder auf und unterstützte die Berufsfeldorientierung sowie den Netzwerkaufbau der Studierenden.
Beteiligte
Studierende der Geographie-Bachelor-Studiengänge, Professur für Geomorphologie und rezente Morphodynamik / Professur für Klimageographie, Dozentin: Regina Fleischmann; Folgende Institutionen waren bereits mit Gastvorträgen im Seminar vertreten: Deutscher Wetterdienst, Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe, Hessisches Umweltministerium, Deutsches Komitee Katastrophenvorsorge e.V., Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt, Universität Freiburg, Stadt Freiburg – Umweltschutzamt, Resilienzzentrum Ostalbkreis, Global Fire Monitoring. Center
Aufwand:
5 ECTS
Kosten für die Einladung von Expert*innen aus der Berufspraxis sind nicht angefallen, da diese alle aus dem Netzwerk der Dozentin akquiriert wurden.

Lehrveranstaltungsart: Seminar
Curriculare Verankerung: Das Modul kann als Wahlpflichtmodul Physische Geographie im Rahmen der Geographie-Bachelor-Studiengänge (B.Sc. , PolyB) belegt werden.
Exkursion zu Entwicklungspolitik nach Bonn

Worum ging es?
Im Rahmen des Seminars „Einführung in die Entwicklungspolitik“ (Politikwissenschaft) bietet das Arnold-Bergstraesser-Institut (ABI) Freiburg gemeinsam mit dem Gustav-Stresemann-Institut Bonn ein Praxisseminar zur Entwicklungspolitik in Bonn an. Das Seminar wird als Ergänzung zum Curriculum der Politikwissenschaft bereits seit den 1980er Jahren vom ABI angeboten, seit ca. 20 Jahren wird es von Dr. Martin Adelmann (ABI Freiburg) geleitet. Hier besteht für Studierende der Universität Freiburg die Möglichkeit, mit Praktiker*innen der Entwicklungszusammenarbeit aus staatlichen und nichtstaatlichen Organisationen, z.B. von GIZ, BMZ oder der Welthungerhilfe ins Gespräch zu kommen.
Learnings
Die Exkursion ist für Studierenden eine Möglichkeit, mit Organisationen und PraktikerInnen in Kontakt zu kommen. Das Politikfeld neben der wissenschaftlichen Beschäftigung im Uni-Seminar auch aus Praxisperspektive zu erkunden, ist ein großer Mehrwert. Daneben nutzt es auch der beruflichen Orientierung. Teilweise können die Kontakte auch für Praktika genutzt werden.
Beteiligte
Seminar für wissenschaftliche Politik Uni Freiburg, Arnold-Bergstraesser-Institut Freiburg, Gustav Stresemann Institut Bonn, Beispiele für staatliche Institutionen und NGOs die im Rahmen der Exkursion bereits besucht wurden: GIZ, DEval, Welthungerhilfe, Südwind, Global Policy Forum.
Aufwand:
3-4 Tage Exkursion als Teil eines Seminars (4-6 ECTS)
Lehrveranstaltungsart: Seminar
Curriculare Verankerung: Verschiedene Studiengänge der Politikwissenschaft (Bachelor, PolyB)
Exkursion zur Archäologie Schottlands

Worum ging es?
Im Rahmen der Praxiselemente des BA- und MA-Studiengangs Archäologische Wissenschaften bieten die Abteilungen Urgeschichtliche Archäologie sowie Frühgeschichtliche Archäologie und Archäologie des Mittelalters des Instituts für Archäologische Wissenschaften jährlich eine zehntägige Auslandsexkursion an. Im Sommersemester 2025 führte sie zu Monumenten, Museen, Ausgrabungen und Forschungseinrichtungen in Schottland.
Learnings
Die Exkursion ist für Studierende eine Möglichkeit, ihr in Lehrveranstaltungen erworbenes Wissen durch den Besuch von Geländedenkmalen, Museen und Forschungseinrichtungen erheblich zu erweitern. Im Austausch mit Fachvertreter*innen vor Ort ergeben sich darüber hinaus persönliche Kontakte – vom wissenschaftlichen Austausch bis zum Praktikum im Ausland.
Beteiligte
Abteilungen Urgeschichtliche Archäologie sowie Frühgeschichtliche Archäologie und Archäologie des Mittelalters des Instituts für Archäologische Wissenschaften Uni Freiburg, besuchte Institutionen und Monumente: National Museum of Scotland, Edinburgh Castle, Lindisfarne Abbey inklusive Ausgrabung, Arbroath Abbey, Antonine Wall, The Scottish Crannog Centre, Tantallon Castle u. a.
Aufwand:
10 Tage Exkursion als Praxis einschließlich eines Beitrags zum Exkursionsführer (8 ECTS)
Lehrveranstaltungsart: Exkursion
Curriculare Verankerung: Curriculare Verankerung: BA- und MA-Studiengang Archäologische Wissenschaften
Praktikum Plus beim Familienzentrum Klara e.V.
Worum ging es?
Das Praktikum wurde im Rahmen des Moduls „Praktikum plus“ absolviert, welches Praxiserfahrungen mit Kompetenztraining und beruflicher Orientierung verbindet und die Möglichkeit bietet ein freiwilliges Praktikum im In- oder Ausland zu absolvieren.
Beim Praktikum im Familienzentrum Klara e.V. standen sowohl die Betreuung von Kleinkindern als auch die Unterstützung von Familien in deren Alltag im Mittelpunkt. Besonders prägend war die Arbeit nach den Grundsätzen der Pikler-Pädagogik. Ziel dieses pädagogischen Ansatzes ist es, Kinder in ihrer Selbstständigkeit, ihrem Selbstbewusstsein und ihrer persönlichen Entwicklung zu stärken. Zentral war die Förderung einer inklusiven Erziehung und Chancengleichheit, indem alle Kinder, unabhängig von ihrer Herkunft, Zugang zu hochwertiger Bildung erhalten.
Learnings
Besonders prägend waren die Erfahrungen in den Bereichen Kommunikation und Selbstmanagement. Im täglichen Austausch mit Kindern, Eltern und Kolleg*innen konnte die Studierende ihre Fähigkeit weiterentwickeln, klar, empathisch und situationsgerecht zu kommunizieren. Vor allem im Umgang mit den Kindern zeigte sich, wie wichtig ein selbstbewusstes Auftreten und eine klare, verlässliche Kommunikation sind.
Zudem förderten regelmäßige Beobachtungen, Reflexionsgespräche und der Austausch mit Fachkräften die Weiterentwicklung der eigenen pädagogischen Haltung sowie die Fähigkeit zur kritischen Selbstreflexion. Gleichzeitig bot das Praktikum wertvolle Einblicke in ein neues Berufsfeld abseits des Studienfeldes und unterstützte die persönliche berufliche Orientierung.
Beteiligte
Studierende aus dem Bachelorstudiengang Betriebswirtschaftslehre, Familienzentrum Klara e.V., Zentrum für Schlüsselqualifikationen: Praktikum Plus, Zertifikat Nachhaltigkeit,
Aufwand:
6 ECTS-Punkte (140 Zeitstunden), 4 Wochen Praktikum, E-Learningformat und persönliche Reflexion
ODER
8 ECTS-Punkte (210 Zeitstunden), 6 Wochen Praktikum, E-Learningformat und persönliche Reflexion

Lehrveranstaltungsart: Praktikum Plus, zusätzlich anrechenbar im Zertifikat Nachhaltigkeit
Curriculare Verankerung: B.A.- und B.Sc.-Studiengänge: Bereich „Berufsfeldorientierte Kompetenzen“ (BOK)
Kickboxen für Inklusion

Worum ging es?
Sport als Mittel zur sozialen Teilhabe steht im Zentrum des Projekts. Der Caritas Verband Freiburg-Stadt bietet über das Projekt „Vielfalt in Bewegung“ für junge Menschen mit und ohne Migrationshintergrund offene Kickboxangebote sowie ein spezielles Training für junge Frauen an.
Die Service Learning-Studierenden unterstützten bei der Durchführung der Sportangebote und untersuchten deren Beitrag zur sozialen Inklusion von Menschen mit Migrationshintergrund. Ein besonderer Fokus lag auf weiblichen Teilnehmenden. Sie reflektierten Ihre Praxisarbeit im Gruppenaustausch und erstellten ein Poster, das Sie in der Abschlussveranstaltung des Moduls Service Learning präsentierten und mit anderen Teilnehmenden diskutierten.
Learnings
Die Studierenden haben erkannt, dass Inklusion im Sport nicht automatisch entsteht, sondern aktiv gestaltet werden muss. Sie konnten die Bedeutung niedrigschwelliger Zugänge für gesellschaftliche Teilhabe im Praxisfeld konkret erfahren und nachvollziehen, wie entscheidend soziale Dynamiken wie Gruppengefühl, Vertrauen und Sicherheit für erfolgreiche Inklusion sind. Darüber hinaus gelang es ihnen, theoretische Konzepte mit praktischen Erfahrungen zu verknüpfen und ihre eigene Rolle im Spannungsfeld zwischen Beobachtung, Unterstützung und aktiver Teilnahme kritisch zu hinterfragen.
Beteiligte
Zwei Studierende im Bachelor Liberal Arts and Sciences, Caritasverband Freiburg-Stadt e.V., Projekt Vielfalt in Bewegung
Aufwand:
Fächerübergreifendes Service-Learning-Modul (4 ECTS)
Lehrveranstaltungsart: BOK-Veranstaltung; Interdisziplinäre Schlüsselqualifikation (SQ)
Curriculare Verankerung: B.A.- und B.Sc.-Studiengänge: Bereich „Berufsfeldorientierte Kompetenzen“ (BOK); Staatsexamen Rechtswissenschaft: Interdisziplinäre Schlüsselqualifikation; Liberal Arts and Sciences: Wahlpflichtmodul im Kernbereich „Verantwortung und Führung II“
Das Unsichtbare sichtbar machen

Worum ging es?
Im Projekt „Das Unsichtbare sichtbar machen – Nichtbinarität, Asexualität und Aromantik“ konzipierten zwei Studierende im Rahmen eines Service Learning-Studienprojektes in Kooperation mit der Rosa Hilfe Freiburg e.V. eine dreiteilige Workshopreihe, die sie zum 40-jährigen Jubiläum des Vereins veranstalteten.
Inhaltlich beschäftigten sie sich in ihrem Projekt mit queerer Geschichte, Nichtbinarität sowie Aromantik und Asexualität. Ziel der Workshops war es, wenig sichtbare queere Identitäten stärker in den Fokus zu rücken und Wissen für Interessierte zugänglich zu machen. Dabei wurden sowohl historische als auch gesellschaftliche Perspektiven behandelt und über die Rosa Hilfe e.V. ein Safe Space und Raum für Austausch geschaffen. Entstanden sind ein Workshopkonzept inklusive Durchführung sowie Materialien, die künftig weiterverwendet werden können.
Learnings
Die Workshops haben für die Studierenden gezeigt, dass Aufklärungsarbeit zu queeren Themen notwendig ist und besonders kleinere Gruppen einen offenen Austausch fördern. Sie konnten praktische Erfahrungen in der Workshopgestaltung, Projektorganisation und Wissensvermittlung sammeln und gewannen Einblicke in die Bildungs- und Aufklärungsarbeit zu queeren Themen.
Beteiligte
Zwei Studierende im Master Interdisziplinäre Anthropologie, Rosa Hilfe Freiburg e.V.
Aufwand:
Service-Learning-Studienprojekt mit SL-Begleitelementen (2 ECTS) und Praxisprojekt (6 ECTS)
- asynchroner Projektmanagementworkshop
- ILIAS gestützte Reflexion
- Peer-Feedback
- Projektbericht
Lehrveranstaltungsart: Service Learning Studienprojekt
Curriculare Verankerung: M.A. Interdisziplinäre Anthropologie
Trail held*innen

Worum ging es?
Trail held*innen ist ein Mountainbike-Angebot für Kinder, insbesondere für Mädchen, mit Fluchtbiografie, die oft wenig Zugang zu Sportangeboten haben. Es geht darum, Mountainbiking sport- und erlebnispädagogisch zu nutzen um Empowerment-Prozesse in Gang zu setzen. Das Radfahren soll die (soziale) Mobilität, Selbstwirksamkeit und psychomotorischen Entwicklung der teilnehmenden Kinder fördern. Die Projektwerkstatt wurde von Studierenden initiiert und in Zusammenarbeit mit der step stiftung im Rahmen des Zertifikat Nachhaltigkeit umgesetzt. Studierende übernehmen für die Dauer der Projektwerkstatt Verantwortung im Bereich der Konzeption, Umsetzung und Evaluierung des Programms.
Learnings
Die Projektwerkstatt veranschaulichte, das Sport Freude macht und den Zusammenhalt stärkt. Vorbereitende Schulungen sowie klar kommunizierte Rollen und Verantwortlichkeiten zeigten sich als entscheidend für eine erfolgreiche Zusammenarbeit mit Praxispartner*innen. Besonders motivierend erleben die Studierenden die Verbindung von Theorie und Praxis, da sie im Projekt Trail Held*innen Eigeninitiative einbringen und Verantwortung übernehmen konnten.
Beteiligte
step stiftung, Institut für Sportwissenschaften, Zertifikat Nachhaltigkeit
Aufwand:
4 ECTS über Zertifikat Nachhaltigkeit
- 20 Präsenzstunden für teilnehmenden Studierende
- 100 Stunden an Solo- und Gruppenarbeiten für Vor- und Nachbereitung der Sitzungen
Lehrveranstaltungsart: Projektwerkstatt im Zertifikat Nachhaltigkeit
Curriculare Verankerung: B.A.- und B.Sc.-Studiengänge: Bereich „Berufsfeldorientierte Kompetenzen“ (BOK)
Pop-up-Museum Bahlingen

Worum ging es?
Das Pop-up-Museum Bahlingen war ein Lehrforschungsprojekt der Empirischen Kulturwissenschaft in Kooperation mit der Landesstelle für Alltags- und Regionalkultur in Staufen, das praxisorientierte Lehre mit partizipativem Wissenstransfer verband. Im Zentrum stand die Untersuchung sozialer, ökonomischer, ökologischer und politischer Transformationsprozesse im ländlichen Raum am Beispiel der Gemeinde Bahlingen am Kaiserstuhl, die gemeinsam mit der lokalen Bevölkerung erarbeitet wurden. Die Beteiligung der Bürger*innen aus Bahlingen im Projekt war sehr breit und offen gestaltet, mit dem Ziel möglichst viel Diversität zu erreichen. Die Gemeindeverwaltung war informiert und hat das Projekt unterstützt. Studierende generierten im Sinne eines ethnografischen Sammelns neues Wissen und kuratierten die Ergebnisse in einer temporären Ausstellung, die im März 2026 in Bahlingen geöffnet war und so Alltagskulturforschung direkt in den Lebensalltag der Menschen brachte. Die Ausstellung nutzte eine modulare Museumsausstattung, die flexibel für aufsuchende Museumsarbeit eingesetzt werden kann.
Die zentrale Herausforderung bestand darin, wissenschaftliche Analysen anhand eines partizipativen Ansatzes in eine Ausstellung zu übersetzen, also Objekte und Geschichten vor Ort zu sammeln und passende Vermittlungswege zu finden, um ein breites Publikum außerhalb klassischer Museumsstrukturen zu erreichen. Das Pop-up-Museum im Alten Spritzenhaus konnte während seiner Laufzeit weiterhin partizipativ ergänzt werden; ein Begleitprogramm (Führungen, Erzählcafé etc.) schuf zudem einen Rahmen für den diskursiven Austausch zwischen Generationen und Perspektiven.
Learnings
Das Projekt verdeutlicht, dass partizipative, aufsuchende Formate wie das Pop-up-Museum einen effektiven Wissenstransfer ermöglichen, indem sie wissenschaftliche Inhalte der Alltagskulturforschung direkt in den Lebensalltag der Menschen bringen und zum Austausch darüber einladen. Die Studierenden entwickelten neben fachlicher Expertise essenzielle Schlüsselqualifikationen in Sammlungs- und Kurationspraktiken, Projektmanagement und Wissenschaftskommunikation. Gleichzeitig zeigt der Erfolg der Kooperation mit Menschen vor Ort, dass die synergetische Verbindung von akademischer Forschung und lokalem Erfahrungswissen ein tieferes Verständnis für gesellschaftliche Transformationsprozesse schafft.
Beteiligte
Bürger*innen aus Bahlingen, Studierende der Studiengänge B.A. Empirische Kulturwissenschaft und M.A. Ethnographie und Kulturanalyse, Institut für Empirische Kulturwissenschaft (B.A. Empirische Kulturwissenschaft, M.A. Ethnographie und Kulturanalyse) – namentlich Dr. Inga Wilke und Landesstelle für Alltags- und Regionalkultur Staufen/Außenstelle Südbaden des Badischen Landesmuseums – namentlich Dr. Matthias Möller und Jannis Nickel M.A. [Kooperation im Rahmen des Strukturverbunds „KulturWissen vernetzt“, gefördert von der VolkswagenStiftung].
Aufwand:
6-8 ECTS
Projektseminar (Präsenztermine, eigenständige Einzel- und Gruppenarbeit, eigenständige Arbeit vor Ort in Bahlingen)
Lehrveranstaltungsart: Seminar „Museum meets Communities. Gesellschaftliche Transformationen partizipativ kuratieren“ (Wintersemester 2025/2026)
Curriculare Verankerung:
B.A. Empirische Kulturwissenschaft:ModulKulturelle Dimensionen gesellschaftlicher Transformation
M.A. Ethnographie und Kulturanalyse: ModulPublic Anthropology und kritische Kulturanalyse
Studentische Rechtsberatung: Freiburg Legal Clinics & Pro Bono
Worum ging es?
Das Ziel der studentischen Rechtsberatung ist es, den Studierenden schon während des Studiums einen Einblick in die spätere Berufspraxis als Anwält*innen zu geben. Gleichzeitig sollen finanziell bedürftige Menschen – insbesondere Studierende – durch die kostenlose Beratung bei zivilrechtlichen Fragen unterstützt werden. Auf diese Weise können die Engagierten bereits frühzeitig einen gesellschaftlichen Beitrag leisten, der mit der Tätigkeit als Jurist*in einhergeht.
Entstanden ist ein zweigliedriges Konzept: Die theoretische Ausbildung der Studierenden erfolgt, über die grundständigen Vorlesungen durch die Hochschullehrer hinaus durch Freiburg Legal Clinics, wohingegen die praktische Rechtsberatung durch den Verein ProBono – Studentische Rechtsberatung Freiburg e.V. erfolgt.
Learnings
Das 2014 initiierte Projekt hat sich mittlerweile in Freiburg etabliert. Die Mandanten schätzen die Möglichkeit einer kostenlosen Rechtsberatung, während die Studierenden ihre juristischen Fähigkeiten erweitern. Aus der Zusammenarbeit mit lokalen Anwältinnen und Kanzleien hat sich ein großes Netzwerk entwickelt, von dem die Studierenden auch in Bezug auf konkrete Jobmöglichkeiten profitieren.
Beteiligte
Betreuung Freiburg Legal Clinics durch Prof. Dr. Jan Lieder, LL.M. (Harvard), Institut für Wirtschaftsrecht, Arbeits- und Sozialrecht, Abt. I: Wirtschaftsrecht
ProBono Studentische Rechtsberatung Freiburg e. V.
Die Rechtsberatung wird außerdem durch unsere anleitenden Anwälte ehrenamtlich unterstützt.
Aufwand:
Der Mitgliedsbeitrag bei ProBono beträgt 5 EUR pro Semester. Es ist möglich, eine Bescheinigung über die Tätigkeit als Rechtsberaterin zu erhalten. Im Rahmen von Legal Clinics kann zudem ein Zertifikat erworben werden. Hier sind verschiedene Spezialisierungen möglich. Die Bearbeitung eines Falls pro Semester nimmt insgesamt ca. 4 bis 5 Stunden in Anspruch.

Lehrveranstaltungsart:
Studiumsbegleitendes Weiterbildungsangebot über Freiburg Legal Clinics
ProBono Studentische Rechtsberatung Freiburg e. V. ist ein rechtlich selbstständiger Verein. Die Möglichkeit, sich darin zu engagieren, besteht neben dem regulären Studium. Durch den geringen Arbeitsaufwand lässt sich diese Tätigkeit gut neben dem Studium ausüben.
Curriculare Verankerung: Freiwilliges Angebot für alle Studierenden der Rechtswissenschaften.

Mitmachen
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Wir möchten unsere Plattform an den Bedarfen unserer Zielgruppen ausrichten – sie wird über drei Testzyklen hinweg gemeinsam mit den künftigen Nutzenden entwickelt und soll 2027 fertiggestellt werden. Kontaktieren Sie uns, wenn Sie Ihre Ideen oder Bedarfe für die Plattform mit uns teilen möchten.
Mehr über das Projekt
Kontakt
- Lang, D. J., Wiek, A., Bergmann, M., et al. (2012). Transdisciplinary research in sustainability science: practice, principles, and challenges. Sustainability science, 7 (Suppl 1), 25-43. https://doi.org/10.1007/s11625-011-0149-x ↩︎
- Brundiers, K., Wiek, A., & Redman, C. L. (2010). Real‐world learning opportunities in sustainability: from classroom into the real world. International Journal of Sustainability in Higher Education, 11(4), 308-324. ↩︎
