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Universität und Gesellschaft

Kosmopolitisch, weltoffen, gastfreundlich: Forschung und Lehre an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg sind maßgeblich vom internationalen und interkulturellen Austausch geprägt. Menschen aller Länder und Religionen erweitern und bereichern die universitäre Gemeinschaft. Ohne diesen Austausch zwischen Menschen unterschiedlicher Nationen und Kulturen, die gemeinsam an Lösungen für die großen Herausforderungen der Gegenwart und Zukunft arbeiten, ist Wissenschaft nicht denkbar. Die Universität stellt sich daher mit aller Entschiedenheit gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit.

Die Albert-Ludwigs-Universität Freiburg ist mit mehr als 300 renommierten Hochschulpartnern auf allen Kontinenten weltweit vernetzt. Im Wintersemester 2019/20 haben sich 4.385 ausländische Studierende aus etwa 130 Ländern immatrikuliert. Hinzu kommen etwa 750 Beschäftigte in Wissenschaft, Verwaltung und Technik aus mehr als 90 Ländern.
 

Stellungnahme des Senats der Albert-Ludwigs-Universität zur gesellschaftlichen Verantwortung der Universität

Der Senat der Albert-Ludwigs-Universität tritt klar und unmissverständlich für Pluralität, Weltoffenheit und Toleranz ein. Er wendet sich gegen jede Form von Intoleranz, Antisemitismus, Extremismus, Fremdenfeindlichkeit, Populismus und Rassismus in allen Bereichen der Universität und verteidigt die Universität als Ort des offenen Austauschs und der mutigen Zukunftsentwürfe.

Es gibt Grund zu Bestürzung und Sorge: Am 5. November 2019 hat eine Veranstaltung des Studierendenrats der Universität Freiburg zum Thema „Rechte Szenen im Südwesten – mit Beispielen aus Freiburg“ nicht ungestört stattfinden können. Am selben Tag wurde einem Studierenden unserer Universität in einem Freiburger Fitness-Studio tätlich die Kippa vom Kopf gerissen. Der Senat der Albert-Ludwigs-Universität nimmt dazu folgendermaßen Stellung:

Die Freiheit der Wissenschaft, Liberalität und Toleranz zeichnen die universitäre Gemeinschaft aus. Sie wendet sich gegen jede Form von Intoleranz. Toleranz bedeutet nicht Indifferenz und schließt Widerspruch und Kritik an Meinungsäußerungen keineswegs aus. Die Universität ist Raum des Diskurses über gesellschaftliche Probleme und Herausforderungen. Dabei geht es nicht um Parteilichkeit, sondern um eine aus der Vielfalt der Meinungen gewonnene und wissenschaftlich begründete Position. Vielfalt heißt dabei auch anzuerkennen, dass es unterschiedliche Sichtweisen und Standpunkte gibt.

Die Universität Freiburg und die Menschen, die hier studieren, lehren, forschen oder in Verwaltung und Technik beschäftigt sind, teilen als starke Gemeinschaft freiheitlich-demokratische und weltoffene Grundwerte und setzen sich für diese ein. Im sachorientierten Diskurs stellen sie sich auch solchen Positionen, die ihren eigenen Grundüberzeugungen oder dem universitären Geist der Offenheit widersprechen. Sie reagieren auf Provokation nicht mit Provokation, sondern stellen sich menschenverachtenden Ansichten mit Argumenten entgegen. Die Grenze der Toleranz ist aber da erreicht, wo Veranstaltungen gestört, Personen attackiert oder Ängste von Menschen instrumentalisiert werden.

Vor diesem Hintergrund macht der Senat der Albert-Ludwigs-Universität unmissverständlich deutlich, dass Rassismus, Antisemitismus, jede andere Form der Diskriminierung und Menschenfeindlichkeit sowie alle Formen rechtswidrigen Handelns an der Universität und gegenüber Mitgliedern der Universität nicht geduldet werden. Darüber hinaus schließt sich der Senat der Albert-Ludwigs-Universität dem Beschluss der HRK vom 19.11.2019 „Kein Platz für Antisemitismus“ an.

Der Senat appelliert an alle Mitglieder der Albert-Ludwigs-Universität, jeder Form der Intoleranz entgegenzutreten und aktiv daran mitzuwirken, dass die Universität ein Ort der Neugier, Offenheit und Pluralität bleibt.

(einstimmig beschlossen am 27. November 2019)