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Nachhaltigkeit an der Universität Freiburg

Die Universität Freiburg verfolgt ehrgeizige Nachhaltigkeitsziele in allen Bereichen: in Forschung und Lehre, in Betrieb und Governance.

Das bedeutet zum Beispiel: Wissenschaftler*innen beschäftigen sich in einer Vielzahl an Fächern mit Nachhaltigkeit. Und sie geben ihr Wissen in Vorlesungen und Seminaren an Studierende weiter. Egal ob in einem einzelnen Kurs, in einem Studiengang mit Nachhaltigkeitsfokus oder einem fächerübergreifenden Angebot: Alle Studierenden haben die Gelegenheit, mit Nachhaltigkeitsthemen in Berührung zu kommen. Und natürlich möchte die Universität auch selbst nachhaltiger werden: Indem sie nach und nach klimaneutraler wird. Aber auch, indem sie ein gesundes Umfeld schafft, in dem sich ihre Mitglieder frei entfalten können.

Mit all diesen Bemühungen steht die Universität im Austausch mit der Gesellschaft, sei es in Form angewandter technischer oder sozialer Innovation oder in Form von Wissenstransfer.

Ganz konkret sieht Nachhaltigkeit an der Universität Freiburg zum Beispiel so aus:

Viele Hände legen ein Puzzle zusammen

Der Nachhaltigkeitskompass fasst das universitäre Nachhaltigkeitsverständnis und die strategische Ausrichtung von Forschung, Lehre, Transfer, Governance und Betrieb zusammen.

Der biologische Aufbau einer Pomelo

Von der Natur inspirierte Materialsysteme, die sich an Umweltbedingungen anpassen und saubere Energie aus der Umgebung gewinnen – das erforscht der Exzellenzcluster livMatS.

Studierende sitzen zusammen im Freien und arbeiten

Nachhaltigkeit mit einem interdisziplinären und praxisorientierten Ansatz in das Studium integrieren, unabhängig vom eigenen Studienfach – diese Möglichkeit bietet das Zertifikat Nachhaltigkeit.

Die Spitze eines roten Krans wird von blauem Himmel umgeben

Ein klimaneutraler Neubau für die Fakultät für Umwelt und Natürliche Ressourcen – dieses Leuchtturmprojekt ist Teil des Klimaschutzkonzepts, das die Universität Freiburg erarbeitet hat.

Gemeinsam mit Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft transformative Lösungen für die Stadt-Regionen der Zukunft entwickeln – das ist das Ziel des Innovationscampus Nachhaltigkeit

Eine Miniaturweltkugel wird in einer Hand gehalten

Zusammenarbeit der Eucor-Universitäten zu Fragen der nachhaltigen Entwicklung in Forschung, Lehre und Transfer – dieses Ziel hat der Eucor Schwerpunkt Sustainability.

Aktuelles: Termine und Meldungen zu Nachhaltigkeitsthemen

Prorektor Stefan Rensing verantwortet die neu angelegten Blühstreifen vor dem Rektoratsgebäude und half beim Anlegen auch tatkräftig mit.

Governance: Nachhaltigkeit auf strategischer Ebene

Die Universität Freiburg betrachtet es als ihre zentrale Aufgabe, solides Wissen zu Umweltthemen und gesellschaftlichen Herausforderungen zu generieren und zu vermitteln, Lösungen anzubieten und vorzuleben und somit als Impulsgeberin auf dem Weg zu einer zukunftsfähigen Gesellschaft zu agieren.

Um diese ambitionierten Ziele strategisch auszugestalten, hat die Universität im April 2021 ein entsprechendes Prorektorat eingerichtet.

Ein Porträt von Frau Daniela Kleinschmit

Das Prorektorat verankert das Thema Nachhaltigkeit auf oberster Ebene der Universität. Das eröffnet uns in Freiburg die Möglichkeit, Nachhaltigkeit ganzheitlich voranzutreiben, sei es in der Forschung, in studiengangübergreifenden Lehrangeboten und oder in puncto betrieblicher Nachhaltigkeit. Wichtig ist dabei: In die Entwicklung konkreter Ziele und Maßnahmen sind durch das Nachhaltigkeitskonzil sämtliche Gruppen der Universität eingebunden.

Prof. Dr. Daniela Kleinschmit, Prorektorin Internationalisierung und Nachhaltigkeit

Nachhaltigkeitsbericht

Die Erstellung des Berichts, wie auch die Koordination der Nachhaltigkeitsaktivitäten und die Weiterentwicklung der betrieblichen Nachhaltigkeitsstrategie liegen im Aufgabenbereich der Nachhaltigkeitsmanagerin der Universität.

Der erste Nachhaltigkeitsbericht der Universität ist als ePaper veröffentlicht und auch als pdf verfügbar: Nachhaltigkeitsbericht 2021 der Universität Freiburg.

Ein Porträt von Frau Lora Gyuzeleva im Freien
Lora Gyuzeleva, Nachhaltigkeitsmanagerin der Universität Freiburg

Nachhaltigkeitskonzil

Das Nachhaltigkeitskonzil ist einer von zehn Arbeitskreisen, in denen sich Mitglieder der Universität in einem offenen, partizipativen Think Tank-Format mit Zukunftsfragen auseinandersetzen. In einer ersten Arbeitsphase hat das Nachhaltigkeitskonzil unter anderem den Nachhaltigkeitskompass erarbeitet. Das Nachhaltigkeitskonzil steht in guter Freiburger Tradition: Bereits 2005 wurde erstmals ein Arbeitskreis Nachhaltige Universität gegründet.

Spotlight Nachhaltigkeitskompass

Der Nachhaltigkeitskompass der Universität Freiburg umfasst das universitäre Nachhaltigkeitsverständnis ebenso wie strategische Richtungsweisungen in den Handlungsfeldern Governance, Forschung und Transfer, Studium und Lehre sowie Betrieb. Damit dient er als Grundlage eines gemeinsamen, zielorientierten Handelns für sämtliche universitäre Einrichtungen. Der Kompass orientiert sich dabei an den im universitären Leitbild verankerten Werten der Universität, die im Rahmen der sozialen Nachhaltigkeit in allen Bereichen der Universität gelebt werden sollen: Qualität, Verantwortung und Offenheit.

Der Nachhaltigkeitskompass wurde 2023 in einem iterativen Prozess erarbeitet, von Senat, Universitätsrat, Nachhaltigkeitskonzil und Dekan*innenrunden diskutiert und schließlich vom Rektorat verabschiedet.

Der Kompass ist als dynamischer Prozess zu verstehen, der kontinuierlich weiterentwickelt und im Dialog weiter an den gelebten Kontext der Universität Freiburg angepasst wird.

Nachhaltigkeit in der Forschung

Ein Wissenschaftler betrachtet eine grüne, kleine Pflanze

Die Universität Freiburg ist einer der forschungsstärksten Nachhaltigkeits-Standorte in Deutschland mit kontinuierlich steigender internationaler Sichtbarkeit. Diese zeigt sich in ihrer Publikations- und Drittmittelstärke, insbesondere bezüglich der Sustainable Development Goals (SDGs) „Gesundheit und Wohlergehen“ (Ziel 3), „Nachhaltige Städte und Gemeinden“ (Ziel 11), „Maßnahmen zum Klimaschutz“ (Ziel 13) und „Leben an Land“ (Ziel 15).

Mit dem Schwerpunktbereich „Wege zur Nachhaltigkeit“ ist Nachhaltigkeit fest im Forschungsprofil der Universität Freiburg  verankert.

Derzeit haben über fünfzig Professuren an der Universität Freiburg einen Nachhaltigkeitsbezug – und sie erstrecken sich über eine Vielzahl der Fakultäten.

Nachhaltigkeitsforschung an der Universität Freiburg ist innovativ, interdisziplinär und international. Sie spiegelt das breite Nachhaltigkeitsverständnis der Universität wieder, in dem die sozialen, ökonomischen und ökologischen Aspekte von Nachhaltigkeit untrennbar zusammengehören.

So bringt etwa die 2021 gegründete Young Academy for Sustainability Research internationale Postdocs verschiedener Disziplinen in einem bislang einzigartigen Format zusammen.

Die Initiative Environmental Humanities, hervorgegangen aus einem Forschungsschwerpunkt des FRIAS zu interdisziplinärer Resilienzforschung, widmet sich Nachhaltigkeitsfragen aus geistes- und sozialwissenschaftlicher Perspektive.

Spotlight: Fakultät für Umwelt und Natürliche Ressourcen

Blick auf grüne Sträucher
Fakultätsgebäude: Fakultät für Umwelt und Natürliche Ressourcen der Universität Freiburg

Die Fakultät für Umwelt und Natürliche Ressourcen ist ein Unikat in der deutschen Forschungslandschaft: Die innovative Verbindung von Forst-, Geo- und Umweltnaturwissenschaften, Umweltsozialwissenschaften und Geographie schafft eine Spannbreite und personelle Stärke, die es so an keinem anderen Standort gibt.

Das wissenschaftliche Interesse der Fakultät richtet sich sowohl auf Prozesse innerhalb von Umweltsystemen als auch auf die Interaktionen zwischen Umwelt, Mensch und Gesellschaft, insbesondere unter Berücksichtigung des globalen Wandels. Grundlegende naturwissenschaftliche Prozesse werden ebenso erfasst wie gesellschaftliche, politische und ökonomische Strukturen und Veränderungen.

Verbundforschungsprojekte mit Nachhaltigkeitsbezug

Exzellenzcluster livMatS: Von der Natur inspirierte Materialsysteme

Der Exzellenzcluster Living, Adaptive and Energy-autonomous Materials Systems (livMatS) verbindet das Beste aus zwei Welten: der Natur und der Technik. livMatS entwickelt lebensähnliche Materialsysteme, die von der Natur inspiriert sind. Die Systeme passen sich autonom an Umweltbedingungen an, gewinnen saubere Energie aus ihrer Umgebung und sind unempfindlich gegen Beschädigungen oder gleichen diese selbstständig aus. livMatS untersucht auch die gesellschaftlichen Auswirkungen solcher Innovationen. Am Cluster sind Wissenschaftler*innen aus den Natur-, Technik-, Sozial- und Geisteswissenschaften beteiligt.

Pavillon in Park

Ein Modell für ein neuartiges Materialsystem und die Möglichkeiten, die es für nachhaltiges Bauen eröffnet, ist der livMatS-Pavillon im Botanischen Garten: Der Pavillon veranschaulicht, wie durch eine Kombination von natürlichen Materialien mit fortschrittlichen digitalen Technologien eine einzigartige bioinspirierte Architektur ermöglicht wird.

Exzellenzcluster CIBSS: Die Sprache des Lebens entschlüsseln

Reagenzgläser mit Pflanzen

Das Centre for Integrative Biological Signalling Studies (CIBSS) widmet sich der Signalforschung und damit dem Verständnis der Sprache, die das multizelluläre Leben in Mensch, Tier und Pflanze bestimmt. Ziel des CIBSS ist es, Innovationen für die globalen Herausforderungen in der Biomedizin und der Pflanzenforschung zu entwickeln.

Am CIBSS wird beispielsweise erforscht, wie Nutzpflanzen widerstandsfähiger bei Überschwemmungen werden oder wie Nutzpflanzen eigenständig Nährstoffe gewinnen können, um den Bedarf an Düngemitteln zu reduzieren und Landwirtschaft so nachhaltiger zu machen.

Sonderforschungsbereich ECOSENSE: Waldökosysteme und der Klimawandel

Der Sonderforschungsbereich ECOSENSE (SFB 1537) erforscht die Auswirkungen des Klimawandels auf Waldökosysteme, um kritische Veränderungen präziser und schneller zu erkennen und vorherzusagen.

Beteiligt sind Freiburger Forschende von sechs Professuren der Fakultät für Umwelt und Natürliche Ressourcen und sechs Professuren des Instituts für Mikrosystemtechnik (IMTEK) und des Instituts für Nachhaltige Technische Systeme (INATECH).

Gruppe von Personen im Wald, im Kreis stehend

Der SFB 1537 wird seit dem 1. Juli von der DFG gefördert.

Graduiertenkolleg ConFoBi: Biodiversität von Wäldern

Sträucher und Bäume im Wald

Das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft DFG über den Zeitraum 2016-2025 geförderte Graduiertenkolleg Conservation of Forest Biodiversity in Multiple-Use Landscapes of Central Europe (ConFoBi) verbindet ökologische Studien zur Biodiversität mit sozialwissenschaftlichen und ökonomischen Studien zum Biodiversitätsschutz.

Nachhaltigkeit in Studium & Lehre

Studierende mit Laptop im Grünen

An der Universität Freiburg gibt es über die Fakultäten hinweg ein breites Angebot von Studiengängen mit direktem und indirektem Nachhaltigkeitsbezug. Die Kapazität der Studienplätze soll erhöht werden, um der hohen Nachfrage an diesen Fächern nachzukommen. Außerdem werden laufend neue Programme entwickelt.

Im Folgenden finden Sie eine Auswahl von Studiengängen mit Nachhaltigkeitsbezug:

Nachhaltigkeit spielt nicht nur in einschlägigen Studiengänge eine Rolle – in den vergangenen Jahren ist das Angebot an Lehrveranstaltungen mit Nachhaltigkeitsbezug über alle Fachbereiche hinweg gewachsen.

Im Rahmen ihrer Europäischen Hochschulallianzen treibt die Universität Freiburg außerdem Nachhaltigkeit als Kernthema des gemeinsamen Lehrangebots mit den Partner-Universitäten der europäischen Verbünde voran. Mehr dazu im Abschnitt Grenzüberschreitende Nachhaltigkeit.

Spotlight: Zertifikat Nachhaltigkeit

Blatt auf Korkunterlage, daneben Stifte. Darauf geschrieben Schrift: "Zertifikat Nachhaltigkeit. Interdisziplinär. Refexiv. Praxisnah."
Drei Personen dikutieren und arbeiten im Freien, mit Laptop und Kartenmaterial.
Sonnenlicht dringt durch Baumkrone

Das Zertifikat Nachhaltigkeit ist der erste Schritt auf dem Weg zum Ziel, alle Studierenden der Universität Freiburg, unabhängig von ihrer Studienwahl, mit Nachhaltigkeitsthemen in Berührung zu bringen.

Das freiwillige Zertifikatsprogramm wurde zum Wintersemester 2021/22 an der Universität Freiburg eingeführt und ermöglicht Studierenden aller Fachrichtungen, sich im Rahmen ihres Studiums interdisziplinär mit den Nachhaltigkeitsfragen des 21. Jahrhunderts auseinanderzusetzen.

Im Sommersemester 2023 haben die ersten Absolvent*innen das Zertifikat Nachhaltigkeit (14 ECST-Punkte) erhalten. Das freiwillige und zusätzliche Lehrangebot richtet sich an alle Studierenden der Universität Freiburg. Seit dem Jahr 2023 können Studierende der Universität Freiburg, der Universität Basel und des Karlsruher Instituts für Technologie ebenfalls an Lehrveranstaltungen der Zertifikate der jeweiligen Partneruniversitäten teilnehmen und dafür bei Abschluss des Zertifikats an ihrer Heimatuniversität eine zusätzliche Eucor-Bescheinigung erhalten. Im Bericht über die dreijährige Pilotphase des Zertifikats Nachhaltigkeit stellt das Projektteam Zahlen zur Belegung, Rückmeldungen der Teilnehmenden sowie Erfahrungen und Zukunftsszenarien vor.

Das Programm wurde von Studierenden, dem Nachhaltigkeitsmanagement und dem Zentrum für Schlüsselqualifikationen (ZfS) unter Begleitung eines Programmbeirats entwickelt. Auf Grundlage einer Evaluierung der Pilotphase wird es nun weiterentwickelt.

Eines der Module, eine interdisziplinäre Vortragsreihe, steht nicht nur den Teilnehmer*innen des Zertifikats, sondern allen Interessierten offen. Die Themen der vergangenen Semester reichen von Biodiversität und nachhaltiger Pharmazie über die Geschichte der Nachhaltigkeit und Stadtentwicklung bis hin zum Bedingungslosen Grundeinkommen als in mögliches Instrument sozialer Nachhaltigkeit.

Studentisches Engagement für Nachhaltigkeit

Studierende der Universität Freiburg engagieren sich seit vielen Jahren in zahlreichen Hochschulgruppen zu Nachhaltigkeitsthemen und mehreren Referaten des Stura, z.B. dem Umweltreferat. Viele Studierende engagieren sich außerdem in zahlreichen Nachhaltigkeitsinitiativen von BUND bis Weitblick, die Teil des Freiburger Nachhaltigkeitsnetzwerks sind.

Eine zentrale Anlauf- und Koordinierungsstelle für alle Studierenden und Interessierten, die sich im Bereich Nachhaltigkeit engagieren, bietet das studentische Nachhaltigkeitsbüro an der Universität Freiburg. Es unterstützt Studierende mit Informationen und Kontakten, es begleitet sie bei der Entwicklung von Ideen und Projekten zur universitären Nachhaltigkeit und vertritt ihre Anliegen in den mit Nachhaltigkeit befassten Gremien der Universität. Das Büro ist aus der ehrenamtlichen studentischen „Initiative Nachhaltigkeitsbüro“ hervorgegangen und seit 2023 am Prorektorat für Internationalisierung und Nachhaltigkeit angesiedelt.

Jährlich koordiniert das studentische Nachhaltigkeitsbüro zwei Veranstaltungen: Im Sommersemester die Hochschultage für Nachhaltigkeit, bei denen zahlreiche studentische Initiativen ein vielfältiges Programm aus Workshops, Vorträgen, Podiumsdiskussionen und künstlerischer Aktion zum Themenkomplex Nachhaltigkeit zusammenstellen, das sich sowohl an Studierende als auch an die Stadtöffentlichkeit wendet. Im Wintersemester organisiert das Nachhaltigkeitsbüro die Erstsemesterakademie BaWü Zukunftsfähig in Freiburg, die sich an Studienanfänger*innen aller Fachrichtungen richtet.

Nachhaltigkeits-Transfer

Windkraftwerke vor Bergen

Ob grüne Technologien oder die Effizienz politischer Maßnahmen: Impulse aus der Wissenschaft sind im Bereich Nachhaltigkeit unabdingbar. Gleichzeitig ist auch die Forschung auf Denkanstöße aus außeruniversitären Bereichen angewiesen. Nachhaltigkeitstransfer bedeutet, Dialogplattformen zu schaffen, auf denen Wissenschaft mit Politik, Wirtschaft und Gesellschaft in Austausch treten kann. Das betrifft den Transfer von Forschung, Technologie und Wissen.

Forschungs- und Technologietransfer

Innovationscampus Nachhaltigkeit

Der Innovationscampus Nachhaltigkeit (ICN) ist eine gemeinsame Initiative der Universität Freiburg und des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT). Unter dem Leitsatz „Transformationen für Stadt-Regionen der Zukunft – Klimaschutz, Ressourcenschonung und Well-being“ werden die beiden Universitäten ab 2024 umfassende soziale, technische und ökonomische Innovationen entwickeln, erforschen, pilotieren und ausweiten. Gemeinsam mit einem Netzwerk aus Wissenschaft, Wirtschaft, Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft – dem so genannten Innovationsökosystem – möchte der ICN in der Oberrheinregion zur Beschleunigung des Transfers von Innovationen und damit zur „Großen Transformation“ hin zu einer nachhaltigen Gesellschaft beitragen.

Nach dem offiziellen Kickoff im Januar 2024 gehen nun erste Anbahnungsprojekte in die Umsetzung.

Leistungszentrum Nachhaltigkeit Freiburg (LZN)

Am Leistungszentrum Nachhaltigkeit Freiburg (LZN) setzen Wissenschaftler*innen Ergebnisse aus der Nachhaltigkeitsforschung in Innovationen um. Das LZN bietet die Infrastruktur für den Weg in die Praxis. Seit 2015 kooperieren hier die Universität Freiburg und die fünf Freiburger Fraunhofer Institute. Im LZN erforschen Wissenschaftler*innen aller dieser Institutionen gemeinsam Lösungen für nachhaltige Entwicklung von den Grundlagen bis zur Anwendungsreife.

Reallabore im Bereich Nachhaltigkeit

Reallabore zu Nachhaltigkeitsthemen haben an der Universität Freiburg fast schon Tradition: Von 2015 bis 2020 untersuchte das Projekt „Wissensdialog Nordschwarzwald“, welche Chancen der 2014 gegründete Nationalpark Nordschwarzwald für die nachhaltige Entwicklung der ganzen Region bietet.

Zu den Ergebnissen aus fünf Jahren Reallaborarbeit.

Aktuell befindet sich mit der „Innovationsregion Oberrhein“ das nächste Reallabor in der Planung– mehr dazu im Abschnitt Grenzüberschreitende Nachhaltigkeit.

Wissenstransfer

Zahlreiche Formate wie das Studium Generale oder die Freiburger Horizonte widmen sich in ihrem regulären Programm Fragen der Nachhaltigkeit.

Ein besonderes Augenmerk des Wissenstransfers liegt auf dem Dialog mit anderen Stakeholdern, wie etwa der Stadt. Die Veranstaltungsreihe 40 Minuten Freiburg 2040 hat im Wintersemester 2023/24 Wissenschaftler*innen mit Expert*innen aus Stadtverwaltung, Wirtschaft und Gesellschaft zusammengebracht.

Dem regelmäßigen Austausch zwischen Wissenschaft und Stadt dient unter anderem der Freiburger Nachhaltigkeitsrat, in dem Prof. Dr. Daniela Kleinschmit die Universität Freiburg vertritt. Der Nachhaltigkeitsrat unterstützt die Entwicklung und Umsetzung der kommunalen Nachhaltigkeitsstrategie als beratendes Gremium.

Freiburger Professor*innen engagieren sich außerdem individuell in Beiräten und Beratungsgremien auf landes- und bundespolitischer Ebene.

Nachhaltiger Betrieb: Die Universität als Reallabor

Fahrradfahrer in Freiburg

Die Universität Freiburg geht seit über zwanzig Jahren mit innovativen Ideen immer wieder neue Wege, um die die betriebliche Nachhaltigkeit auszubauen und ihrer Vorbildfunktion in der Gesellschaft nachzukommen.

Die Universität als nachhaltiger Ort für Studium und Arbeit

Die Universität soll ein langfristig attraktives und partizipatives Umfeld für Studierende und Beschäftigte sein. Dazu gehört vor allem auch eine inklusive Universitätskultur, die Vielfalt und Kreativität unterstützt. Zu einer nachhaltigen Universität gehören sichere und gesunde Arbeitsplätze ebenso wie Geschlechtergerechtigkeit, Familienfreundlichkeit und Wertschätzung.

Die Erhaltung und stetige Weiterentwicklung eines solchen nachhaltigen Orts bedarf einer Vielzahl an großen und kleinen Maßnahmen, von niederschwelligen Angeboten wie der bewegten Mittagspause bis hin zu institutionellen Maßnahmen wie dem Familienservice und dem Gender and Diversity Monitoring, mit dem die Universität ihre eigenen Bemühungen in diesem Bereich transparent macht.

Zahlreiche Mitglieder der Universität bringen sich immer wieder aktiv ein, etwa beim Tag der Vielfalt oder dem Mental Health Day.

Ziel: Klimaneutrale Universität

Aktuell strebt die Universität dem ambitionierten Ziel Treibhausneutralität entgegen, das bis spätestens 2045 erreicht werden soll. Das kürzlich vom Rektorat beschlossene Klimaschutzkonzept beinhaltet klare und konkrete Maßnahmen, mit denen die im Klimaschutzgesetz vorgegebenen Ziele erreicht werden können. Das Klimaschutzkonzept skizziert sowohl einzelne große Leuchtturmprojekte, etwa einen klimaneutralen Neubau für die Fakultät für Umwelt und Natürliche Ressourcen, als auch die Verbesserung der Energieeffizienz im Bestand.

Energiebilanzen werden an der Universität Freiburg bereits seit 2009, rückwirkend ab 2004, jährlich erfasst und dokumentiert.

Grafik zum Primärenergieverbrauch im Zeitverlauf von 1990 bis 2020 in Säulendiagramm. Energieverbrauch in GWh/a, CO2-Emissionen in kt/a
Entwicklung Primärenergieverbrauch (GWh/a) und CO2-Emissionen (kt/a) 1990 bis 2020 (ohne Berücksichtigung von Emissions-Zertifikaten Strom)

Seit 2018 legt die Universität außerdem einen ausführlichen Umweltbericht vor.

Arbeitskreis Nachhaltige Universität Freiburg

Ob Umweltbericht oder Klimaschutzkonzept, von nachhaltiger Beschaffung bis zur Mobilitätsumfrage unter Beschäftigten:

Viele Fäden der betrieblichen Nachhaltigkeit laufen im Arbeitskreis Nachhaltige Universität zusammen. Mitglieder sind Beschäftigte aus verschiedenen relevanten Dezernaten und Stabsstellen, Personalräte, Studierendenvertreter*innen und Mitglieder studentischer Nachhaltigkeitsinitiativen.

Seit Gründung des Arbeitskreises 2005 wurde die Universität Freiburg für ihre Nachhaltigkeitsbemühungen zahlreich ausgezeichnet, z.B. mit dem Öko-Verkehrs-Siegel, dem Umweltpreis der Stadt Freiburg und dem MobilSiegel.

Spotlight: Sonderabfall

Das Mehrweg-Sonderabfallmanagementsystem an der Universität Freiburg wurde 2001 eingeführt und hat zu großen ökologischen und wirtschaftlichen Vorteilen sowie deutlich weniger Arbeitsunfällen in diesem Bereich geführt. Durch die Verwendung von Mehrweg-Kanistern und Mehrweg-Fässern für gefährliche Abfälle spart dieses System in erheblichem Umfang Material und reduziert zugleich CO2-Emissionen. Im Jahr 2020 wurden auf diese Weise 78 t CO2 eingespart. Das umweltschonende Sonderabfallmanagementsystem der Universität Freiburg wurde bereits in einem Artikel des Journal of Environmental Safety beschrieben.

Grenzüberschreitende Nachhaltigkeit

Hand, die eine kleine Mini-Weltkugel vor Bergen und Panoramaansicht hochhält

In den Europäischen Universitätsallianzen der Universität Freiburg spielt Nachhaltigkeit eine zentrale Rolle, sowohl in Lehrprojekten, der Konzeption neuer Studiengänge (z.B. European Master in Continental Water Sustainability) oder einem grenzübergreifenden Reallabor „Co2-neutrale Innovationsregion Oberrhein“, das sich aktuell in der Planung befindet: Hier soll, basierend auf Forschungskompetenz und im Austausch mit Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft, die Region um das stillgelegte Atomkraftwerk Fessenheim zum Pilot einer treibhausgasemissionsfreien, innovativen Wirtschaftsregion auf Basis eines nachhaltigen Energie- und Verkehrskonzepts werden.

Das Reallabor wird im Rahmen des Upper Rhine Cluster for Sustainability Research geplant und wurde im September 2022 bewilligt.

Alle Bereiche – Forschung und Lehre, Transfer und Infrastruktur – umfasst der Eucor-Schwerpunktbereich Sustainability, für den die Universität Freiburg die Leitung („Pilotage“) innehat.

Im Bereich Transfer beschäftigt sich das bestehende Eucor-Städte-Netzwerk seit 2022 in einer Arbeitsgruppe mit dem Thema Nachhaltigkeit und möglichen City-University-Partnerships.

In den kommenden Jahren (2023, 2024) veranstaltet die Universität Freiburg unter Mitwirkung des Eucor-Verbunds, mit dem Öko-Institut e.V. und weiteren Partnern zwei transdisziplinäre Summer Schools zum Schwerpunkt Sustainability. So gibt die Trinationale Summer School 2023 Studierenden und Promovierenden des Eucor-Raums die Möglichkeit, transdisziplinäre Arbeitsformate am Beispiel der Klimaanpassung von Städten und Gemeinden zu erproben.

In der Lehre werden seit Herbst 2022 die bestehenden Nachhaltigkeitszertifikate in Basel, Freiburg und Karlsruhe gegenseitig für Studierende geöffnet.