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Nachhaltigkeit an der Universität Freiburg

Die Universität Freiburg verfolgt ehrgeizige Nachhaltigkeitsziele in allen Bereichen: in Forschung und Lehre, in Betrieb und Governance.

Das bedeutet zum Beispiel: Wissenschaftler*innen beschäftigen sich in einer Vielzahl an Fächern mit Nachhaltigkeit. Und sie geben ihr Wissen in Vorlesungen und Seminaren an Studierende weiter. Egal ob in einem einzelnen Kurs, in einem Studiengang mit Nachhaltigkeitsfokus oder einem fächerübergreifenden Angebot: Alle Studierenden haben die Gelegenheit, mit Nachhaltigkeitsthemen in Berührung zu kommen. Und natürlich möchte die Universität auch selbst nachhaltiger werden: Indem sie nach und nach klimaneutraler wird. Aber auch, indem sie ein gesundes Umfeld schafft, in dem sich ihre Mitglieder frei entfalten können.

Mit all diesen Bemühungen steht die Universität im Austausch mit der Gesellschaft, sei es in Form angewandter technischer oder sozialer Innovation oder in Form von Wissenstransfer.

Ganz konkret sieht Nachhaltigkeit an der Universität Freiburg zum Beispiel so aus:

Von der Natur inspirierte Materialsysteme, die sich an Umweltbedingungen anpassen und saubere Energie aus der Umgebung gewinnen – das erforscht der Exzellenzcluster livMatS.

Nachhaltigkeit mit einem interdisziplinären und praxisorientierten Ansatz in das Studium integrieren, unabhängig vom eigenen Studienfach – diese Möglichkeit bietet das Zertifikat Nachhaltigkeit.

Ein klimaneutraler Neubau für die Fakultät für Umwelt und Natürliche Ressourcen – dieses Leuchtturmprojekt ist Teil des Klimaschutzkonzepts, das die Universität Freiburg erarbeitet hat.

Aktuelles: Termine und Meldungen zu Nachhaltigkeitsthemen

  • Öffentliche Vortragsreihe des Zertifikats Nachhaltigkeit: WS 2022/23, mittwochs, 18 – 19:30 Uhr, Hörsaal 1221, im Kollegiengebäude I und via Live-Stream (Links auf der Veranstaltungsseite)
  • 19 Minuten bei 19 Grad: Impulsvorträge zur Energiekrise: Dezember 2022 – Februar 2023, montags, 13:15-13:45 Uhr, HS 1015 im Kollegiengebäude I (Termine und Vorträge auf der Veranstaltungsseite)

Governance: Nachhaltigkeit auf strategischer Ebene

Die Universität Freiburg betrachtet es als ihre zentrale Aufgabe, solides Wissen zu Umweltthemen und gesellschaftlichen Herausforderungen zu generieren und zu vermitteln, Lösungen anzubieten und vorzuleben und somit als Impulsgeberin auf dem Weg zu einer zukunftsfähigen Gesellschaft zu agieren.

Um diese ambitionierten Ziele strategisch auszugestalten, hat die Universität im April 2021 ein entsprechendes Prorektorat eingerichtet.

Das Prorektorat verankert das Thema Nachhaltigkeit auf oberster Ebene der Universität. Das eröffnet uns in Freiburg die Möglichkeit, Nachhaltigkeit ganzheitlich voranzutreiben, sei es in der Forschung, in studiengangübergreifenden Lehrangeboten und oder in puncto betrieblicher Nachhaltigkeit. Wichtig ist dabei: In die Entwicklung konkreter Ziele und Maßnahmen sind durch das Nachhaltigkeitskonzil sämtliche Gruppen der Universität eingebunden.

Prof. Dr. Daniela Kleinschmit, Prorektorin Internationalisierung und Nachhaltigkeit

Nachhaltigkeitsbericht

Derzeit wird die Veröffentlichung des ersten Nachhaltigkeitsberichts der Universität vorbereitet. Die Erstellung des Berichts, wie auch die Koordination der Nachhaltigkeitsaktivitäten und die Weiterentwicklung der betrieblichen Nachhaltigkeitsstrategie liegen im Aufgabenbereich der Nachhaltigkeitsmanagerin der Universität.

Lora Gyuzeleva, Nachhaltigkeitsmanagerin der Universität Freiburg

Spotlight: Nachhaltigkeitskonzil

Das Nachhaltigkeitskonzil ist einer von zehn Arbeitskreisen, in denen sich Mitglieder der Universität in einem offenen, partizipativen Think Tank-Format mit Zukunftsfragen auseinandersetzen.

„Das Nachhaltigkeitskonzil bietet die Chance, Nachhaltigkeit endlich als Querschnittsaufgabe an der Universität anzugehen. Die Zusammenarbeit von Menschen mit unterschiedlichen Aufgaben und Perspektiven macht die Suche nach Wegen zur nachhaltigen Uni vielfältig, aber auch aufwändig. Das ist demokratische Arbeit – es wird sich zeigen, welchen Einfluss das neue Gremium auf die Entscheidungen der Universitätsleitung haben wird.“

Helen Dörr, Studentin, Initiative Nachhaltigkeitsbüro, Mitglied im Nachhaltigkeitskonzil
Porträt Helen Dörr, im Hintergrund Natur und Bäume

In einer ersten Arbeitsphase hat das Nachhaltigkeitskonzil folgende Ziele für die Universität identifiziert:

  • Profilbildung im Bereich Nachhaltigkeit
  • Zielsetzung und Priorisierung von betrieblicher Nachhaltigkeit
  • Sensibilisierung für Nachhaltigkeit in der Forschung
  • Studiengangübergreifende Lehrangebote zum Thema Nachhaltigkeit
  • Einbeziehung von Netzwerken in die Transformationsprozesse
  • (Internationale) Sichtbarkeit der Universität Freiburg als Nachhaltigkeitsuniversität

Das Nachhaltigkeitskonzil steht in guter Freiburger Tradition: Bereits 2005 wurde erstmals ein Arbeitskreis „Nachhaltige Universität“ gegründet.

Nachhaltigkeit in der Forschung

Die Universität Freiburg ist einer der forschungsstärksten Nachhaltigkeits-Standorte in Deutschland mit kontinuierlich steigender internationaler Sichtbarkeit. Diese zeigt sich in ihrer Publikations- und Drittmittelstärke, insbesondere bezüglich der Sustainable Development Goals (SDGs) „Gesundheit und Wohlergehen“ (Ziel 3), „Nachhaltige Städte und Gemeinden“ (Ziel 11), „Maßnahmen zum Klimaschutz“ (Ziel 13) und „Leben an Land“ (Ziel 15).

Mit dem Profilfeld „Umwelt und Nachhaltigkeit“ sowie dem Potenzialfeld „Komplexität der Natur und Ökosysteme der Zukunft“ ist Nachhaltigkeit fest im Forschungsprofil der Universität Freiburg verankert.

Derzeit haben über fünfzig Professuren an der Universität Freiburg einen Nachhaltigkeitsbezug – und sie erstrecken sich über eine Vielzahl der Fakultäten.

Nachhaltigkeitsforschung an der Universität Freiburg ist innovativ, interdisziplinär und international. Sie spiegelt das breite Nachhaltigkeitsverständnis der Universität wieder, in dem die sozialen, ökonomischen und ökologischen Aspekte von Nachhaltigkeit untrennbar zusammengehören.

So bringt etwa die 2021 gegründete Young Academy for Sustainability Research internationale Postdocs verschiedener Disziplinen in einem bislang einzigartigen Format zusammen.

Die Initiative Environmental Humanities, hervorgegangen aus einem Forschungsschwerpunkt des FRIAS zu interdisziplinärer Resilienzforschung, widmet sich Nachhaltigkeitsfragen aus geistes- und sozialwissenschaftlicher Perspektive.

Spotlight: Fakultät für Umwelt und Natürliche Ressourcen

Die Fakultät für Umwelt und Natürliche Ressourcen ist ein Unikat in der deutschen Forschungslandschaft: Die innovative Verbindung von Forst-, Geo- und Umweltnaturwissenschaften, Umweltsozialwissenschaften und Geographie schafft eine Spannbreite und personelle Stärke, die es so an keinem anderen Standort gibt.

Das wissenschaftliche Interesse der Fakultät richtet sich sowohl auf Prozesse innerhalb von Umweltsystemen als auch auf die Interaktionen zwischen Umwelt, Mensch und Gesellschaft, insbesondere unter Berücksichtigung des globalen Wandels. Grundlegende naturwissenschaftliche Prozesse werden ebenso erfasst wie gesellschaftliche, politische und ökonomische Strukturen und Veränderungen.

Verbundforschungsprojekte mit Nachhaltigkeitsbezug

Exzellenzcluster livMatS: Von der Natur inspirierte Materialsysteme

Der Exzellenzcluster Living, Adaptive and Energy-autonomous Materials Systems (livMatS) verbindet das Beste aus zwei Welten: der Natur und der Technik. livMatS entwickelt lebensähnliche Materialsysteme, die von der Natur inspiriert sind. Die Systeme passen sich autonom an Umweltbedingungen an, gewinnen saubere Energie aus ihrer Umgebung und sind unempfindlich gegen Beschädigungen oder gleichen diese selbstständig aus. livMatS untersucht auch die gesellschaftlichen Auswirkungen solcher Innovationen. Am Cluster sind Wissenschaftler*innen aus den Natur-, Technik-, Sozial- und Geisteswissenschaften beteiligt.

Ein Modell für ein neuartiges Materialsystem und die Möglichkeiten, die es für nachhaltiges Bauen eröffnet, ist der livMatS-Pavillon im Botanischen Garten: Der Pavillon veranschaulicht, wie durch eine Kombination von natürlichen Materialien mit fortschrittlichen digitalen Technologien eine einzigartige bioinspirierte Architektur ermöglicht wird.

Exzellenzcluster CIBSS: Die Sprache des Lebens entschlüsseln

Das Centre for Integrative Biological Signalling Studies (CIBSS) widmet sich der Signalforschung und damit dem Verständnis der Sprache, die das multizelluläre Leben in Mensch, Tier und Pflanze bestimmt. Ziel des CIBSS ist es, Innovationen für die globalen Herausforderungen in der Biomedizin und der Pflanzenforschung zu entwickeln.

Am CIBSS wird beispielsweise erforscht, wie Nutzpflanzen widerstandsfähiger bei Überschwemmungen werden oder wie Nutzpflanzen eigenständig Nährstoffe gewinnen können, um den Bedarf an Düngemitteln zu reduzieren und Landwirtschaft so nachhaltiger zu machen.

Sonderforschungsbereich ECOSENSE: Waldökosysteme und der Klimawandel

Der Sonderforschungsbereich ECOSENSE (SFB 1537) erforscht die Auswirkungen des Klimawandels auf Waldökosysteme, um kritische Veränderungen präziser und schneller zu erkennen und vorherzusagen.

Beteiligt sind Freiburger Forschende von sechs Professuren der Fakultät für Umwelt und Natürliche Ressourcen und sechs Professuren des Instituts für Mikrosystemtechnik (IMTEK) und des Instituts für Nachhaltige Technische Systeme (INATECH).

Der SFB 1537 wird seit dem 1. Juli von der DFG gefördert.

Graduiertenkolleg ConFoBi: Biodiversität von Wäldern

Das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft DFG über den Zeitraum 2016-2025 geförderte Graduiertenkolleg Conservation of Forest Biodiversity in Multiple-Use Landscapes of Central Europe (ConFoBi) verbindet ökologische Studien zur Biodiversität mit sozialwissenschaftlichen und ökonomischen Studien zum Biodiversitätsschutz.

Nachhaltigkeit in Studium & Lehre

An der Universität Freiburg gibt es über die Fakultäten hinweg ein breites Angebot von Studiengängen mit direktem und indirektem Nachhaltigkeitsbezug. Die Kapazität der Studienplätze soll erhöht werden, um der hohen Nachfrage an diesen Fächern nachzukommen. Außerdem werden laufend neue Programme entwickelt.

Im Folgenden finden Sie eine Auswahl von Studiengängen mit Nachhaltigkeitsbezug:

Nachhaltigkeit spielt nicht nur in einschlägigen Studiengänge eine Rolle – in den vergangenen Jahren ist das Angebot an Lehrveranstaltungen mit Nachhaltigkeitsbezug über alle Fachbereiche hinweg gewachsen.

Im Rahmen ihrer Europäischen Hochschulallianzen treibt die Universität Freiburg außerdem Nachhaltigkeit als Kernthema des gemeinsamen Lehrangebots mit den Partner-Universitäten der europäischen Verbünde voran. Mehr dazu im Abschnitt Grenzüberschreitende Nachhaltigkeit.

Spotlight: Zertifikat Nachhaltigkeit

Das Zertifikat Nachhaltigkeit ist der erste Schritt auf dem Weg zum Ziel, alle Studierenden der Universität Freiburg, unabhängig von ihrer Studienwahl, mit Nachhaltigkeitsthemen in Berührung zu bringen.

Das freiwillige Zertifikatsprogramm wurde zum Wintersemester 2021/22 an der Universität Freiburg eingeführt und ermöglicht Studierenden aller Fachrichtungen, sich im Rahmen ihres Studiums interdisziplinär mit den Nachhaltigkeitsfragen des 21. Jahrhunderts auseinanderzusetzen.

Das Programm wurde auf Initiative des studentischen Nachhaltigkeitsbüros gemeinsam vom Zentrum für Schlüsselqualifikationen (ZfS) und der Stabsstelle für Sicherheit, Umwelt und Nachhaltigkeit unter Begleitung eines Programmbeirats entwickelt.

Eines der Module, eine interdisziplinäre Vortragsreihe, steht nicht nur den Teilnehmer*innen des Zertifikats, sondern allen Interessierten offen. Die Themen der vergangenen Semester reichen von Biodiversität und nachhaltiger Pharmazie über die Geschichte der Nachhaltigkeit und Stadtentwicklung bis hin zum Bedingungslosen Grundeinkommen als in mögliches Instrument sozialer Nachhaltigkeit.

Studentisches Engagement für Nachhaltigkeit

Studierende der Universität Freiburg engagieren sich seit vielen Jahren in zahlreichen Hochschulgruppen zu Nachhaltigkeitsthemen und mehreren Referaten des Stura, z.B. dem Umweltreferat.

Seit 2018 bündelt die Initiative Nachhaltigkeitsbüro studentische Impulse für ein sozial-ökologischeres Hochschulumfeld. Viele Studierende engagieren sich außerdem in zahlreichen Nachhaltigkeitsinitiativen von BUND bis Weitblick, die Teil des Freiburger Nachhaltigkeitsnetzwerks sind.

Einmal im Jahr koordiniert das studentische Nachhaltigkeitsbüro die Hochschultage für Nachhaltigkeit: Gemeinsam stellen zahlreiche studentische Initiativen ein vielfältiges Programm aus Workshops, Vorträgen, Podiumsdiskussionen und künstlerischer Aktion zum Themenkomplex Nachhaltigkeit zusammen, das sich sowohl an Studierende als auch an die Stadtöffentlichkeit wendet.

Nachhaltigkeits-Transfer

Ob grüne Technologien oder die Effizienz politischer Maßnahmen: Impulse aus der Wissenschaft sind im Bereich Nachhaltigkeit unabdingbar. Gleichzeitig ist auch die Forschung auf Denkanstöße aus außeruniversitären Bereichen angewiesen. Nachhaltigkeitstransfer bedeutet, Dialogplattformen zu schaffen, auf denen Wissenschaft mit Politik, Wirtschaft und Gesellschaft in Austausch treten kann. Das betrifft den Transfer von Forschung, Technologie und Wissen.

Forschungs- und Technologietransfer

Leistungszentrum Nachhaltigkeit Freiburg (LZN)

Am Leistungszentrum Nachhaltigkeit Freiburg (LZN) setzen Wissenschaftler*innen Ergebnisse aus der Nachhaltigkeitsforschung in Innovationen um. Das LZN bietet die Infrastruktur für den Weg in die Praxis. Seit 2015 kooperieren hier die Universität Freiburg und die fünf Freiburger Fraunhofer Institute. Im LZN erforschen Wissenschaftler*innen aller dieser Institutionen gemeinsam Lösungen für nachhaltige Entwicklung von den Grundlagen bis zur Anwendungsreife.

Reallabore im Bereich Nachhaltigkeit

Reallabore zu Nachhaltigkeitsthemen haben an der Universität Freiburg fast schon Tradition: Von 2015 bis 2020 untersuchte das Projekt „Wissensdialog Nordschwarzwald“, welche Chancen der 2014 gegründete Nationalpark Nordschwarzwald für die nachhaltige Entwicklung der ganzen Region bietet.

Zu den Ergebnissen aus fünf Jahren Reallaborarbeit.

Aktuell befindet sich mit der „Innovationsregion Oberrhein“ das nächste Reallabor in der Planung– mehr dazu im Abschnitt Grenzüberschreitende Nachhaltigkeit.

Wissenstransfer

Zahlreiche Formate wie das Studium Generale oder die Freiburger Horizonte widmen sich in ihrem regulären Programm Fragen der Nachhaltigkeit.

Ein besonderes Augenmerk des Wissenstransfers liegt auf dem Dialog mit anderen Stakeholdern, wie etwa der Stadt. „Freiburg 2038 – Wie wappnen wir uns für den Klimawandel“ fragte etwa ein FRIAS Kamingespräch mit dem Oberbürgermeister Martin Horn.  

Dem regelmäßigen Austausch zwischen Wissenschaft und Stadt dient unter anderem der Freiburger Nachhaltigkeitsrat, in dem Prof. Dr. Daniela Kleinschmit die Universität Freiburg vertritt. Der Nachhaltigkeitsrat unterstützt die Entwicklung und Umsetzung der kommunalen Nachhaltigkeitsstrategie als beratendes Gremium.

Freiburger Professor:innen engagieren sich außerdem individuell in Beiräten und Beratungsgremien auf landes- und bundespolitischer Ebene.

Nachhaltiger Betrieb: Die Universität als Reallabor

Die Universität Freiburg geht seit über zwanzig Jahren mit innovativen Ideen immer wieder neue Wege, um die die betriebliche Nachhaltigkeit auszubauen und ihrer Vorbildfunktion in der Gesellschaft nachzukommen.

Die Universität als nachhaltiger Ort für Studium und Arbeit

Die Universität soll ein langfristig attraktives und partizipatives Umfeld für Studierende und Beschäftigte sein. Dazu gehört vor allem auch eine inklusive Universitätskultur, die Vielfalt und Kreativität unterstützt. Zu einer nachhaltigen Universität gehören sichere und gesunde Arbeitsplätze ebenso wie Geschlechtergerechtigkeit, Familienfreundlichkeit und Wertschätzung.

Die Erhaltung und stetige Weiterentwicklung eines solchen nachhaltigen Orts bedarf einer Vielzahl an großen und kleinen Maßnahmen, von niederschwelligen Angeboten wie der bewegten Mittagspause bis hin zu institutionellen Maßnahmen wie dem Familienservice und dem Gender and Diversity Monitoring, mit dem die Universität ihre eigenen Bemühungen in diesem Bereich transparent macht.

Zahlreiche Mitglieder der Universität bringen sich immer wieder aktiv ein, etwa beim Tag der Vielfalt oder dem Mental Health Day.

Ziel: Klimaneutrale Universität

Aktuell strebt die Universität dem ambitionierten Ziel Treibhausneutralität entgegen, das bis spätestens 2045 erreicht werden soll. Das kürzlich vom Rektorat beschlossene Klimaschutzkonzept beinhaltet klare und konkrete Maßnahmen, mit denen die im Klimaschutzgesetz vorgegebenen Ziele erreicht werden können. Das Klimaschutzkonzept skizziert sowohl einzelne große Leuchtturmprojekte, etwa einen klimaneutralen Neubau für die Fakultät für Umwelt und Natürliche Ressourcen, als auch die Verbesserung der Energieeffizienz im Bestand.

Energiebilanzen werden an der Universität Freiburg bereits seit 2009, rückwirkend ab 2004, jährlich erfasst und dokumentiert.

Entwicklung Primärenergieverbrauch (GWh/a) und CO2-Emissionen (kt/a) 1990 bis 2020 (ohne Berücksichtigung von Emissions-Zertifikaten Strom)

Seit 2018 legt die Universität außerdem einen ausführlichen Umweltbericht vor.

Arbeitskreis Nachhaltige Universität Freiburg

Ob Umweltbericht oder Klimaschutzkonzept, von nachhaltiger Beschaffung bis zur Mobilitätsumfrage unter Beschäftigten:

Viele Fäden der betrieblichen Nachhaltigkeit laufen im Arbeitskreis Nachhaltige Universität zusammen. Mitglieder sind Beschäftigte aus verschiedenen relevanten Dezernaten und Stabsstellen, Personalräte, Studierendenvertreter*innen und Mitglieder studentischer Nachhaltigkeitsinitiativen.

Seit Gründung des Arbeitskreises 2005 wurde die Universität Freiburg für ihre Nachhaltigkeitsbemühungen zahlreich ausgezeichnet, z.B. mit dem Öko-Verkehrs-Siegel, dem Umweltpreis der Stadt Freiburg und dem MobilSiegel.

Spotlight: Sonderabfall

Das Mehrweg-Sonderabfallmanagementsystem an der Universität Freiburg wurde 2001 eingeführt und hat zu großen ökologischen und wirtschaftlichen Vorteilen sowie deutlich weniger Arbeitsunfällen in diesem Bereich geführt. Durch die Verwendung von Mehrweg-Kanistern und Mehrweg-Fässern für gefährliche Abfälle spart dieses System in erheblichem Umfang Material und reduziert zugleich CO2-Emissionen. Im Jahr 2020 wurden auf diese Weise 78 t CO2 eingespart. Das umweltschonende Sonderabfallmanagementsystem der Universität Freiburg wurde bereits in einem Artikel des Journal of Environmental Safety beschrieben.

Grenzüberschreitende Nachhaltigkeit

In den Europäischen Universitätsallianzen der Universität Freiburg spielt Nachhaltigkeit eine zentrale Rolle, sowohl in Lehrprojekten (siehe Spotlight: Sustainability @EPICUR), der Konzeption neuer Studiengänge (z.B. European Master in Continental Water Sustainability) oder einem grenzübergreifenden Reallabor „Co2-neutrale Innovationsregion Oberrhein“, das sich aktuell in der Planung befindet: Hier soll, basierend auf Forschungskompetenz und im Austausch mit Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft, die Region um das stillgelegte Atomkraftwerk Fessenheim zum Pilot einer treibhausgasemissionsfreien, innovativen Wirtschaftsregion auf Basis eines nachhaltigen Energie- und Verkehrskonzepts werden.

Das Reallabor wird im Rahmen des Upper Rhine Cluster for Sustainability Research geplant und wurde im September 2022 bewilligt.

Alle Bereiche – Forschung und Lehre, Transfer und Infrastruktur – umfasst der Eucor-Schwerpunktbereich Sustainability, für den die Universität Freiburg die Leitung („Pilotage“) innehat.

So sind beispielsweise 2022 rund dreißig Wissenschaftler*innen der Eucor-Universitäten (Basel, Freiburg, Karlsruhe, Mulhouse, Straßburg) zusammengekommen, um sich zu ihrer Forschung zu „Transformative Cities“ auszutauschen, zu vernetzen und neue Forschungsprojekte zu initiieren.

Im Bereich Transfer beschäftigt sich das bestehende Eucor-Städte-Netzwerk seit 2022 in einer Arbeitsgruppe mit dem Thema Nachhaltigkeit und möglichen City-University-Partnerships.

In den kommenden Jahren (2023, 2024) wird es erstmals zwei transdisziplinäre Summer Schools für Promovierende zum Schwerpunkt Sustainability geben.

In der Lehre werden ab Herbst 2022 die bestehenden Nachhaltigkeitszertifikate in Basel, Freiburg und Karlsruhe gegenseitig für Studierende geöffnet.

Spotlight: Sustainability @ EPICUR

Der Bereich ökologische und gesellschaftliche Nachhaltigkeit der Lehre für EPICUR wird am University College Freiburg koordiniert. Seit dem Projektstart im November 2019 wurden über EPICUR bereits 22 digitalen Lehrveranstaltungen im Bereich Nachhaltigkeit für alle 9 Universitäten im Verbund angeboten; teilweise entstanden dabei durch Kooperation verschiedener Lehrenden und Team-Teaching-Formate ganz neue Vorlesungen und Seminare. Beispiele bietet das University College Freiburg mit dem Kurs „Sustainable Cities“ (Dr. Sabine Sané), der den internationalen Austausch der Studierenden nutzt, um auf „virtuelle Exkursion“ zu gehen und zu erörtern, was eine nachhaltige Stadt ausmacht.