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2021 | Drei Freiburger Forscherinnen für „Margarete von Wrangell-Programm“ ausgewählt

Anna Belén Amado Rey, Katharina Wolf und Anne-Christine Mupepele erhalten in den kommenden fünf Jahre eigene Stellen, um Forschungsprojekte aufzubauen
Sie forschen in den Bereichen Mikrosystemtechnik, Neurologie und Landschaftsökologie
Programm fördert Chancengleichheit

Von links: Ana Belen Amado Rey, Katharina Wolf und Anne-Christine Mupepele. Foto: Ali Sharbatian, Jürgen Gocke, privat
Mit dem „Margarete von Wrangell-Programm“ unterstützt das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg (MWK) zusammen mit dem Europäischen Sozialfonds und den jeweiligen Hochschulen jährlich zehn besonders qualifizierte Forscherinnen auf ihrem Weg zur Berufung auf eine Professur. In diesem Jahr sind darunter drei Wissenschaftlerinnen der Universität Freiburg: Die Mikrosystemtechnikerin Dr.-Ing. Ana Belén Amado Rey, die Neurologin Dr. Katharina Wolf und die Landschaftsökologin Dr. Anne-Christine Mupepele. Sie erhalten in den kommenden fünf Jahren eigene Stellen, um Forschungsprojekte aufbauen und darüber ihre Habilitation anzufertigen. Zudem sind die Forscherinnen für die Zeit der Förderung gewissermaßen Juniorprofessorinnen gleichgestellt und können selbst Promotionen betreuen. Drei Jahre werden die Wissenschaftlerinnen durch das MWK finanziert, zwei durch die Universität.

„Das Margarete von Wrangell-Programm ist der Landesregierung ein zentrales Anliegen, da wir damit die Professorinnen von morgen auf dem Weg zur Professur unterstützen. Den drei Freiburger Wissenschaftlerinnen Dr. Amado Rey, Dr. Wolf und Dr. Mupepele gratuliere ich herzlich zu diesem Erfolg und wünsche ihnen für ihre weitere Forschungstätigkeit alles Gute. Die Auszeichnung ist auch als Ansporn zu verstehen, ein Vorbild für angehende Wissenschaftlerinnen zu sein“, so Wissenschaftsministerin Theresia Bauer.

Ana Belén Amado Rey: Nutzerfreundliche Blutdrucküberwachungssysteme

Der Blutdruck ist einer der wichtigsten Parameter für den Gesundheitszustand. Nach aktuellen Berechnungen leiden weltweit etwa 1,13 Milliarden Menschen an Bluthochdruck. Die beste Maßnahme zur Verringerung dieser Zahl ist die kontinuierliche Überwachung der Blutdruckwerte in frühen Stadien. Aktuelle, auf Manschetten basierende Blutdrucküberwachungsgeräte sind jedoch unhandlich und unbequem. Tragbare Lösungen, etwa in Smart Watches, sind noch nicht präzise genug. Das Ziel von Amado Rey ist die Entwicklung eines neuen, benutzerfreundlichen Blutdruckmesssystems auf der Basis von Ultraschall, das kontinuierlich misst und zudem manschettenlos, nicht-invasiv und miniaturisiert ist. Dies bietet Vorteile im Hinblick auf Patientensicherheit, Tragekomfort, Portabilität und Kosten. In ihrer Arbeit nimmt Amado Rey eine detaillierte Analyse des arteriellen Gefäßsystems und des Einflusses arterieller Eigenschaften auf den Blutdruck vor, um genauere Blutdruckmessungen zu erhalten. Damit soll die Forschung auch einen wichtigen Schritt in Richtung eines neuartigen Diagnosesystems machen, das die Häufigkeit und Schwere von kardiovaskulären Erkrankungen wie Herzinsuffizienzen oder Schlaganfälle reduziert.

Katharina Wolf: Untersuchung von Nervenwasser und Rückenmark

Über Veränderung an Nervenwasserfluss und Rückenmarkbewegungen krankheitsspezifische Veränderungen bei Patientinnen definieren: Das ist das Ziel der Forschung von Wolf. Die Fachärztin für Neurologie an der Klinik für Neurologie und Neurophysiologie der Universitätsklinik Freiburg nutzt hierzu eine Methode, welche weder einen Eingriff noch eine Gabe von Kontrastmittel notwendig macht. In ihren Vorarbeiten im Bereich des Krankheitsgebiets der zervikalen Spinalkanalstenosen hat sie mit dieser Methode bereits einen bis dato unbekannten Mechanismus von Rückenmarkdehnung und -kompression bei Patientinnen nachgewiesen. Das Projekt ist an der Klinik für Neurologie und Neurophysiologie unter Prof. Dr. Cornelius Weiller angesiedelt. Die Arbeiten finden in enger Zusammenarbeit mit den Kliniken für Neurochirurgie, Neuroradiologie und der Abteilung Medizinphysik der Klinik für Radiologie des Universitätsklinikum Freiburg statt. Zudem besteht eine Kooperation mit dem Research Department des Spinal Cord Injury Center in Zürich/Schweiz.

Anne-Christine Mupepele: Gefahren für unterirdisch nistende Wildbienen

Ein Großteil aller Wildbienenarten nistet unterirdisch. Doch Böden unterliegen regelmäßigen Störungen, etwa durch Bodenbearbeitung in der Landwirtschaft oder Bodenbewegungen bei städtischen Bauprojekten. Die Folgen für bodennistende Bienen sind weitestgehend unbekannt. In ihrem Projekt erforscht Mupepele die Überlebenswahrscheinlichkeit der Bienen nach Bodenstörungen. Zudem will sie den Einfluss von Trockenstress in Böden auf die jeweiligen Populationen erforschen. In einem weiteren Schritt sollen Umsiedlungsmethoden für bodennistende Wildbienen verbessert und die Entwicklung von Wildbienengemeinschaften in neu geschaffenen Lebensräumen untersucht werden. Im letzten Teil ihrer Studie möchte die Landschaftsökologin ihre Ergebnisse mit der Naturschutzpraxis in Verbindung bringen. Dabei soll eruiert werden, wie Entscheidungsträger nach wissenschaftsbasierten Informationen suchen und was sie als relevant für eigene Maßnahmen einstufen. Damit werden die Ergebnisse in direkten Bezug zur Praxis gesetzt.

Kontakt:
Dr. Ana Belen Amado Rey
Institut für Mikrosystemtechnik
Technische Fakultät
Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
Tel.: 0761/203-7451
belen.amado@imtek.uni-freiburg.de

Dr. Katharina Wolf
Klinik für Neurologie und Neurophysiologie
Universitätsklinik Freiburg
Tel.: 0761/270-50010
katharina.wolf@uniklinik-freiburg.de

Dr. Anne-Christine Mupepele
Professur für Naturschutz und Landschaftsökologie
Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
Tel.: 0761 203-3631
anne-christine.mupepele@nature.uni-freiburg.de

Annette Kollefrath-Persch
Hochschul- und Wissenschaftskommunikation
Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
Tel.: 0761 203-8909
annette.persch@pr.uni-freiburg.de